Planungsheuristiken in der Serienfertigung (REM-Heuristiken) Heuristikendienen zur Lösung bestimmter Probleme im Rahmen der Produktions- und Feinplanung.
Für die Planung der Produktion in der Serienfertigung werden von SAP zwei Basisheuristiken (REM-Heuristiken; REM = Repetitive Manufacturing) angeboten. Sie können die Einstellungen zu diesen Heuristiken im Customizing ändern oder auch diese Basisheuristiken als Kopiervorlage für die Programmierung von Heuristiken mit eigenem Algorithmus verwenden (siehe Aufbau der REM-Heuristiken , REM-Heuristiken mit eigenem Algorithmus anlegen ).
Die von SAP ausgelieferten REM-Heuristiken eignen sich insbesondere für die Planung von nicht konfigurierbaren Produkten , die auf einfach ausgelegten Linien (Beispiel: Abfüllanlagen) produziert werden sollen. Mit diesen Heuristiken können Sie mehrere Ressourcen (bei Serienfertigung mit PPM) bzw. Linien (bei Serienfertigung mit iPPE: Ressourcen vom Typ Linie) simultan beplanen. Dabei können Sie berücksichtigen, daß Produkte auf alternativen Ressourcen (Linien) gefertigt werden können, und im Rahmen der finiten Planung die Ressourcen (Linien) wie gewünscht auslasten.
Hinweis
Für die Planung von konfigurierbaren Produkten steht z.B. ein gesonderter Planungslauf innerhalb der Modell-Mix-Planung mit spezieller Heuristik zur Verfügung. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Modell-Mix-Planungslauf .
Sie können die REM-Heuristiken in folgenden Szenarien verwenden:
Die Heuristiken sind dabei sowohl in der interaktiven als auch in der Hintergrundplanung einsetzbar.
Die Produkte, die Sie planen wollen, sind nicht konfigurierbar.
Der Aufbau Ihrer Serienfertigung ist möglichst einfach (Beispiel: Abfüllanlagen) und sieht nur einen Vorgang pro Ressource vor. Wenn es mehrere Vorgänge auf einer Ressource gibt, nimmt das System den letzten Vorgang als Basis für die Terminierung.
Achtung
Komplexe iPPE-Liniennetze können mit den vorliegenden REM-Heuristiken nicht beplant werden. Bei Liniennetzen, die aus mehreren Linien bestehen, beplant das System grundsätzlich die letzte Linie.
Die Produkte, die Sie innerhalb eines Planungslaufs mit einer bestimmten REM-Heuristik beplanen wollen, liegen auf derselben Dispositionsstufe, und Sie planen die Stücklistenstruktur von oben nach unten sequentiell durch.
Hinweis
Sie können Enderzeugnisse und abhängige Baugruppen nicht gleichzeitig beplanen. Wenn Sie die Enderzeugnisse beplanen, können die Sekundärbedarfe für die Baugruppen erst in einem nachgeschalteten Heuristiklauf berücksichtigt werden.
Sie haben die erforderlichen Stammdaten gepflegt.
Im SAP-Lieferumfang sind folgende REM-Heuristiken enthalten:
Heuristik Multiressourcenplanung (gleichmäßig) (SAP_REM_001)
Bei dieser Heuristik werden die Ressourcen möglichst gleichmäßig ausgelastet.
Heuristik Multiressourcenplanung (Primärressource) (SAP_REM_002)
Bei dieser Heuristik werden Ressourcen, die als bevorzugte Ressource definiert sind, zuerst ausgelastet. Erst wenn diese Ressourcen ausgelastet sind, werden die Planaufträge auf die alternativen Ressourcen verschoben.
Beide SAP-REM-Heuristiken führen zunächst die Nettobedarfsrechnung durch, berechnen anschließend die Losgrößen gemäß den Einstellungen im Produktstamm und erzeugen schließlich für die vorhandenen Bedarfe terminierte APO-Planaufträge unter Berücksichtigung der pro Periode zur Verfügung stehenden freien Ressourcenkapazitäten. Die Perioden können, je nach Einstellung, Tages-, Wochen- oder Monatsperioden sein; auch benutzerdefinierte Periodenraster sind möglich.
Um die Bedarfsmengen und -termine der erforderlichen Komponenten zu ermitteln, führen die REM-Heuristiken anschließend eine einstufige Einzelauflösung der iPPE-Daten oder des Produktionsprozeßmodells durch und ermitteln so die Sekundärbedarfe auf der direkt untergeordneten Stücklistenstufe.
Hinweis
Die Heuristiken arbeiten ausschließlich mit festen Rüstzeiten und berücksichtigen reihenfolgeabhängiges Rüsten, wie es in der Rüstmatrix des Produktionsprozeßmodells hinterlegt ist, nicht.
Sie können den Planungslauf mit REM-Heuristiken in folgenden Anwendungen starten:
In der
Produktplantafel
: Wählen Sie die zu beplanenden Ressourcen aus, blenden Sie die Sicht
Heuristiken
ein (bzw. wählen Sie
), wählen Sie die gewünschte Heuristik aus, nehmen Sie ggf. noch Einstellungen zur Heuristik vor, und starten Sie den Planungslauf mit Heuristik.
Im Produktionsplanungslauf : Geben Sie jeweils zu beplanenden Ressourcen (Linien) und Produkte im Propagierungsbereich ein, geben Sie die Heuristik an und wählen Sie als zu planende Objekte Ressourcen aus. Sichern Sie Ihre Angaben in einer Variante, und planen Sie die Variante wie gewünscht periodisch ein. Der Planungslauf wird dann automatisch als periodischer Hintergrundjob gestartet.
In anderen Anwendungen der interaktiven Planung (Feinplanungsplantafel, Produktsicht)
Siehe auch: