Sperren von Bewegungsdaten
Wenn ein Planer Bewegungsdaten im Änderungsmodus anfordert, sperrt das System die angeforderten Daten exklusiv für diesen Benutzer. BW-BPS nutzt dafür den SAP-Sperrserver, verwendet ihn aber auf eine spezielle Weise, um auch multidimensionale Daten mithilfe von Selektionstabellen sperren zu können. Dieses Sperrkonzept soll im folgenden näher erläutert werden.
Das Anlegen von Sperren ist unabhängig von bestehenden Bewegungsdaten. Das System sperrt genau diejenigen Daten, die durch die Selektion des Planungspaketes und gegebenenfalls des Planungslayouts beschrieben werden (siehe unten den Abschnitt „Beispiele“).
Die zu sperrenden Daten werden durch eine Selektionstabelle beschrieben. Die Selektionstabelle wird aus dem Planungspaket und gegebenenfalls zusätzlich mit Selektionen aus dem Planungslayout aufgebaut. Jedes Merkmal, welches nicht in der Planungsebene vorkommt, wird daher generisch gesperrt, denn über dieses Merkmal wird verdichtet. Die Selektionstabelle enthält die Selektion für die Merkmale der Planungsebene: Dies sind Einzelwerte oder Intervalle von Merkmalswerten; die Selektion kann für ein Merkmal aber auch nicht eingeschränkt sein. Es gelten folgende Regeln:
● Wenn in der Planungsebene, in den Parametergruppen von Funktionen oder im Planungslayout Variablen enthalten sind, werden diese für die Ermittlung der Selektion ersetzt.
Die Ersetzung einer Variablen führt immer zu einer (eventuell leeren) Menge von Einzelwerten oder Intervallen. Beachten Sie im Customizing, dass für Variablen vom Typ Hierarchieknoten, Attribut und Berechtigung die Ersetzung von Variablen zu einer sehr großen Zahl von Merkmalswerten führen kann:
○ Hierarchieknoten: Das System ermittelt alle Merkmalswerte der Blätter des selektierten Teilbaumes für das Hierarchiebasismerkmal und stellt diese in die Selektion.
○ Attribut: Das System liest alle Merkmalswerte zur Attribut-Selektion und stellt diese in die Selektion.
○ Berechtigung: Das System bestimmt die berechtigten Merkmalswerte. Diese werden einzeln in die Selektionstabelle aufgenommen.
● In der manuellen Planung wird die Selektion der Merkmale im Kopfbereich aus dem Planungspaket entnommen. Dies gilt auch für die Merkmale in den Schlüsselspalten, sofern die Zeilen in der Schlüsselspalte nicht einzeln definiert sind.
Für Datenspalten und einzeln definierte Zeilen im Planungslayout (ebenso auch für Vergleichszeilen oder -spalten) kommt die Selektion aus dem Planungslayout.
● Die in der manuellen Planung oder in einer Planungsfunktion verwendeten Kennzahlen sind ebenfalls für die Sperren relevant: Die Kennzahlen werden dabei als Merkmalswerte zum Merkmal '_BKENNZAHL' aufgefasst.
BW-BPS nutzt die Sperrverwaltung der BI Integrierten Planung.
Je nach der Anzahl der parallelen Planungsbenutzer und der durch die Modellierung bedingten Komplexität der Sperranfragen können verschiedene Technologien zur Verwaltung der Sperrtabelle verwendet werden:
● Shared Object Memory eines Applikationsservers (Standardeinstellung): bessere Performance als Sperrserver .
● Sperrserver (bisherige Implementierung im BPS): besonders für kleine und mittlere Installationen geeignet. Diese Option verlangt den geringsten Administrationsaufwand.
● SAP liveCache: geeignet für sehr große Installationen. Hierzu muss ein SAP liveCache Server installiert und angeschlossen werden.

Verwenden Sie den SAP liveCache im BW-Sperrserver (siehe SAP-Hinweis 816730) nur dann, wenn Sie vom Support oder von der Entwicklung der SAP ausdrücklich dazu aufgefordert wurden. In der Regel ist die wesentlich einfacher zu aktivierende Shared Memory Lösung ausreichend.
Auf dem Bild Sperreinstellungen Planung (Transaktionscode RSPLSE) können Sie sämtliche Einstellungen des Sperrservers für die Planung durchführen. Außerdem ist auf der Registerkarte Sperren ein Monitoring der aktuellen Sperreinträge möglich.
Weitere Informationen finden Sie in der Transaktions RSPLSE bzw. im Einführungsleitfaden unter SAP NetWeaver → Business Intelligence → BI Integrierte Planung → Einstellungen zur Sperrverwaltung.

Weitere Informationen finden Sie unter Customizing mit Rücksicht auf das Sperrkonzept.
Die folgenden Beispiele sollen die Regeln für das Sperren von Bewegungsdaten veranschaulichen.
Grundlage seien die Beispieldaten der folgenden Tabelle:
Beispieldaten
Jahr |
Kundengruppe |
Kunde |
Erlös |
Kosten |
2004 |
IT |
SAP |
1000 |
500 |
2004 |
IT |
IBM |
2000 |
1000 |
2004 |
CARS |
BMW |
3000 |
2000 |
2004 |
CARS |
VW |
4000 |
3000 |
In der Definition der Planungsebene wurde festgelegt:
Merkmal: Kennzahl:
Jahr = 2004 Erlös
Das Ergebnis würde folgendermaßen aussehen:
Ergebnistabelle für Beispiel 1
Jahr |
Erlös |
2004 |
10000 |
Das System hat die Kennzahl Erlös für alle vier Sätze gesperrt (blauer Bereich in der Beispieldaten-Tabelle), da alle Sätze für die Ermittlung des Gesamtwertes benötigt werden. Jede Änderung in einem der Datensätze würde zu einer Änderung des Gesamtwertes führen. Daher darf ein Datensatz nicht gleichzeitig von einem anderen Benutzer verwendet werden.
In der Definition der Planungsebene wurde Folgendes festgelegt:
Merkmal: Kennzahl:
Kundengruppe = CARS Kosten
Das Ergebnis würde folgendermaßen aussehen:
Ergebnistabelle für Beispiel 2
Kundengruppe |
Kosten |
CARS |
5000 |
Das System hat die Kennzahl Kosten für die zwei Sätze zur Kundengruppe „CARS“ gesperrt, da diese Sätze für die Ermittlung des Gesamtwertes benötigt werden. Jede Änderung in einem der Datensätze würde zu einer Änderung der Gesamtsumme führen und darf daher nicht gleichzeitig von einem anderen Benutzer verwendet werden.
In den angeführten Beispielen stimmen die Selektionskriterien und die bestehenden Sätze überein. Da dies in der Regel nicht der Fall ist (z. B. sind keine Bewegungsdaten verfügbar), legt das System die Sperren auf der Grundlage der Selektionskriterien an. Damit sind auch diejenigen Sätze gesperrt, die während der Planung neu angelegt werden. Das System stellt hierdurch sicher, dass jeder Benutzer in einem genau spezifizierten Bereich Bewegungsdaten ändern und anlegen kann.