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 Auftragsnetz ohne automatische Warenbewegung

Verwendung

Hinweis Hinweis

SAP empfiehlt die Verwendung von Auftragsnetzen mit automatischer Warenbewegung, da bei Verwendung von Auftragsnetzen ohne automatische Warenbewegung

Ende des Hinweises
  • die Sicherstellung besonderer organisatorischer Maßnahmen im Periodenabschluß erforderlich ist

  • bei Standardkostenrechnung die mit Auftragsnetzen gefertigten Materialien anders bewertet würden als die nicht mit Auftragsnetzen gefertigten Materialien

  • eine Istkostenrechnung durch Einsatz der Istkalkulation/Material-Ledger (CO-PC-ACT) nicht möglich ist

  • keine Abweichungsermittlung möglich ist

  • keine Abweichungen an die Ergebnis- und Marktsegmentrechnung (CO-PA) weitergeleitet werden können

  • keine periodische Kostenträgerrechnung möglich ist

  • im Auftragsnetz nicht mit Transferpreisen gearbeitet werden kann

Voraussetzungen

  • Damit das System ein Auftragsnetz erzeugt, muß mindestens einem der in das Fertigerzeugnis eingehenden Halbfabrikate in der Dispositionssicht des Materialstammsatzes ein Sonderbeschaffungsschlüssel für Direktfertigung hinterlegt sein.

  • Bei Auftragsnetzen ohne automatische Warenbewegung dürfen keine Warenbewegungen zwischen den einzelnen Fertigungsstufen stattfinden.

Sie hinterlegen im Customizing der Kostenträgerrechnung unter Anfang des Navigationspfads Auftragsbezogenes Navigationsschritt Produkt-Controlling Navigationsschritt Produktionsaufträge Navigationsschritt Auftragsart für Produktionsaufträge überprüfen Ende des Navigationspfads mit dem Kennzeichen Auftragsnetzabw., daß keine Warenbewegungen zwischen den einzelnen Fertigungsstufen vorgesehen sind.

Dieses Kennzeichen wird in den Auftragskopf (Stammdaten) der Aufträge übernommen. Bei unterschiedlichen Auftragsarten innerhalb des Auftragsnetzes ist entscheidend, ob für die Auftragsart des führenden Auftrages das Kennzeichen hinterlegt ist. Dieses Kennzeichen wird an alle untergeordneten Aufträge vererbt und übersteuert gegebenenfalls deren originäres Kennzeichen.

  • Die Aufträge eines Auftragsnetzes ohne automatische Warenbewegung müssen die Abrechnungsart GES (Gesamt) haben.

Sie hinterlegen im Customizing der Kostenträgerrechnung unter Anfang des Navigationspfads Auftragsbezogenes Navigationsschritt Produkt-Controlling Navigationsschritt Vorkalkulation Navigationsschritt Fertigungsaufträge Ende des Navigationspfads beziehungsweise Anfang des Navigationspfads Prozeßaufträge Navigationsschritt Vorschlagswerte pro Auftragsart festlegen Ende des Navigationspfads , daß die Abrechnung kumuliert erfolgt.

Funktionsumfang

Die Abwicklung von Auftragsnetzen ohne automatische Warenbewegung weist folgende Besonderheiten auf:

  • Abrechnungsvorschrift

Wenn das System die Fertigungsaufträge eines Auftragsnetzes anlegt, dann erzeugt das System

  • Abrechnungsvorschriften, die die Auftragskosten an den übergeordneten Auftrag im Auftragsnetz kontieren.

Aufträge eines Auftragsnetzes ohne automatische Warenbewegung haben die Abrechnungsart GES (gesamt).

  • Hierarchienummern, die angeben, in welcher Reihenfolge die Aufträge abgerechnet werden

  • Vorkalkulation

Auftragsnetze ohne automatische Warenbewegung werden nach dem bottom-up-Prinzip mehrstufig vorkalkuliert. Dabei werden die gesamten Plankosten eines Auftrages im Auftragsnetz dem jeweiligen Auftrag unter einer Verbrauchskostenart als Entlastung gutgeschrieben und dem ihm übergeordneten Auftrag unter derselben Kostenart belastet. Der führende Auftrag wird im Plan laut Preissteuerung des Materials entlastet.

