Regelsteuerung Sie hinterlegen in der Regelsteuerung Informationen über die Verarbeitungsart der zur Regel gehörenden Schemata.
Die Regelsteuerung besteht aus folgenden Elementen:
Zugriffsstrategie
qualifiziertes Produkt oder qualifizierte Lokation
Kombinationsreihenfolge von Lokationen und Produkten
Kombination der Produkt- und Lokationsliste
Komplement der Kombination von Produkt- und Lokationsliste
Die Zugriffsstrategie legt fest, in welcher Reihenfolge das System auf die Ersetzungen (Produkte, Lokationen oder Lokationsprodukte) zugreift.
Beim ersten Zugriff ermittelt das System diejenige Ersetzungskette, in der sich das Eingabeprodukt, die Eingabelokation oder das Eingabelokationsprodukt befindet. Ausgehend von der Eingabelokation, dem Eingabeprodukt oder dem Eingabelokationsprodukt ermittelt das System dann aus dieser Ersetzungskette eine Liste von Vorgängern (und deren Vorgänger) und Nachfolger (und deren Nachfolger).
Folgende Zugriffsstrategien können Sie wählen:
Liste vom Anfang abarbeiten (01 = Festwert)
Liste von Eingabe vorwärts, dann rückwärts (02 = Festwert)
Liste ab Eingabe vorwärts, zyklisch (03 = Festwert)
Liste vom Ende abarbeiten (04 = Festwert)
Liste von Eingabe rückwärts, dann vorwärts (05 = Festwert)
Liste ab Eingabe rückwärts, zyklisch (06 = Festwert)
Liste von Eingabe vorwärts (07 = Festwert)
Liste von Eingabe rückwärts (08 = Festwert)
Liste vom Anfang bis zur Eingabe abarbeiten (09 = Festwert)
Liste vom Ende bis zur Eingabe abarbeiten (10 = Festwert)
Mit den Zugriffsstrategien von (07) bis (10) kann das System bei der Regelauswertung Ersetzungen im Sinne eines Upgrades (oder Downgrades) auswählen. Dies ist notwendig, damit die regelbasierte Verfügbarkeitsprüfung z. B. keine „schlechtere“ Version des gewünschten Produkts ermittelt.
Die Zugriffsstrategien (07) bis () sind nur für inklusive Regeln wirksam. Bei einer exklusiven Regel ersetzt das System die Zugriffsstrategie (07) und (09) durch die Zugriffsstrategie (01), und die Zugriffsstrategien (8) und (10) durch die Zugriffsstrategie (04).
Beispiel: Zugriffsstrategien
Sie können festlegen, dass das System nach einem erfolglosen ersten Zugriff mit Eingabe (Lokation, Produkt oder Lokationsprodukt) einen Zugriff ohne Eingabe durchführen soll.
Bei einem zweiten Zugriff ohne Eingabe kann das System nur Zugriffsstrategien verwenden, für die keine Eingabe notwendig ist. Wenn Sie aber eine Zugriffsstrategie gewählt haben, für die eine Eingabe notwendig ist (wie z. B.
Liste von Eingabe vorwärts
), ersetzt das System die von Ihnen gewählte Zugriffsstrategie entweder durch die Zugriffsstrategie
Liste vom Anfang abarbeiten
oder
Liste vom Ende abarbeiten
.
Das System ersetzt folgende Zugriffsstrategien durch die Zugriffsstrategie
Liste vom Anfang abarbeiten
:
Liste vom Anfang bis zur Eingabe abarbeiten
Liste von Eingabe vorwärts
Liste von Eingabe vorwärts, dann rückwärts
Liste ab Eingabe vorwärts, dann zyklisch
Das System ersetzt folgende Zugriffsstrategien durch die Zugriffsstrategie
Liste vom Ende abarbeiten
:
Liste vom Ende bis zur Eingabe abarbeiten
Liste von Eingabe rückwärts
Liste von Eingabe rückwärts, dann vorwärts
Liste ab Eingabe rückwärts, zyklisch
Das qualifizierte Produkt oder die qualifizierte Lokation dient der Einschränkung der Ersetzungsliste. Sie können ein Element einer Ersetzungsliste (Produkt oder Lokation) qualifizieren. Die jeweilige Ersetzungsliste wird dann bei der Kombination auf dieses Element eingeschränkt.
Es werden grundsätzlich zwei Kombinationen durchgeführt, wobei immer eine komplette Ersetzungsliste mit einer eingeschränkten Ersetzungsliste kombiniert wird. Unter einer eingeschränkten Ersetzungsliste versteht man eine Ersetzungsliste, für die ein qualifiziertes Element gepflegt ist.
Folgende Einschränkungen können Sie vornehmen:
keine Einschränkung
Standardeinstellung; die Ersetzungsliste wird nicht eingeschränkt.
Eingabe (Wunschprodukt)
Die Ersetzungsliste wird auf das Wunschprodukt eingeschränkt, d.h. sie beinhaltet nur einen Eintrag.
Anfang (erstes Produkt der Ersetzungsliste)
Die Ersetzungsliste wird auf das erste Element der Ersetzungsliste eingeschränkt, d.h. sie beinhaltet nur einen Eintrag.
