Taktterminierung Diese Terminierungsart setzen Sie speziell für die Terminierung von Fertigungslinien ein. Bei der Taktterminierung berechnet das System die Durchlaufzeit eines Auftrags nicht aus den Zeitdauern der Linienaktivitäten, sondern indem es die Anzahl der Takte mit der Taktzeit multipliziert. Die Taktzeit ist dabei der Kehrwert der Rate.
Diese Terminierungsart ermöglicht die Einplanung eines hohen Auftragsvolumens, da das System nicht die Zeitdauern aus dem Arbeitsplan ermittelt muß, sondern nur die Kapazitätsbedarfe für die Linienressource erzeugt.

Bei der Fließ- und Serienfertigung verweilen die Materialien jeweils für die definierte Taktzeit in einem Takt der Linie, um dort bearbeitet zu werden. Die Durchführungszeiten, die aus dem Arbeitsplan ermittelt werden, können von dieser Taktzeit abweichen. Daher liefert die Taktterminierung für die getaktete Fließfertigung ein genaueres Ergebnis als die Durchlaufterminierung.
Integration
Die Taktterminierung wird ausschließlich im APO-System durchgeführt. Das APO-System verwendet dafür die folgenden Stammdaten aus dem iPPE-Liniendesign und der Linienressource:
die Einsatzzeit der Linie, die Sie mit Hilfe der Linienressource definieren.
die Anzahl der Takte (Bearbeitungsstationen), die ein Material auf der Fertigungslinie durchlaufen muß. Dazu ermittelt das System den längsten (kritischen) Pfad durch die Linienstruktur, die Sie für linear verkettete Linien angelegt haben. Bei Liniennetzen mit Alternativliniengruppen bestimmt das System mit Hilfe von Teilliniennetzen den Durchlaufpfad für das zu planende Produkt. Siehe auch: Anlegen einer Linienstruktur für ein Liniennetz mit Alternativen und Teilliniennetz anlegen .
die Basisrate und die zum Stichtag gültige Produktionsrate, deren Kehrwerte die Taktzeiten bestimmen. Diese Raten definieren Sie für die Linienressourcen im APO, die bei der Übertragung der Linien in den APO generiert wurden.
die produktabhängigen Raten, die das System als Faktor relativ zur Basisrate abspeichert. Die Taktterminierung multipliziert dann diesen Faktor jeweils mit der gültigen Produktionsrate der Periode und übersteuert damit die Produktionsrate bei der Terminierung. Diese Rate definieren Sie in einer Angebotsvariante, die Sie für die Linienresspuce angelegt haben.
Funktionsumfang
Bei der Taktterminierung multipliziert das System die Taktanzahl des längsten Pfades durch die Linie mit der Taktzeit. Die Taktzeit ergibt sich aus der Produktionsrate, wenn Sie für die aktuelle Periode eine gültige Produktionsrate angegeben haben. Ansonsten verwendet das System die Basisrate der Linie.
Da das System den längsten Pfad durch die Linie ermittelt, werden auch eventuelle Zuführungslinien terminiert.
Das System ermittelt die Einsatzzeit der Linie aus der Linienressource und berücksichtigt Schichtmodelle und Pausenzeiten. Wenn Sie mehrere Linien zu einem Liniennetz zusammengefaßt haben, berücksichtigt das System auch unterschiedliche Einsatzzeiten der einzelnen Linien.
Sie können zwei Verfahren bei der Taktterminierung einsetzen:
Wenn Sie die Geschwindigkeit der Fertigungslinie an die Beschäftigung anpassen, nutzen Sie die ratenabhängige Taktzeit .
Wenn Sie die Geschwindigkeit der Fertigungslinie über die Zeit konstant lassen, können Sie die ratenunabhängige Taktzeit verwenden.

Beachten Sie, daß der Leistungsgrad, den Sie in der Linienressource angeben können, eine ähnliche Wirkung hat wie die Produktionsrate. Aus der Produktionsrate berechnet das System relativ zur Basisrate einen prozentualen Faktor, den es bei der Terminierung mit der Basisrate multipliziert. Genau dieselbe Funktion hat auch der Leistungsgrad. Wenn Sie also eine Produktionsrate angeben und zusätzlich den Leistungsgrad der Linie verändern, wirken diese beiden Parameter multiplikativ.

Wenn die Basisrate 100St/h, die Produktionsrate 80St/h und der Leistungsgrad 80% ist, terminiert das System mit 64St/h.
Das folgende Beispiel zeigt, wie die Durchlaufterminierung über den Arbeitsplan ein falsches Ergebnis liefern würde. Die Taktterminierung, die die Taktzeit mit der Anzahl Takte multipliziert, liefert dagegen ein richtiges Ergebnis.
