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 Stammdaten des PP-PI im Produktkosten-Controlling

Die Ermittlung der Fertigungskosten in der Prozeßfertigung erfolgt auf Basis des Planungsrezepts und der Ressourcen. Fertigungskosten können je Phase kalkuliert werden.

  • Planungsrezepte

Das Planungsrezept beschreibt die Produktion von Stoffen (Materialien) in einem Herstellungsgang. Es kann entweder mit Bezug auf ein Material (das Hauptprodukt) oder den Prozeß angelegt werden. Es gibt an,

  • welche Ressourcen benötigt werden

  • welche Vorgänge in welcher Reihenfolge durchgeführt werden

  • in welche Phasen die Vorgänge aufgeteilt werden

  • ob und wie eine Phase rückgemeldet wird

  • welche Materialkomponenten zur Durchführung der Phase benötigt werden

  • ob die Materialkomponente in der Kalkulation berücksichtigt wird

  • welche Intramaterialien, Wertstoffe und Reststoffe im Herstellungsgang entstehen

  • ob die Kosten für die Wertstoffe nach Äquivalenzen oder nach der Restwertmethode ermittelt werden

  • ob bei der Rückmeldung der letzten Phase ein Wareneingang gebucht wird

Das Planungsrezept enthält Vorgabewerte für die Durchführung der Phase. Diese Vorgabewerte werden in Zusammenhang mit der Formel in der Ressource interpretiert, um die Plankosten für die Phase zu ermitteln.

Achtung Achtung

Ab Release 3.0C können im Planungsrezept und im Prozeßauftrag die Vorgänge nicht mehr kalkuliert werden. Um eine doppelte Kostenermittlung auf Phasen- und Vorgangsebene zu vermeiden, werden nur noch die Phasen kalkuliert.

Um Fehler im Datenbestand zu beheben, sollten Sie in bestehenden Planungsrezepten und Prozeßaufträgen das Kalkulationsrelevanzkennzeichen bei Vorgängen löschen.

Ende der Warnung.
  • Ressourcen

Ressourcen sind die Produktionsmittel und Personen im Produktionsprozeß. Die Ressource ist einem Werk zugeordnet.

Jede Ressource verweist in ihrem Stammsatz auf eine Kostenstelle. Die Kostenstelle ist einem Kostenrechnungskreis zugeordnet. Einer Kostenstelle können Ressourcen unterschiedlicher Werke zugeordnet werden. Das Werk ist dabei eindeutig einem Buchungskreis und somit einem Kostenrechnungskreis zugeordnet.

In der Kostenstellenplanung werden die Leistungen, die an der Ressource erbracht werden, anhand von Leistungsarten geplant.

Unterschieden wird zwischen primären und sekundären Ressourcen:

  • Die Primärressource ist der Anlagenteil oder die Prozeßeinheit, an der ein Vorgang ausgeführt wird. Alle Phasen enthalten automatisch dieselbe Primärressource wie der Vorgang.

  • Neben der Primärressource können einem Vorgang oder einer Phase noch weitere benötigte Ressourcen zugeordnet werden. Diese Ressourcen heißen Sekundärressourcen.

Sowohl die Kosten, die an der Primärressource (z.B. Heizkosten eines Reaktionskessels) entstehen, als auch die, die an der Sekundärressource (z.B. Personalkosten) entstehen, können über Leistungsarten dem Produkt bzw. den Produkten zugeordnet werden.

Auf Basis der Formel in der Ressource und der Vorgabewerte in der Phase im Planungsrezept wird errechnet, wieviel Leistung für eine Leistungsart erwartet wird. Diese Leistung wird anhand der Tarife in der Kostenstellenrechnung bewertet, um die Plankosten für die Phase zu ermitteln.

Hinweis Hinweis

Das Planungsrezept entspricht dem Arbeitsplan und die Ressource dem Arbeitsplatz in der Werkstattfertigung.

Ende des Hinweises
  • Materialstammsätze

enthalten alle zur Verwaltung eines Materials notwendigen Informationen. Für die Kostenträgerrechnung sind im Materialstammsatz von Bedeutung:

  • Buchhaltungssicht

  • Kalkulationssicht

Die Buchhaltungssicht

  • steuert die Bewertung des Materials und die Zuordnung des Materials zu einem Sachkonto und somit zu einer primären Kostenart

  • gibt die Summe und den Wert aller bewerteten Bestände des Materials an

  • enthält Preise, die aus Inventurkalkulationen zum Material (z.B. steuerrechtlicher Preis 1, handelsrechtlicher Preis 1) übernommen werden können

Die Kalkulationssicht steuert für die Kostenträgerrechnung

  • ob die Materialnummer (die Herkunft ) im Kostenartennachweis im CO fortgeschrieben wird

Auf diese Weise stellen Sie sicher, daß bei Materialkosten die Materialnummer im Informationssystem angezeigt wird.

  • ob der Verbrauch des Materials untergliedert nach Herkunftsgruppen fortgeschrieben wird

Auf diese Weise können Sie Gruppen von Rohstoffen oder Handelswaren bilden, um beispielsweise Gemeinkostenzuschläge nach gemeinsamen Bedingungen zu ermitteln.

  • auf welcher Basis Gemeinkosten für das Material ermittelt werden können (Gemeinkostengruppe)

Haben Sie eine Gemeinkostengruppe eingegeben, so können Sie diese mit einem Zuschlagsschlüssel verknüpfen und Bedingungen für bestimmte Gruppen von Halb- und Fertigfabrikaten definieren.

  • ob Abweichungen für Aufträge über dieses Material ermittelt werden

Der Abweichungsschlüssel im Materialstammsatz wird in den Fertigungsauftrag übernommen. Er gibt an, daß solche Aufträge bei der Abweichungsermittlung selektiert werden.

Die Kalkulationssicht steuert zusätzlich

  • ob das Material in der Regel über die Kalkulation mit Mengengerüst oder die Kalkulation ohne Mengengerüst kalkuliert wird

  • welche Losgröße als Basis für die Kalkulation vorgeschlagen wird

  • wie Stückliste und Arbeitsplan für die Kalkulation mit Mengengerüst selektiert werden

  • welchen Status das Material hat

Sie enthält Informationen,

  • die aus der Plankalkulation zum Material (z.B. zukünftiger Standardpreis, laufender Standardpreis, vergangener Standardpreis) übernommen werden, wenn die Plankalkulation vorgemerkt und freigegeben wird

  • die aus der Sollkalkulation oder der aktuellen Kalkulation zum Material (z.B. Planpreis 1) übernommen werden

Die Kuppelproduktionszusätze enthalten ein Aufteilungsschema, das die Aufteilung der Gesamtkosten für einen Auftrag auf die einzelnen Kuppelprodukte festlegt.

Siehe auch:

Weiterführende Informationen hierzu finden Sie im Dokument PP-PI Produktionsplanung und -steuerung - Produktionsplanung Prozeßindustrie .