Wenn Sie das Kennzeichen
Komplement
gesetzt haben, verhält sich das System folgendermaßen: die Ersetzungsliste wird um das Eingabe- oder Anfangsprodukt eingeschränkt, d. h. die Ersetzungsliste beinhaltet alle Produkte außer dem Eingabe- bzw. Anfangsprodukt.
Das gleiche gilt für die qualifizierte Lokation.
Sie legen die Reihenfolge der folgenden zwei Kombinationen fest:
Alle Produkte der Produktersetzungsliste werden mit den Lokationen aus der eingeschränkten Lokationsersetzungsliste kombiniert (Qualifizierte Lokation mit allen Produkten kombinieren).
Alle Lokationen der Lokationsersetzungsliste werden mit den Produkten aus der eingeschränkten Produktersetzungsliste kombiniert (Qualifiziertes Produkt mit allen Lokationen kombinieren).
Sie legen fest, wie die Listen kombiniert werden sollen, die durch die Kombinationsreihenfolge erzeugt wurden.
Durch die Anwendung der Kombinationsreihenfolge auf die Ersetzungslisten entstehen immer zwei geordnete Listen aus Lokationsprodukten; z. B. für die Einstellung
Lokationen in Produkte, dann Produkte in Lokationen
besteht die erste Liste aus
Lokationen in Produkte
, die zweite aus
Produkte in Lokationen
.
Vereinigungsmenge
Standardeinstellung; an die zuerst erzeugte Liste werden alle Elemente aus der zweiten Liste angehängt, die in der ersten Liste nicht enthalten sind.
Schnittmenge
Aus der zuerst erzeugten Liste werden alle Elemente entfernt, die nicht in der zweiten Liste enthalten sind.
Das Kennzeichen steuert, ob die Ergebnisliste oder das Komplement der Ergebnisliste zurückgegeben werden soll. Unter Ergebnisliste wird die Lokationsproduktliste verstanden, die nach dem Schritt
Kombination der Lokations- und Produktliste
erzeugt wurde. Wenn Sie das Kennzeichen gesetzt haben, wird das Komplement der Ergebnisliste zurückgegeben.
Die Ersetzungsstufe steuert in der Regelauswertung, wie die Sortierung aussehen soll, nachdem die PPM-Ersetzungen mit den Lokationsprodukten kombiniert worden sind.
Für jedes Lokationsprodukt alle PPM-Ersetzungsstufen
(Festwert: 01)
In der Liste der Ersetzungen werden zuerst die PPM-Ersetzungen variiert, pro Lokationsprodukt werden die PPM-Ersetzungen nach Stufe sortiert.
Für jede PPM-Ersetzungsstufe alle Lokationsprodukte
(Festwert: 02)
In der Liste der Ersetzungen wird die Stufe festgehalten und innerhalb der Stufe die Lokationsprodukt/PPM-Kombinationen variiert.
Sie legen bei gleichzeitiger Spezifikation einer Produkt- und Lokationsliste die Auswertungsreihenfolge der Prüfung fest.
Reihenfolge |
Einstellungen |
|---|---|
|
Qualifizierte Lokation mit allen Produkten kombinieren, danach qualifiziertes Produkt mit allen Lokationen kombinieren Qualifiziertes Produkt: keine Einschränkung; qualifizierte Lokation: keine Einschränkung Vereinigungsmenge kein Komplement |
|
Qualifiziertes Produkt mit allen Lokationen kombinieren, danach qualifizierte Lokation mit allen Produkten kombinieren Qualifiziertes Produkt keine Einschränkung; qualifizierte Lokation: keine Einschränkung Vereinigungsmenge kein Komplement |
|
Qualifizierte Lokation mit allen Produkten kombinieren, danach qualifiziertes Produkt mit allen Lokationen kombinieren Qualifiziertes Produkt: Eingabe (Wunschprodukt); qualifizierte Lokation: Eingabe (Wunschlokation) Vereinigungsmenge kein Komplement |
|
Qualifiziertes Produkt mit allen Lokationen kombinieren, danach qualifizierte Lokation mit allen Produkten kombinieren Qualifiziertes Produkt: Eingabe (Wunschprodukt); qualifizierte Lokation: Eingabe (Wunschlokation) Vereinigungsmenge kein Komplement |
|
Qualifizierte Lokation mit allen Produkten kombinieren, danach qualifiziertes Produkt mit allen Lokationen kombinieren qualifiziertes Produkt: keine Einschränkung; qualifizierte Lokation: Anfang (erste Lokation der Ersetzungsliste) Schnittmenge Komplement |
|
Qualifiziertes Produkt mit allen Lokationen kombinieren, danach qualifizierte Lokation mit allen Produkten kombinieren qualifiziertes Produkt: Anfang (erstes Produkt der Ersetzungsliste); qualifizierte Lokation: keine Einschränkung Schnittmenge Komplement. |
Eine grafische Darstellung der Auswertungsreihenfolge finden Sie unter Beispiel für die Auswertungsreihenfolge von Ersetzungen .
Grundsätzlich können Sie die Auswirkungen der Regelsteuerung in der Regelauswertung innerhalb der integrierten Regelpflege testen.
Um eine Regelsteuerung anzulegen, wählen Sie vom Bild SAP Easy Access aus
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→Stammdaten
→
Regelpflege
→
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→
Profile & Parameter
. Wählen Sie weiterhin im Teilbild
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die Registerkarte
mit Quick-Info Regelsteuerung pflegen
und dann
Regelsteuerung
Anlegen
.