  • Belastung und Entlastung der in ein Auftragsnetz eingebundenen Aufträge

Im Ist bilden die auf Basis der Vorkalkulation ermittelten Plankosten den Wert, zu dem bei der Endrückmeldung einer Teilmenge eines Auftrages dieser Auftrag anteilig entlastet wird. Gleichzeitig werden diese Kosten dem übergeordneten Auftrag belastet. Die Entlastung des untergeordneten Auftrages und die Belastung des übergeordneten Auftrages erfolgen unter der Verbrauchskostenart.

  • Rückmeldung

Zwischen den Vorgängen der einzelnen Aufträge im Auftragsnetz existieren Anordnungsbeziehungen. Sobald Sie eine Endrückmeldung für den letzten Vorgang im untergeordneten Auftrag erfaßt haben, können Sie das Material im übergeordneten Auftrag bearbeiten. Bei der Rückmeldung wird der untergeordnete Auftrag mit den Plankosten entlastet. Der übergeordnete Auftrag wird mit den Plankosten belastet.

Haben Sie keine Vorkalkulation zum Auftrag erstellt, so werden für die Rückmeldung von Aufträgen im Auftragsnetz ohne automatische Warenbewegung Materialpreise laut Preissteuerung im Materialstammsatz herangezogen.

  • Warenbewegungen

Zwischen den einzelnen Fertigungsstufen erfolgen keine Warenbewegungen. Halbfabrikate werden nicht an das Lager abgeliefert. Der führende Auftrag liefert

bei anonymer Lagerfertigung

an den anonymen Lagerbestand (Empfänger "Material")

bei Kundenauftragsfertigung mit bewertetem Kundenauftragsbestand

an den bewerteten Kundenauftragsbestand (Empfänger "Material")

bei Projektfertigung mit bewertetem Projektbestand

an den bewerteten Projektbestand (Empfänger "Material")

bei Kundenauftragsfertigung mit unbewertetem Kundenauftragsbestand

an den unbewerteten Kundenauftragsbestand

bei Projektfertigung mit unbewertetem Projektbestand

an den unbewerteten Projektbestand

Bei der Lieferung an das Lager wird der Auftrag entsprechend der Preissteuerung im Materialstammsatz entlastet. Bei S-Preis-Steuerung erfolgt die Entlastung mit dem Standardpreis. Bei V-Preis-Steuerung erfolgt die Entlastung gemäß der im Customizing des Auftragsbezogenen Produkt-Controlling unter Zugangsbewertung für Auftragsablieferung festlegen hinterlegten Bewertungsvariante.

  • Wertefluß

Die Differenz aus der Entlastung bei Rückmeldung und den Istkosten für bereits produzierte Halbfabrikate wird mit der Abrechnung an den übergeordneten Auftrag weitergeleitet.

Die Istkosten werden bei Auftragsnetzen ohne automatische Warenbewegung mit der Abrechnung von unten nach oben gewälzt werden. Da im Periodenabschluß der Kostenträgerrechnung die Ermittlung der Ware in Arbeit organisatorisch der Abrechnung vorangestellt ist, müssen Sie sicherstellen, daß die Abrechnung der abhängigen Aufträge an den jeweils übergeordneten Auftrag vor der WIP-Ermittlung erfolgt. Verwenden Sie deshalb für die Abrechnung der abhängigen Aufträge an den übergeordneten Auftrag die Funktion Vorabrechnung Kuppelprodukte, Nacharbeit . Dadurch ist sichergestellt, daß die Abrechnung der untergeordneten Aufträge an den übergeordneten Auftrag erfolgt, bevor die WIP-Ermittlung durchgeführt wird.

Die Kosten für den führenden Fertigungsauftrag werden in der Regel auf das Material (Bestand) kontiert. Sie können aber auch an eine Kundenauftragsposition oder ein PSP-Element abgerechnet werden.

