Bewertung der Materialien
Die Herstellkosten setzen sich zusammen aus Material-, Fertigungs- und Gemeinkosten. Die Materialkosten werden wie folgt ausgewiesen:
im Einzelnachweis als Positionen vom Typ M
in der Kostenschichtung im Kostenelement Materialkosten
Um die Materialkosten zu ermitteln, müssen die zur Fertigung benötigten Materialien ermittelt und bewertet werden. In der Materialkalkulation mit Mengengerüst werden die Materialien automatisch ermittelt. Bei der Einzelkalkulation geben Sie die Materialien manuell ein.

Sie können zur Bewertung der Materialien auf verschiedene Preise im Materialstammsatz und in den Einkaufsdaten zugreifen, z.B.
zukünftiger, laufender oder vergangener Standardpreis
gleitender Durchschnittspreis
steuer- oder handelsrechtliche Preise (1, 2, 3)
Planpreise (1, 2, 3)
Angebots- und Bestellpreise
Sie legen im Customizing der Produktkostenplanung
fest, welcher Preis z. B. für Rohstoffe oder Kaufteile zur Bewertung herangezogen wird. Dafür definieren Sie eine Bewertungsvariante und ordnen diese der Kalkulationsvariante zu. Die Bewertungsvariante enthält eine Suchfolge, die maximal fünf Preise in Betracht ziehen kann. Die Kalkulation sucht in der angegebenen Reihenfolge nach diesen Preisen.
Für Preise aus dem Einkaufsinfosatz geben Sie die Strategie L ein und legen eine gesonderte Strategiefolge für Preise aus Einkaufsdaten an. Sie können auf verschiedene Preise zugreifen, z.B. Netto- oder Bruttoangebotspreis, Netto- oder Bruttobestellpreis. Weitere Informationen finden Sie unter Ermittlung des Lieferanten.
Das System ermittelt zunächst eine gültige Stückliste und löst diese von oben nach unten auf. Dann ermittelt das System die Kosten für die Materialien in den Kalkulationsstufen mit der niedrigsten Nummer. Auf Basis der Bewertungsvariante und des Bewertungstermins selektiert das System einen Preis für diese Materialien. Weitere Informationen finden Sie unter Mehrstufige Stücklisten, Kalkulationstermine und Parameter zur Auflösung des Mengengerüsts.
Das System ermittelt dann die Kosten für die Materialien in der nächsthöheren Kalkulationsstufe unter Berücksichtigung der Kosten für die Materialien in der unteren Stufe. Weitere Informationen finden Sie unter Prinzip der Kostenwälzung.
Hinweis
Für bereits kalkulierte Materialien können Sie Werte aus einer früheren Kalkulation übernehmen, wenn Sie eine entsprechende Übernahmesteuerung definiert haben (siehe auch: Nutzung vorhandener Kalkulationsdaten).
Für sonderbeschaffte Materialien können Sie Werte aus vorhandenen Kalkulationen in anderen Werken übernehmen, wenn Sie eine entsprechende Übernahmesteuerung definiert haben.
Die Ergebnisse einer additiven Kalkulation können Sie in den Ergebnissen der maschinellen Kalkulation für das Material berücksichtigen, wenn Sie eine additive Kalkulation für ein Material erstellt haben und in der Bewertungsvariante die Berücksichtigung dieser additiven Kosten eingestellt haben. (Siehe auch: Additive Kosten)
Der Preis für Nichtlagerpositionen wird direkt aus der Stückliste übernommen. (Siehe Stücklisten)
Wenn Sie eine Einzelkalkulation anlegen, dann geben Sie die Kalkulationspositionen manuell ein. Für Materialien wählen Sie den Positionstyp M. Das System ermittelt auf Basis der Bewertungsvariante einen Preis aus dem Materialstamm oder aus dem Einkauf. Weitere Informationen finden Sie unter Erfassung von Kalkulationspositionen und Bewertung der Kalkulationspositionen.
Einführungsleitfaden (IMG) Produktkostenplanung
Wenn bei Ihnen das Material-Ledger aktiv ist, finden Sie weitere Informationen zur Bewertung von Materialien unter Istkalkulation/Material-Ledger (CO-PC-ACT)
in den folgenden Abschnitten:
Weitere Informationen zur Materialbewertung finden Sie unter Materialpreisänderung (MM-IV-MP).