Kostenverteilung bei Auftragssplit Wenn ein Auftrag gesplittet wird, müssen die bereits entstandenen Kosten des Mutterauftrags anteilig an den Tochterauftrag übergeben werden. Dies geschieht über ein Nebenprodukt, das ein chargenpflichtiges, einzelbewertetes Material ist.
Für dieses Nebenprodukt wird die Wareneingangsbuchung vom Mutterauftrag mit den anteiligen Plankosten bis zum Auftragssplit bewertet. Dadurch wird der Mutterauftrag entsprechend entlastet und beim Warenausgang des Nebenprodukts auf den Tochterauftrag wird dieser mit denselben Kosten belastet.
Der Auftragssplit ist in das Rechnungswesen integriert.
Sie haben ein chargenpflichtiges, einzelbewertetes Material angelegt:
Im Materialstammsatz haben Sie bei den Daten der Arbeitsvorbereitung das Kennzeichen für Chargenpflicht gesetzt.
Im Materialstammsatz haben Sie bei den Daten der Disposition für die Verfügbarkeitsprüfung
CH (Chargen)
eingestellt.
Im Materialstammsatz haben Sie bei den Daten der Buchhaltung als Bewertungstyp Chargeneinzelbewertung (
Autom. Charge)
angegeben (siehe Dokumentation der Chargenverwaltung
Getrennte Bewertung mit Chargen
).
Das Nebenprodukt wird dem Splitvorgang des Elternauftrags als Komponente zugeordnet. Für das Nebenprodukt wird die Splitmenge als negative Menge angegeben (siehe Kuppel-/Nebenprodukte und Kuppel-/Nebenprodukte: Voraussetzungen ).
Wenn der Auftrag gesplittet wird und ein Tochterauftrag angelegt wird, wird für das Nebenprodukt automatisch eine Reservierung mit einer bewerteten Charge erzeugt. Das System verwendet dafür die Bewegungsart 531 (Zugang Nebenprodukt).
Das Nebenprodukt wird vom System automatisch dem ersten Vorgang des Tochterauftrag als Lagerkomponente zugewiesen mit einer Bedarfsmenge, die der Splitmenge entspricht und der Charge, die bei der Reservierung erzeugt wurde.
Zur Ermittlung der anteiligen Kosten für das Nebenprodukt im Mutterauftrag werden die Plankosten aller vorhergehenden Vorgänge ermittelt und entsprechend dem Verhältnis von Splitmenge zu Vorgangsmenge des gesplitteten Vorgangs verteilt.
Beispiel
Vorgang |
V-Menge |
Kosten |
|---|---|---|
10 |
10ST |
100 EUR |
20 |
10 ST |
200 EUR |
30 |
10 ST |
300 EUR |
40 |
10 ST |
400 EUR |
Hinweis
Gesamtkosten: 1000 EUR
Es findet ein Auftragssplit bei Vorgang 30 statt mit Splitmenge 4 ST.
Der Wert für das Nebenprodukt wird wie folgt ermittelt:
Kosten (Vorgang 10) + Kosten (Vorgang 20) * Splitmenge/Vorgangsmenge = (100 EUR + 200 EUR) * 4ST/10ST = 120 EUR
Gemeinkostenzuschläge und Prozesskosten sind nicht einem einzelnen Vorgang zugeordnet. Diese werden bei der Ermittlung des Nebenproduktwertes auf Basis der Plankosten ermittelt, die den vorhergehenden Vorgänge zugeordnet sind.
Sie können den Wert für das Nebenprodukt nachrechnen, wenn Sie sich im Fertigungsauftrag den Einzelnachweis über
anzeigen und das Layout ISAP06
Arbeitsvorgänge (gruppiert)
auswählen.
Summieren Sie die Plankostender Vorgänge vor dem Auftragssplit (berechnen Sie für diese ggf. Gemein- und Prozesskosten) und multiplizieren Sie die Plankosten mit dem Faktor aus Splitmenge/Vorgangsmenge.
Eine Besonderheit bildet der Auftragssplit am ersten Vorgang. Vor dem ersten Vorgang sind noch keine Kosten angefallen. Daher wird das Nebenprodukt mit dem Wert 0 bewertet. Um trotzdem die Plankosten fehlerfrei ermitteln zu können, wird in diesem Fall die Stücklistenposition des Nebenprodukts im Detailbild der Stücklistenposition auf nicht-kalkulationsrelevant gesetzt.
Der Preis eines Nebenprodukts kann auch durch das BAdI BADI_MAN_ORDER_SPLIT_VAL vorgegeben oder geändert warden.
In der Methode SET_PRICE kann man anstelle der oben beschriebenen Berechnung einen Preis vorgeben.
Mit der Methode SET_PRICE_AFTER_CALCULATION lässt sich der berechnete Preis ändern, wodurch man z.B. eine niedrigere Produktqualität darstellen kann. Ebenso kann man hier den Auftragsstatus LSPL (Gesperrt durch Splitten) verhindern, indem man bei einer fehlerhaften Preisermittlung (z.B. der Preis ist null, obwohl nicht der erste Vorgang gesplittet wurde) einen Preis angibt.