Plandaten
Mit dieser Funktion können Sie Plandaten für ein Lokationsprodukt erfassen, sofern zu einem neu eingeführten Lokationsprodukt noch keine Prognosedaten vorliegen oder nicht zuverlässig ermittelt werden können. Plandaten repräsentieren die zu erwartenden Verbrauchsdaten für ein Lokationsprodukt und können als Prognoseersatzdaten für die Bedarfsrechnung dienen. Zudem können Sie Plandaten verwenden, um die Auswirkungen von verschiedenen Parametern auf Bestände und Reichweiten zu simulieren.
Sie haben im Customizing die maximale Verwendungsdauer der Plandaten eingestellt. Weitere Informationen finden Sie im Einführungsleitfaden (IMG) des Forecasting and Replenishment unter .
Plandaten erfassen und ändern
Sie können Plandaten manuell pro Tag oder Woche erfassen, jedoch nur für komplette Geschäftswochen.
Sie können folgende Plandaten zu einem Lokationsprodukt erfassen:
konstanter Wert
Prognosedaten ähnlicher Produkte
historische Daten aus einem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres
Durchschnittsverbrauch des Vorjahres
Durchschnittsverbrauch eines beliebigen Zeitraums
Mit Ausnahme des konstanten Wertes können Sie das Lokationsprodukt und einen Multiplikationsfaktor wählen.
Sicherheitsaufschlag
Sie können festlegen, ob das System die Plandaten mit oder ohne Sicherheitsaufschlag anzeigen soll. Wenn Sie die Anzeige der Plandaten mit Sicherheitsaufschlag auswählen, können Sie diese auch bereits mit Sicherheitsaufschlag erfassen. Den Sicherheitsaufschlag können Sie als Prozentwert definieren.
Verwendungszeitraum
Sie können definieren, bis zu welchem Zeitpunkt das System die Plandaten als Prognoseersatzdaten verwenden soll.
Beispiel
Sie planen ein neues Produkt, für das Sie weder Verbrauchsdaten haben noch eine Verbrauchsreferenz verwenden möchten. Sie definieren Plandaten ab Listungsbeginn bis drei Monate in die Zukunft. Sie möchten diese Plandaten jedoch nur zwei Monate in die Zukunft verwenden, da Sie davon ausgehen, dass bis dorthin genügend Verbrauchsdaten zur Verfügung stehen werden. Geben Sie für Verwendungsendezeitpunkt der Plandaten den Listungstermin plus zwei Monate ein.
Sie können die maximale Dauer der Verwendungsperiode von Plandaten einschränken. Weitere Informationen finden Sie im Einführungsleitfaden (IMG) des Forecasting and Replenishment unter .
Plandaten sichern
Wenn Sie die Plandaten sichern, sind sie inaktiv und das System verwendet sie ausschließlich zur Simulation. Das System sichert die Plandaten ohne Sicherheitsbestand, aber mit dem Sicherheitsaufschlag als Zusatzinformation zu dieser Zeitreihe.
Plandaten aktivieren
Wenn Sie Plandaten aktivieren, verwendet SAP F&R die Plandaten statt der regulären Prognosedaten oder anderer möglicher Prognoseersatzdaten (z. B. aggregierte Bestellprognosen) in folgenden Funktionen:
Bedarfsrechnung
Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR)
Reichweitenberechnung
Ob Plandaten aktiv oder inaktiv sind, erkennen Sie an der Beschreibung
der Plandatenzeitreihe und an der Quick-Info des Symbols
(Plandaten aktivieren/deaktivieren
).
Plandaten löschen
Nicht mehr benötigte Plandaten können Sie löschen oder deaktivieren.
Wenn Sie Lokationsprodukte löschen, löscht der Löschreport alle abhängigen Daten. Dazu gehören auch die Plandatenzeitreihen.
Abgleich von Tages- und Wochenwerten
Sie können die Plandaten manuell pro Tag oder Woche erfassen.
Wenn Sie Daten wochengenau erfassen, teilt das System die Daten für die Darstellung in Tagesgranularität gleichmäßig auf die Verkaufstage auf (Disaggregationsregel). Wenn Sie mindestens einen Tag einer Woche explizit erfassen, stellt das System die Plandaten dieser Woche rot unterlegt dar: die gesamte Woche ist nun tagesgenau erfasst. Das System berechnet den Wochenwert der betreffenden Woche durch Aggregation der Tageswerte. Wenn Sie einen Wochenwert erfassen, disaggregiert das System nur diesen Wochenwert auf Tageswerte.
