Lokationsfindung für Komponenten, Kuppel- oder Nebenprodukte Wenn in SAP APO für eine eigengefertigte Baugruppe automatisch oder manuell ein Planauftrag für eine Baugruppe angelegt wird, löst das System den Plan einer Bezugsquelle auf. Bei der Planauflösung ermittelt das System automatisch die Lokation, in der das System den Bedarf für eine Komponente oder den Zugang für das Kuppel- oder Nebenprodukt anlegt. In dieser Lokation entnehmen Sie also bei der Auftragsabwicklung eine Komponente der Baugruppe bzw. lagern Sie ein Kuppel- oder Nebenprodukt der Baugruppe ein.
Hinweis
Den Zugang für die Baugruppe legt das System immer in der Planungslokationan, d.h. in der Lokation, in der Sie die Baugruppe planen und den Planauftrag anlegen.
Das System verwendet zur Lokationsfindung Stammdaten. Diese umfassen neben Lokationsdaten folgende Daten im Plan der Bezugsquelle:
bei einem Produktionsprozessmodell (PPM) oder einem PP/DS-Laufzeitobjekt (LZO) den Lagerort der Komponente, des Kuppel- oder Nebenprodukts
Wenn Sie Bezugsquellen aus SAP R/3 übertragen, ermittelt das System den Lagerort für eine Komponente, ein Kuppel- oder Nebenprodukt automatisch (siehe Lagerortfindung bei der Bezugsquellenübertragung nach SAP APO ). Sie können in SAP APO in den Plan eines PPMs jederzeit einen anderen Lagerort eintragen.
bei einem iPPE-Einstiegsobjekt den Produktionsversorgungsbereich (PVB), der in einem Modus einer Aktivität eingetragen ist
Hinweis
Die PVBs der Modi müssen zu einer Lokation gehören.
Wenn Sie eine Komponente aus mehreren Lokationen beschaffen können, erfolgt die Lokationsfindung also nicht „dynamisch“, d.h. abhängig von der Verfügbarkeit der Komponente in den verschiedenen Lokationen. Die Lokationsfindung ist ein „statisches“ Verfahren, dass für eine bestimmte Kombination von Lokationen mit Lagerorten oder PVBs immer zur gleichen Entnahmelokation führt.
Die abgebende Lokation für eine Komponente oder die empfangende Lokation für ein Kuppel- oder Nebenprodukt ist im Allgemeinen mit der Planungslokation identisch, in der Sie die Baugruppe planen und den Planauftrag anlegen. In folgenden Planungsszenarios kann die abgebende Lokation für eine Komponente oder die empfangende Lokation für ein Kuppel- oder Nebenprodukt aber von der Planungslokation abweichen:
Um die abgebende oder die empfangende Lokation zu ermitteln, verwendet das System das Verfahren, das im nächsten Abschnitt beschrieben ist.
Das Verfahren wertet folgende Lokationen aus:
Produktionslokation
Wenn in der Bezugsquelle keine Produktionslokation eingetragen ist, dann sind Produktionslokation und Planungslokation identisch.
Bei der
Produktion in einer anderen Lokation
ist in der Bezugsquelle eine Produktionslokation eingetragen, die von der Planungslokation abweicht.
Werkslokation, zu der die Produktionslokation gehört
Wenn die Produktionslokation ein Lagerort-Dispobereich ist, ist die Werkslokation im Lokationsstamm des Lagerort-Dispobereichs eingetragen.
Andernfalls sind Werkslokation und Produktionslokation identisch.
Anhand dieser Lokationen, dem Lagerort oder dem PVB bestimmt das System nach dem folgenden Verfahren für eine Komponente die Entnahmelokation. Die Bestimmung der empfangenden Lokation für ein Kuppel- oder Nebenprodukt erfolgt analog.
Im Plan ist für die Komponente oder den Modus kein Lagerort bzw. PVB eingetragen.
Wenn die Komponente in der Produktionslokation angelegt ist, ist die Produktionslokation die Entnahmelokation.
Wenn die Komponente in der Produktionslokation nicht angelegt ist, die Produktionslokation aber ein Lagerort-Dispobereich und die Komponente in der Werkslokation angelegt ist, dann ist die Werkslokation die Entnahmelokation.
Im Plan ist für die Komponente oder den Modus ein Lagerort bzw. PVB eingetragen.
Wenn es für die Kombination aus Werkslokation und Lagerort bzw. PVB einen Lagerort-Dispobereich gibt und die Komponente in diesem Lagerort-Dispobereich angelegt ist, dann ist dieser Lagerort-Dispobereich die Entnahmelokation.
Wenn es für die Kombination aus Werkslokation und Lagerort bzw. PVB einen Lagerort-Dispobereich gibt, die Komponente aber in diesem Lagerort-Dispobereich nicht angelegt ist, ist die Werkslokation Entnahmelokation.
Wenn für die Kombination aus Werkslokation und Lagerort bzw. PVB keinen Lagerort-Dispobereich gibt und die Komponente in der Werkslokation angelegt ist, ist die Werkslokation die Entnahmelokation.
In allen anderen Fällen legt das System im Planauftrag für die Komponente keinen Sekundärbedarf an.
Hinweis
Wenn das System einen Lagerort-Dispobereich ermittelt hat, ordnet es den Bedarf für eine Komponente oder den Zugang für ein Kuppel- oder Nebenprodukt automatisch dem führenden Lagerort des Lagerort-Dispobereichs zu.