
In diesem Abschnitt stellen wir Ihnen das allgemeine Modellierungskonzept vor, an dem sich das Design von Process-Integration-Szenarien im Enterprise Services Builder orientiert.
An einem Process-Integration-Szenario (= kollaborativer Prozess) sind mehrere logische Teilnehmer beteiligt. Diese Teilnehmer werden durch Anwendungskomponenten dargestellt.
Innerhalb der einzelnen Anwendungskomponenten laufen lokale (private) Prozesse ab.
Im Process-Integration-Szenario müssen die Teile des lokalen Prozesses abgebildet werden, die im Gesamtprozess öffentlich sichtbar sind (d.h. von anderen Teilnehmern gesehen bzw. verwendet werden).
Alle anderen Teile des lokalen Prozesses sind private Teile der Anwendungskomponente. Sie werden nur dann im Process-Integration-Szenario abgebildet, wenn dies für das Verständnis unbedingt nötig ist.
Zur Abbildung der lokalen Prozesse dienen Actions (= in der Anwendungskomponente ablaufende Funktionen) und Sequences.
Im Process-Integration-Szenario werden zusätzlich die Interaktions- und Synchronisationspunkte zwischen den einzelnen Anwendungskomponenten abgebildet. Man spricht dabei auch von einem globalen Modell.
Dazu muss das Process-Integration-Szenario alle Kommunikationsschritte enthalten, die im Prozess potenziell auftreten können.
Kommunikationsschritte werden durch Verbindungen zwischen Actions verschiedener Anwendungskomponenten dargestellt.
Synchrone Kommunikation wird durch einen horizontalen Doppelpfeil dargestellt. Beide Actions befinden sich dabei in der Grafik auf der gleichen Ebene.
Asynchrone Kommunikation wird durch einen Pfeil dargestellt, der versetzt nach unten führt. Die Folge-Action liegt dabei auf einer tieferen Ebene als die Quell-Action.
Die Anordnung der Actions und Verbindungen in vertikaler Richtung (von oben nach unten) implizieren eine logische Reihenfolge zwischen den Schritten. Dies ist vergleichbar mit den UML Sequence Diagrams.
Das den Process-Integration-Szenarien zugrundeliegende Metamodell ist konform zur Beschreibung mit BPEL4WS. Dies erlaubt, auf einfache Weise aus einem Process-Integration-Szenario korrekte BPEL4WS -Dokumente zu erstellen, die den Prozess beschreiben.
Die Modellierung Ihrer Process-Integration-Szenarien muss den hier dargestellten Modellierungsgrundsätzen folgen. In den weiteren Abschnitten zur Modellierung finden Sie detaillierte Hinweise zur Modellierung der einzelnen Objekte innerhalb eines Process-Integration-Szenarios.