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FunktionsdokumentationServicegradprofil

 

Unvorhersehbare Bedarfsschwankungen können zu einer größeren Nachfrage bei einem Produkt und deswegen zu Bestandslücken führen. Um Bestandslücken zu verhindern und Bedarfsschwankungen zu berücksichtigen, addiert das System zum Ergebnis der Prognose einen Sicherheitsaufschlag. Dieser Sicherheitsaufschlag nimmt mit dem von Ihnen definierten Servicegrad, dem geschätzten Prognosefehler und der Reichweite (nicht linear) zu.

Funktionsumfang

Sie können die Definition des Servicegrads von der Umschlagshäufigkeit eines Produkts (seiner Drehklasse) oder auch von der Bedeutung eines Produkts im Gesamtsortiment (nach ABC-Klassifikation) abhängig vornehmen. Wenn sich die Drehklasse oder das ABC-Kennzeichen des Lokationsprodukts ändert, verwendet das System automatisch den entsprechenden Servicegrad in der Bedarfsrechnung.

Zusätzlich zum Servicegrad können Sie einen speziellen Servicegrad verwenden.

Folgende spezielle Servicegrade sind verfügbar:

  • Servicegrad für neue Lokationsprodukte

    Diesen berücksichtigt das System, wenn die Anzahl der Abverkaufsperioden für ein Lokationsprodukt zwischen drei und sechs liegt.

  • Servicegrad zur Ermittlung von Bestandslücken

    Diesen berücksichtigt das System, um Bestandslücken in der Bestandsperiode zu vermeiden. Überschreitet der Prognosebedarf den erwarteten Bestand, inklusive der erwartenden Wareneingänge, gibt das System eine Ausnahme aus.

  • Servicegrad für Lokationsprodukte mit Mindesthaltbarkeitsdatum

    Diesen berücksichtigt das System, um Bestand mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum zu vermeiden. Die Bedarfsrechnung ermittelt wie viele Produkte bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum verkauft werden. Liegt der Nettobedarf darüber, gibt das System eine Ausnahme aus.

  • Servicegrad für Lokationsprodukte mit Höchstbestand

    Diesen berücksichtigt das System, um den zulässigen Höchstbestand einzuhalten. Die separate Bedarfsrechnung ermittelt wie viele Produkte bestellt werden können, ohne den Höchstbestand zu überschreiten. Sie können im Bedarfsrechnungsprofil definieren, ob der Höchstbestand einen Grenzwert für die Bedarfsmenge darstellt oder zu einer Ausnahme (harte oder weiche Grenze) führt.

  • Servicegrad für Lokationsprodukte mit Sollreichweite

    Diesen berücksichtigt das System, um die vorgegebene minimale bzw. maximale Reichweite einzuhalten. Je nach Sollreichweite erhöht das System den Bedarf zum Decken der minimalen Sollreichweite oder meldet die Überschreitung der maximalen Sollreichweite mit einer Ausnahme.

  • Servicegrad je BEF-Schema

    Diesen Servicegrad können Sie optional zum regulären Servicegrad definieren. Für den Zeitraum, in dem der BEF auftritt, ersetzt dieser Servicegrad den regulären Servicegrad. Sie können diesen Servicegrad je Drehklasse und ABC-Kennzeichen definieren.

  • Servicegrad Hochsaisonschema

    Für Perioden mit hoher Saisonalität (Hochsaisonschema) können Sie einen separaten Servicegrad definieren. Der FRP kann ein Hochsaisonschema automatisch ermitteln. Perioden mit hoher Saisonalität, die einen definierten Schwellenwert überschreiten, fasst SAP F&R in einem Hochsaisonschema zusammen. Sie können diesen Servicegrad je Drehklasse und ABC-Kennzeichen definieren.

Aktivitäten

Im Servicegradprofil legen Sie die einzelnen Servicegrade fest. Sie ordnen das Profil auf der Ebene Lokationsprodukt zu.

Den regulären Servicegrad können Sie abhängig von ABC-Kennzeichen und Drehklasse definieren. Das System berücksichtigt folgende Reihenfolge bei der Ermittlung des Servicegrads:

  1. Ermittlung, abhängig vom ABC-Kennzeichen und der Drehklasse

  2. Ermittlung, abhängig vom ABC-Kennzeichen

  3. Ermittlung, abhängig von der Drehklasse

  4. Ermittlung, ohne ABC-Kennzeichen und Drehklasse

Weitere Informationen über das Servicegradprofil finden Sie im Einführungsleitfaden (IMG) des Forecasting and Replenishment unter Anfang des Navigationspfads Forecasting and Replenishment Processor Navigationsschritt Servicegradprofile bearbeiten Ende des Navigationspfads.

Beispiel

Die folgende Tabelle zeigt, wie das System den Servicegrad ermittelt:

ABC-Kennzeichen

Drehklassen

-

Vorgabewert

USS1

USS2

SS1

SS2

FS1

FS2

Vorgabewert

96%

-

-

90%

91%

-

-

A

-

-

-

91%

92%

97%

98%

B

94%

-

-

-

-

-

-

C

-

-

-

-

89%

-

93%

  • Lokationsprodukt mit ABC-Kennzeichen A und Drehklasse FS1

    Berücksichtigung des Servicegrads von 97%. Da ein Servicegrad für die Kombination des ABC-Kennzeichens A und der Drehklasse FS1 definiert ist, wird dieser Servicegrad berücksichtigt.

  • Lokationsprodukt mit ABC-Kennzeichen B und Drehklasse SS2

    Berücksichtigung des Servicegrads von 94%. Da kein Servicegrad für die Kombination des ABC-Kennzeichens B und der Drehklasse SS2 definiert ist, wird der Vorgabewert für das ABC-Kennzeichen B berücksichtigt.

  • Lokationsprodukt mit ABC-Kennzeichen C und Drehklasse SS1

    Berücksichtigung des Servicegrads von 90%. Da kein Servicegrad für die Kombination des ABC-Kennzeichens C und der Drehklasse SS1 definiert ist und auch kein Vorgabewert für das ABC-Kennzeichen C, wird der Vorgabewert für SS1 berücksichtigt.

  • Lokationsprodukt mit ABC-Kennzeichen C und der Drehklasse FS1

    Berücksichtigung des Servicegrads von 96%. Da weder für die Kombination des ABC-Kennzeichens C und der Drehklasse FS1 noch für die Vorgabewerte des ABC-Kennzeichens C und der Drehklasse FS1 ein Servicegrad definiert ist, wird der allgemeine Vorgabewert berücksichtigt.