Konzernkalkulation in verteilten SystemenSie können die Funktionen des ALE nutzen, um Kostenschichtungen aus einzelnen lokalen Systemen an ein zentrales System zu versenden und zentral eine Konzernkalkulation (bereinigt um eventuelle Transferpreise) durchzuführen.
In der Produktkostenplanung können Sie die Funktionen des ALE nutzen, um Informationen zu den Produktkosten von einzelnen Produktionsplanungssystemen an ein zentrales Controlling-System zu liefern. ALE unterstützt das Versenden von Informationen über die Wertschöpfungsanteile.
Datenfluß: Verteilung der Wertschöpfung an ein zentrales Controlling-System
Zunächst wird in jedem Werk und jedem System unabhängig voneinander eine Kalkulation für die Materialien durchgeführt, die dort gefertigt werden. Wenn Sie nun in einem zentralen System eine Konzernkalkulation durchführen wollen, müssen Sie die Kalkulationsergebnisse (Kostenschichtung) aus jedem lokalen Werk an das zentrale System versenden. Sie können dafür die ALE-Funktion verwenden.
Wenn ein Werk nun aus einem anderen Werk ein Material bezieht, kann es sich bei dem Preis, den das eine Werk für dieses Material an das Lieferwerk zahlt, um einen Transferpreis handeln. Eine Konzernkalkulation dagegen soll um solche Transferpreise bereinigt sein und nur die im Konzern tatsächlich entstandenen Kosten widerspiegeln.
Dies können Sie dadurch erreichen, daß Sie nur die Wertschöpfungsanteile aus den lokalen Systemen an das zentrale System verteilen. Als nächstes müssen Sie deshalb in den lokalen Systemen die Wertschöpfung für die Materialien ermitteln, die an das zentrale System versendet werden soll. Diese Funktion erreichen Sie über das Menü . Sie können hier durch Eingabe bestimmter Auswahlkriterien die Kalkulationen auswählen, deren Wertschöpfung Sie an das zentrale System versenden wollen. Die Wertschöpfungsanteile werden vom System in eine additive Kostenschichtung überführt.
Die so ermittelte additive Kostenschichtung können Sie nun per ALE an das zentrale Controlling-System versenden. Dort können Sie nun eine Konzernkalkulation, bereinigt um eventuelle Transferpreise durchführen. Voraussetzung ist, daß auch die Materialstämme und Stücklisten verteilt wurden und im Zielsystem vorhanden sind.
Hinweis
Die Wertschöpfung soll zum Zwecke der Konzernkalkulation nicht neu ermittelt werden, d.h. es sollen keine Arbeitspläne, Arbeitsplätze, Kostenstellen, Tarife usw. neu selektiert, sondern die an das zentrale System verteilte Wertschöpfungsanteile übernommen werden. Dies erreichen Sie, indem Sie in der Kalkulationsvariante keine Angaben zur Arbeitsplanselektion in der Auflösungssteuerung im Customizing machen.
Beachten Sie außerdem, daß Sie in der Bewertungsvariante und Kalkulationsvariante eingestellt haben, daß additive Kosten bei der Kalkulation berücksichtigt werden.
Beispiel
Sie fertigen und kalkulieren in drei dezentralen Werken und Systemen:
Werk 1, System 1: Material C, bestehend aus den Materialien A und B
Werk 2, System 2: Material E, bestehend aus den Materialien C (aus Werk 1) und D
Werk 3, System 3: Material G, bestehend aus den Materialien E (aus Werk 2) und F
Sie führen in den einzelnen Werken eine Kalkulation für das gefertigte Material durch:
Bei der Fertigung von Material C in Werk 1 entstehen Kosten von 6 DEM . Das Material wird an Werk 2 zu einem Preis von 10 DEM verkauft (Transferpreis).
Bei der Fertigung von Material E in Werk 2 entstehen Kosten von 19 DEM . Das Material wird an Werk 3 zu einem Preis von 20 DEM verkauft (Transferpreis).
Bei der Fertigung von Material G in Werk 3 entstehen Kosten von 27 DEM .
Sie ermitteln nun in den Werken 1 bis 3 die Wertschöpfung und versenden diese an das zentrale System. Hier führen Sie eine um die Transferpreise bereinigte Kalkulation durch und greifen dabei auf die an das zentrale System verteilte Wertschöpfung zurück. Voraussetzung ist, daß auch die Materialstämme und Stücklisten der Materialen A bis G verteilt wurden und im Zielsystem vorhanden sind.
Sie erhalten Kosten von 22 DM für die Herstellung von Material G :