  • Ermittlung und Abrechnung der Ware in Arbeit

Beispiel Beispiel

Im Auftragsnetz 1111 ist der Fertigungsauftrag 3333 dem Fertigungsauftrag 2222 untergeordnet. Der untergeordnete Auftrag 3333 hat den Status GLFT (endgeliefert), der übergeordnete Auftrag 2222 wird noch bearbeitet. Da die Istkosten zu Auftrag 3333 höher sind als die Plankosten, ist noch ein Differenzbetrag auf Auftrag 3333 vorhanden. Da Auftrag 3333 jedoch endgeliefert ist, müßte er eigentlich einen Saldo von Null DM ausweisen. Der Differenzbetrag zwischen Istbelastung und Sollbelastung muß in den Wert der Ware in Arbeit des Auftrages 2222 einfließen. Dies ist jedoch erst nach Abrechnung des Auftrages 3333 möglich.

Verwenden Sie für die Abrechnung von Auftrag 3333 die Funktion Vorabrechnung Kuppelprodukte, Nacharbeit . Bei der WIP-Ermittlung sind alle relevanten Kosten auf dem Auftrag 2222 vorhanden. Der Auftrag 3333 hat nun einen Saldo von Null. Mit der Abrechnung wird die Ware in Arbeit von Auftrag 2222 an die Finanzbuchhaltung weitergeleitet.

Ende des Beispiels.
  • Hierarchiebericht für Auftragsnetze, der die Summe der Plankosten, Sollkosten und Istkosten je Auftragsnetzebene anzeigt und Verzweigungen zu den Detailberichten zu einzelnen Aufträgen ermöglicht.

  • Berücksichtigung von Baugruppen, die bestandsgeführt, aber nicht bewertet sind (Materialien des unbewerteten Kundenauftragsbestandes und des unbewerteten Projektbestandes)

  • Berücksichtigung von konfiguierbaren Materialien

Es ist möglich, daß Sie einen Produktionsauftrag zu einem konfigurierten Material anlegen und in der Stückliste des konfiguierten Materials konfigurierbare Materialien enthalten sind.

Einschränkungen

Folgende Funktionen sind bei Verwendung des Auftragsnetzes ohne automatische Warenbewegung nicht möglich:

Da keine Warenbewegungen zwischen den einzelnen Fertigungsstufen stattfinden, ist keine Sollkostenermittlung und somit auch keine Abweichungsermittlung möglich.

  • Abrechnung von Abweichungen an die Ergebnis- und Marktsegmentrechnung (CO-PA)

  • Standardkostenrechnung

  • keine Statusverprobung bei der Lieferung

Bei Einsatz von Auftragsnetzen ohne Warenbewegung findet bei der Rückmeldung keine Statusverprobung statt. Dies bedeutet, daß Sie einen untergeordneten Produktionsauftrag rückmelden können, wenn ein übergeordneter Produktionsauftrag noch nicht den Status FREI (freigegeben) hat. Dies bedeutet, daß der übergeordnete Produktionsauftrag mit Istkosten belastet werden kann, obwohl er noch nicht freigegeben ist.

  • keine Statusverprobung bei der Abrechnungsvorschrift

Bei Einsatz von Auftragsnetzen ohne Warenbewegung findet bei der Abrechnungsvorschrift "an Auftrag" keine Statusverprobung stattfindet. Diese bedeutet, daß ein Auftrag abgerechnet werden kann, obwohl er noch nicht den Status GLFT (endgeliefert) besitzt (die Abrechnung der abhängigen Aufträge führen Sie mit der Funktion Vorabrechnung Kuppelprodukte, Nacharbeit durch).

Das Konzept der parallelen Bewertungssichten ist bei Auftragsnetzen ohne automatische Warenbewegung nicht anwendbar.

Bei Einsatz von Auftragsnetzen ohne automatische Warenbewegung werden für alle untergeordneten Fertigungsstufen keine Materialwirtschaftsbelege (MM-Belege) und keine Finanzbuchhaltungsbelege (FI-Belege) erzeugt. Daher werden auch keine Daten für das Special Ledger (SL) und die Istkalkulation/Material-Ledger (CO-PC-ML) fortgeschrieben.

In der Serienfertigung wird die Abwicklung mit Auftragsnetzen nicht unterstützt.

Kuppelprodukte sind im Auftragsnetz nur im führenden Auftrag erlaubt.

Aktivitäten

Nehmen Sie die entsprechenden Einstellungen im Customizing in der Auftragsart vor.

Stellen Sie sicher, daß Sie für die Abrechnung der abhängigen Aufträge die Funktion Vorabrechnung Kuppelprodukte, Nacharbeit verwenden.