DisaggregationDieser Prozess beschreibt, wie das System Prognoseergebnisse auf alle Unterlokationen einer Distributionsstruktur (BOD) disaggregiert. Das System berechnet die Prognose auf der Basis der aggregierten Absatzhistorie, d. h. auf der Ebene der Eingangslokation. Die Disaggregation basiert auf einer Auswahl von Lokationsprodukten, die BODs zugeordnet sind. Das System verteilt die Prognoseergebnisse der Eingangslokation für die ausgewählten Lokationsprodukte entlang den Hierarchiestufen der BOD. Nach welchen Verhältnissen das System den prognostizierten Bedarf auf die Unterlokationen verteilt, bestimmt es auf der Basis des Ergebnisses für das Lokationsprodukt für jede Prognoseperiode neu.
Sie haben im Customizing des Advanced Planning and Optimization
unter in der IMG-Aktivität Prognoseserviceprofil definieren
ein Serviceprofil für die Prognosedisaggregation angelegt.
Hinweis
Wenn Sie mit der Prognose nach Leitindikator arbeiten und möchten, dass das System auch diese Prognoseergebnisse disaggregiert, haben Sie im Serviceprofil für die Prognosedisaggregation das Kennzeichen Leitindikator berücksichtigen
gesetzt.
Sie haben im Customizing der SCM Basis
unter Planungsservice-Manager
in der IMG-Aktivität Planungsprofil definieren
ein Planungsprofil für den Prognosedisaggregationsservice angelegt.
Weitere Informationen finden Sie unter Nutzung des Planungsservice-Managers für die Ersatzteilplanung und unter PSM-Services für die Prognose.
Wenn Sie die Prognosedisaggregation als Planungsservice im Planungsservice-Manager (PSM) eingeplant haben, oder wenn Sie vom Bild SAP Easy Access
aus unter die interaktive Prognose gesichert haben, führt das System die Disaggregation folgendermaßen durch:
Der Disaggregationsplanungsservice bestimmt zuerst die Anfangslokationen, d. h. die Lokationen auf der obersten Ebene der BOD. Normalerweise sind Anfangslokationen Eingangslokationen, nach manuellen Änderungen in der interaktiven Prognose kann der Disaggregationsservice jedoch auch bei anderen Lokationen und Ebenen der BOD beginnen.
Das System disaggregiert die Prognoseergebnisse von den Anfangslokationen auf alle Ebenen der BOD bis zu den Standardlieferlokationen auf der untersten Ebene der BOD. Das heißt, das System disaggregiert die Quellkennzahlen (QKZ) entsprechend der Basiskennzahlen (BKZ) auf die Zielkennzahlen (ZKZ).
Quell-, Basis- und Zielkennzahlen sind Kennzahlen der Zeitreihe Prognosedaten
. Diese Zeitreihe können Sie im Customizing des Advanced Planning and Optimization
unter in der IMG-Aktivität Prognoseserviceprofil definieren
unter dem Menüpunkt Allgemeine Daten
definieren. Die Quell-, Basis- und Zielkennzahlen können Sie unter dem Menüpunkt Disaggregation Kennzahlen
definieren.
Die Anzahl der Prognoseperioden, die im Prognoseprofil der Anfangslokation definiert ist, ist gleich der Anzahl der Perioden, die das System disaggregiert.
Die Prognosewerte, die das System an die jeweiligen Unterlokationen disaggregiert und die Verhältniszahlen der Disaggregation bestimmt das System nach den Quell- und Basiskennzahlen. Die Quellkennzahl ist das aggregierte Prognoseergebnis der Anfangslokation. Die Basiskennzahlen bestimmen das Disaggregationsverhältnis. Mit diesen beiden Werten berechnet das System für jede Unterlokation Zielkennzahlen. Diese bestimmen die jeweiligen Prognoseergebnisse für jede Unterlokation.
Das System berechnet Zielkennzahlen nach folgender Formel:

Die berechneten Zielkennzahlen sind jeweils die Quellkennzahlen für die Disaggregation auf die nächste Ebene.
Virtuelle Unterlokationen behandelt das System wie andere Unterlokationen, d. h. es berücksichtigt sie bei der Disaggregation abhängig von ihrem Basiswert.

In diesem Beispiel disaggregiert das System Prognosewerte entlang einer dreistufigen BOD. Diese besteht aus der Eingangslokation Morton, den Lokationen Los Angeles und Kansas auf der zweiten Ebene und den Lokationen San Francisco, San Diego, Denver und St. Louis als Standardlieferlokationen auf der dritten Ebene.
Die zu disaggregierende Quellkennzahl der Eingangslokation ist 1000.
Die Berechnung der Zielkennzahlen für Kansas führt das System nun folgendermaßen durch:

Das System multipliziert die Quellkennzahl von Morton mit der Basiskennzahl von Kansas geteilt durch die Summe der Basiskennzahlen von Kansas und Los Angeles.