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 FIFO-Verfahren

Verwendung

Beim FIFO-Verfahren (FIFO steht für First in first out ) verrechnet die Standardnettobedarfsrechnung Bedarfe in zeitlicher Reihenfolge mit Beständen und fixierten Zugängen. Zuerst wird also der früheste Bedarf mit den frühesten Beständen und fixierten Zugängen verrechnet, unabhängig davon, ob der Bedarfstermin vor oder nach den Verfügbarkeitsterminen liegt. Dann kommen der nächste Bedarf und die nächsten Bestände und Zugänge an die Reihe usw.

Zugänge des Supply Network Planning (SNP), die nach dem PP/DS-Horizont liegen, spielen eine Sonderrolle. Diese für die Produktions- und Feinplanung (PP/DS) ebenfalls fixierten Zugänge verrechnet das System beim FIFO-Verfahren nur mit Bedarfen, die nach dem PP/DS-Horizont liegen.

Hinweis Hinweis

Das FIFO-Verfahren entspricht der Nettobedarfsrechnung bei der plangesteuerten Disposition im SAP R/3.

Ende des Hinweises

Voraussetzungen

Damit Sie das FIFO-Verfahren sinnvoll verwenden können, sollte Ihr Planungsszenario folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Fixierte Zugänge sollten vor nicht fixierten Zugängen liegen.

    Fixierte Zugänge sind i.Allg. Zugänge, die zeitlich näher an der Ausführung stehen (z.B. Aufträge im Fixierungshorizont) oder die sich bereits in der Ausführung befinden (z.B. freigegebene Produktionsaufträge). Diese Zugänge sollten daher als erstes verbraucht werden. Die Nettobedarfsrechnung berücksichtigt sie daher als erstes.

  • Zugänge sollten ausgehend vom Planungszeitpunkt lückenlos über einen bestimmten Zeitraum fixiert sein (z.B. durch den Fixierungshorizont).

    Dadurch erreichen Sie, dass die Zugangs-Bedarfszuordnung im Kurzfristbereich auch bei Planänderungen weitgehend erhalten bleiben, die Planung also relativ stabil bleibt.

    Beispiel Beispiel

    Dieses Beispiel beschreibt, wie sich eine Nichtberücksichtigung dieser Empfehlungen auswirken kann. Zum Termin t1 gibt es einen Bedarf B1 und zum späteren Termin t2 einen Bedarf B2. Sie planen mit exakter Losgröße. Die Beschaffungsplanung hat bereits für jeden Bedarf einen passenden rechtzeitigen Zugang (Z1 und Z2) angelegt. Jetzt fixieren Sie den Zugang Z2. Beim nächsten Planungslauf verrechnet die Standardnettobedarfsrechnung den Bedarf B1 mit dem fixierten Zugang Z2. Da der Zugang Z1 nicht fixiert ist, berücksichtigt die Nettobedarfsrechnung den Zugang nicht. Der Bedarf B2 ist also nicht gedeckt und die Heuristik muss einen neuen Zugang Z3 anlegen. Im Ergebnis gibt es zum Termin t2 zwei Zugangselemente, Z1 und Z3, und der Bedarf B1 ist durch den verspäteten Zugang Z2 gedeckt. Das System stellt den Überschuss und die Verspätung durch Pegging fest und erzeugt entsprechende Alerts.

    Ende des Beispiels.