Controlling-Ebene
Durch eine Controlling-Ebene legen Sie im Produktkosten-Controlling
fest, auf welcher Ebene Sie zu einem Material folgende Aktivitäten ausführen können:
Planwerte ermitteln
Istwerte sammeln
Sollwerte ermitteln
Kosten analysieren
Zu einem Material existiert je Werk und Prozesstyp genau eine Controlling-Ebene, die über unterschiedliche Merkmale den Detaillierungsgrad der angelegten Beschaffungsalternativen bestimmt. Die Standardeinstellung der Controlling-Ebene ist durch die Merkmale Material/Werk
festgelegt. Die Controlling-Ebene kann beispielsweise beim Prozesstyp Fertigung
durch das zusätzliche Merkmal Fertigungsversion
detaillierter eingestellt werden.
Die Controlling-Ebene legt die Merkmale fest, mit denen die Beschaffungsalternativen und Beschaffungsprozesse erzeugt und zu denen Daten fortgeschrieben werden.
In der Produktkostenplanung
legt die Controlling-Ebene die Merkmale der Beschaffungsalternativen fest, die für die Berechnung des Mischpreises verwendet werden.
Im Periodischen Produkt-Controlling
verwenden Sie eine Controlling-Ebene, wenn Sie einen Produktkostensammler anlegen.
In der Anwendungskomponente Istkalkulation/Material-Ledger
wird die Controlling-Ebene zur Analyse der Istkosten in der Stammdatenanzeige eingesetzt.
Die von Ihnen festgelegte Controlling-Ebene gilt für alle Anwendungskomponenten.
Beispiel
Beispielsweise wird ein Material mit unterschiedlichen Fertigungsversionen hergestellt. Sie haben die Möglichkeit, Kosten zu planen, Istkosten fortzuschreiben und Sollkosten zu ermitteln. Über die Controlling-Ebene legen Sie fest, dass die Kosten je Fertigungsversion fortgeschrieben und analysiert werden können.
Im nachstehenden Beispiel wird geschildert, wie die Controlling-Ebene Fertigungsversion
in den Anwendungskomponenten Produktkostenplanung
, Kostenträgerrechnung
und Istkalkulation/Material-Ledger
eingesetzt wird:
Möchten Sie zum Material einen Standardpreis ermitteln, der die je Fertigungsversion entstehenden Kosten berücksichtigt, so können Sie in der Produktkostenplanung
für jede Fertigungsversion eine Beschaffungsalternative anlegen. Dabei legt das System die Controlling-Ebene zum Material auf Ebene der Fertigungsversion fest. Die Beschaffungsalternativen können Sie in dem Verhältnis mischen, wie die Fertigungsversionen voraussichtlich zur Produktion verwendet werden. Bei der Plankalkulation zum Material werden die Standardkosten je Beschaffungsalternative ermittelt und gemischt. Der sich ergebende Mischpreis kann als Standardpreis zum Material fortgeschrieben werden.
Sie produzieren das Material mit zwei verschiedenen Fertigungsversionen 0001 und 0002. Sie legen je Fertigungsversion im Periodischen Produkt-Controlling
einen Produktkostensammler an, auf dem das System die Kosten je Fertigungsversion sammelt. In der Anwendungskomponente Istkalkulation/Material-Ledger
ermittelt das System den periodischen Verrechnungspreis zum Material. Sie können die Werte aufgeschlüsselt nach Fertigungsversion in der Stammdatenanzeige des Material-Ledgers analysieren.
Eine Controlling-Ebene wird zum Werksmaterial angelegt und existiert je Material und Prozesstyp genau einmal. Welche Controlling-Ebene verwendet werden kann, hängt vom Prozesstyp (z.B. Fertigung
) ab. Die Controlling-Ebene bestimmt die Merkmale, die herangezogen werden, um einen Beschaffungsprozess bzw. eine Beschaffungsalternative genau zu identifizieren:

*Haben Sie die Controlling-Ebene nicht explizit eingestellt, so stellt das System automatisch die Ebene Werk/Material
ein. Sie sollten berücksichtigen, dass sich das Datenvolumen auf Ihrem Rechner erhöht, wenn Sie für die Controlling-Ebene einen höheren Detaillierungsgrad wählen.
Wenn Sie mit Produktkostensammlern arbeiten, ist die Ebene Produktionswerk/Planungswerk
für den Prozesstyp Fertigung
die gröbste Controlling-Ebene.
In der Produktkosten-Planung
legen Sie eine Beschaffungsalternative immer mit Bezug auf die Kombination Material/Werk
und ggf. Bewertungsart
an. Sie ordnen außerdem jeder Beschaffungsalternative einen Prozesstyp zu. Weitere Informationen finden Sie unter Beschaffungsalternativen bearbeiten und Mischkalkulation.
Im Periodischen Produkt-Controlling
ist nur der Prozesstyp Fertigung
, d.h. der Fertigungsprozess, relevant. Ein Fertigungsprozess wird im Periodischen Produkt-Controlling
benötigt, wenn Sie Kosten auf einem Produktkostensammler sammeln möchten. Beim Anlegen des Produktkostensammlers wählen Sie, welche Controlling-Ebene Sie einem Werksmaterial zuordnen möchten. Ist eine detailliertere Controlling-Ebene zum Werksmaterial bereits festgelegt, so wird die Einstellung der Controlling-Ebene beim Anlegen eines neuen Produktkostensammlers übernommen.
Zum Fertigungsprozess sind im Rahmen des Periodischen Produkt-Controlling
folgende Controlling-Ebenen erlaubt:
Fertigungsversion
Mit dieser Controlling-Ebene können Sie beispielsweise zu einem Material je Produktions-, Planungswerk und Fertigungsversion einen Produktkostensammler anlegen.
Die Controlling-Ebene Fertigungsversion
sollte grundsätzlich immer dann verwendet werden, wenn Fertigungsversionen definiert worden sind, z.B. bei Serienfertigung.
Stückliste/Arbeitsplan
Mit dieser Controlling-Ebene können Sie beispielsweise zu einem Material je Produktions-, Planungswerk und Stückliste/Arbeitsplan einen Produktkostensammler anlegen.
Die Controlling-Ebene Stückliste/Arbeitsplan
sollte nur dann verwendet werden, wenn das Material nicht seriengefertigt wird.
Produktionswerk/Planungswerk
Beachten Sie hierzu den Abschnitt Produktkostensammler Material/Produktionswerk/Planungswerk.
Controlling-Ebene in der Anwendungskomponente Istkalkulation/Material-Ledger
Die Standardeinstellung der Controlling-Ebene Werk/Material
umfasst die vollständige Funktionalität der Istkalkulation. Wenn Sie für die Controlling-Ebene eine feinere Einstellung vornehmen, so dient diese Detaillierung zur genaueren Darstellung von Werten in der Stammdatenanzeige des Material-Ledgers und ermöglicht eine genauere Analyse der Istkosten.
Hinweis
Die Controlling-Ebene zum Werksmaterial ist unter bestimmten Voraussetzungen änderbar. Diese Änderungen gelten dann für alle Anwendungskomponenten. Weitere Informationen finden Sie unter Controlling-Ebene bearbeiten.