Es ist an der rot unterlegten Fläche bei tagesgenauer Erfassung ersichtlich, in welcher Granularität Sie die Werte einer Zeitreihe editiert haben.
Wenn Sie Plandatenzeitreihen ergänzen und dabei Tage oder Wochen überspringen, füllt das System diese Zeiträume mit Nullen. Anhand der Nullen können Sie erkennen, welche Wochen zu Ihrer Plandatenzeitreihe gehören.
Beispiel
Sie geben nach einem alten Intervall eine Ergänzung in Tagesgranularität ein. Das System füllt alle verbleibenden Tageswerte zwischen dem alten Intervall und der neuen Geschäftswoche mit Nullen.
Wenn Sie einzelne Felder innerhalb von Zeitreihen löschen, füllt das System diese Felder ebenso mit Nullen.
Verwendung der Plandaten
SAP F&R verwendet Plandaten in der Prognose und Bedarfsrechnung, im Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR) und in der Reichweitenberechnung bis zum Ende des Verwendungszeitraums.
Verwendung in der Prognose und Bedarfsrechnung (Forecast and Replenishment Processor, FRP)
Das System übergibt Plandaten entsprechend der Granularität, in der Sie die Plandaten erfasst haben, an die Prognose- und Bedarfsrechnung. Im Verwendungszeitraum von Planwerten ignoriert das System Bedarfseinflussfaktoren in der Prognose und Bedarfsrechnung. Weitere Informationen finden Sie unter Prognose.
Verwendung in Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR)
SAP F&R verwendet für ein Lokationsprodukt in CPFR die aktive Prognose, wenn das Lokationsprodukt für CPFR relevant ist und Sie im System einen taktischen Prognosehorizont definiert haben, oder Sie das Kennzeichen für die operative Prognose gesetzt haben. Die aktive Prognose besteht aus folgenden Daten:
Plandaten
Daten der aggregierten Bestellprognose für ein Distributionszentrum (DZ)
Prognosedaten
Plandaten haben die höchste Priorität. Wenn keine Plandaten vorhanden sind, dann verwendet das System die Daten der aggregierten Bestellprognose für ein Distributionszentrum. Sind weder Plandaten noch Daten der aggregierten Bestellprognose vorhanden, verwendet das System Prognosedaten. Wenn Sie in CPFR für ein bestimmtes Lokationsprodukt Plandaten verwenden wollen, dann erfassen Sie manuell die Plandaten, um die Prognosedaten zu überschreiben.
CPFR verwendet die Plandatenzeitreihen auf die gleiche Weise wie die Prognose und Bedarfsrechnung (FRP), außer dass CPFR die Plandatenzeitreihe in Wochengranularität und ohne Sicherheitsaufschlag verwendet. Die Verwendung einer Plandatenzeitreihe in CPFR beginnt mit deren Aktivierung und endet, wenn das Bereitstellungsdatum von CPFR den angegebenen Verwendungsendezeitpunkt überschreitet. Sie können die Verwendung der Plandatenzeitreihe vorzeitig beenden, indem Sie die Plandaten deaktivieren. In diesem Fall dienen die Plandaten nur noch Simulationszwecken.
Weitere Informationen über CPFR finden Sie unter Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR).
Verwendung in der Reichweitenberechnung
Die Reichweitenberechnung verwendet die Plandatenzeitreihen auf die gleiche Weise wie die Prognose und Bedarfsrechnung (FRP), jedoch ohne Sicherheitsaufschlag. Die Verwendung der Plandatenzeitreihe in der Reichweitenberechnung beginnt mit deren Aktivierung und endet bei folgenden Bedingungen:.
wenn das Dispositionsdatum den Verwendungsendezeitpunkt der Plandatenzeitreihe überschreitet (bei Reichweitenberechnung mit Bezug zu einer Bestellvorschlagsposition)
wenn das Tagesdatum den Verwendungsendezeitpunkt der Plandatenzeitreihe überschreitet (bei Reichweitenberechnung ohne Bezug zu einer Bestellvorschlagsposition)
Wenn der Verwendungszeitraum vor der letzten von der Reichweitenberechnung benötigten Zeitreihenperiode endet, verwendet das System für die verbleibenden Perioden die berechneten Prognosewerte. Sie können die Verwendung der Plandatenzeitreihe beenden, indem Sie die Plandaten deaktivieren.
Plandaten können Sie im Zeitreihenbild der Produkt-Workbench, der Dispositions-Workbench und der Ursachenermittlung bearbeiten.