Rüstmatrix Matrix, die zu jedem möglichen Rüstübergangan einer Single-Ressourcedie Rüstzeiten und die Rüstkosten enthält, die erforderlich sind, um die Ressource durch Rüsten von einem Rüstzustandin einen anderen Rüstzustand zu bringen.
Mit einer Rüstmatrix können Sie für eine Single-Ressource reihenfolgeabhängige Rüstzeiten und Rüstkosten modellieren. Anhand der Rüstmatrix kann das System
bei der Feinplanung automatisch die richtige Rüstzeit ermitteln
bei der Optimierung rüstzeit- oder rüstkostenoptimale Vorgangsreihenfolgen ermitteln
bei der Kampagnenoptimierung das Produktionsprozessmodell für das Anlegen eines Rüst- und Reinigungsauftrags ermitteln
Hinweis
Die Ermittlung von reihenfolgeabhängigen Rüstzeiten und die Rüstoptimierung können nur für Single-Ressourcen eingesetzt werden, die in den Modi der Produktionsprozessmodelle ausschließlich als Primärressource verwendet werden.
Eine Rüstmatrix ist nur für eine bestimmte Lokation gültig.
Es werden zwei Formen von Rüstmatrizen angeboten:
Klassische Rüstmatrix
Diese Rüstmatrix besteht aus Rüstgruppen, die Sie im angeschlossenen ERP-System anlegen und nach SAP APO übertragen.
Generierte Rüstmatrix
Diese Form der Rüstmatrix wird vom System automatisch entsprechend der Regeln angelegt, die Sie vorgeben. Dabei bilden die Rüstmatrizen für Merkmalswerte die Grundlage für eine generierte Rüstmatrix, denn aus diesen Rüstmatrizen werden die Rüstgruppen sowie die eigentliche Rüstmatrix generiert. Das System ermittelt dann bei der Auftragsauflösung die relevanten Rüstgruppen.
Sie müssen sich vor der Planung der Produkte für eine der beiden Formen entscheiden. Wenn Sie sich für die generierten Rüstmatrizen auf Basis von Merkmalen entscheiden, dann dürfen Sie im angeschlossenen R/3- bzw. ERP-System den Vorgängen keine Rüstgruppen zuordnen, da sonst bei der Übertagung des Auftrages die von SAP APO generierten Rüstgruppen wieder überschrieben werden.
Ein Rüstzustand wird in der Rüstmatrix entweder durch eine Rüstgruppe oder durch einen Rüstschlüssel definiert. Folgende Typen von Rüstübergängen sind möglich:
Standardrüstübergänge
Hier charakterisieren Sie sowohl den Vorgänger- als auch den Nachfolgerrüstzustand im Rüstübergang durch eine Rüstgruppe.
Ausnahmerüstübergänge
Hier charakterisieren Sie mindestens einen der Rüstzustände durch einen Rüstschlüssel.
Einen Ausnahmerüstübergang können Sie nur als Ausnahme zu einem Standardrüstübergang in der Rüstmatrix definieren. Die Rüstgruppen dieses Standardrüstübergangs müssen die Rüstschlüssel des Ausnahmerüstübergangs enthalten.
Rüstübergänge ohne Wechsel des Rüstschlüssels
Diesen Rüstübergangstyp verwenden Sie, um den Übergang zwischen zwei Rüstzuständen abzubilden, bei dem sich der Rüstschlüssel nicht ändert. Dies ist immer dann der Fall, wenn z.B. nach einem Auftrag für Produkt A ein weiterer Auftrag für Produkt A gefertigt werden soll und dadurch kein Umrüsten erforderlich ist.
Einen Rüstübergang dieses Typs können Sie in der Rüstmatrix nur anlegen, wenn Sie bereits einen Standardrüstübergang zu dieser Rüstgruppe definiert haben, die die betroffenen Rüstschlüssel enthält.
Rüstgruppen und Rüstschlüssel sind wie die Rüstmatrix nur für eine bestimmte Lokation gültig.
Die Rüstmatrix muss alle Rüstübergänge enthalten, die an der Ressource auftreten können. Sie müssen aber nicht jeden Rüstübergang explizit definieren. Mit dem Platzhalterzeichen Stern (*), den Sie in einem Rüstübergang anstelle einer Rüstgruppe angeben, können Sie in der Rüstmatrix generische Rüstübergänge definieren . Der Platzhalter * ersetzt allerdings nur die Rüstgruppen, die Sie in der Rüstmatrix auch explizit zur Definition von Rüstübergängen verwenden, nicht alle Rüstgruppen, die Sie für die Lokation definiert haben.
Beispiel
Sie haben in der Rüstmatrix mit den Rüstgruppen A, B, C und dem Rüstschlüssel a folgende Rüstübergänge definiert: AB, AC, Aa.
Mit einem Rüstübergang ** in der Rüstmatrix decken Sie folgende Rüstübergänge ab: AA, BA, BB, BC, CA, CB, CC. Dies sind die fehlenden Kombinationen der in der Rüstmatrix explizit verwendeten Rüstgruppen. Wenn Sie in der Lokation zusätzlich die Rüstgruppen D, E und F definiert haben, sind Rüstübergänge mit diesen Rüstgruppen nicht durch den generischen Rüstübergang ** abgedeckt: Sie haben in der Rüstmatrix ja nur die Rüstgruppen A, B und C explizit verwendet.
Indem Sie einen Rüstübergang *a angeben, decken Sie folgende Rüstübergänge ab: Ba, Ca. Dies sind die fehlenden Übergänge von den in der Rüstmatrix explizit verwendeten Rüstgruppen nach Rüstschlüssel a.
Es kann vorkommen, dass der Rüstzustand der Ressource zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie einen Vorgang einplanen, nicht definiert ist. Dieser Fall tritt z.B. in der Feinplanungsplantafel auf, wenn Sie einen Vorgang so umplanen, dass er der erste Vorgang in der Ressourcenbelegung ist. Am Beginn der Belegung ist für das System der Rüstzustand der Ressource nicht definiert, da an der Ressource noch kein Vorgang bearbeitet wurde. Für diese Fälle können Sie in der Rüstmatrix Rüstübergänge zwischen einem initialen Rüstzustand der Ressource und den möglichen Rüstzuständen eintragen. Solche Übergänge definieren Sie, indem Sie für den Vorgängerrüstzustand keine Rüstgruppe und keinen Rüstschlüssel angeben.
Empfehlung
Aus Performance-Gründen ist es empfehlenswert, möglichst kleine Rüstmatrizen mit wenigen Rüstübergängen zu definieren. Daher sollten Sie
die Klassifizierung der Rüstzustände durch Rüstgruppen und Rüstschlüssel nur so detailliert wie nötig vornehmen
so wenig wie möglich Ausnahmerüstübergänge verwenden
Mit Hilfe folgender Reports können Sie diese Objekte von einem APO-System in ein anderes APO-System übertragen:
Report |
Übertragung von |
|---|---|
/SAPAPO/SETUP_GROUP_COPY |
Rüstgruppen und Rüstschlüsseln |
/SAPAPO/SETUP_MATRIX_COPY |
Rüstmatrizen |
Voraussetzung für einen erfolgreichen Transfer ist, dass die Lokationen, für die diese Objekte angelegt wurden, im Zielsystem vorhanden sind. Entsprechendes gilt für die Plannummern, die Sie in Rüstmatrizen für Kampagnen angeben können. Auch diese Plannummern müssen im Zielsystem existieren. Das Zielsystem definieren Sie durch Angabe der RFC-Destination des Systems.
Beispiel für Standardrüstübergang
Sie haben die Produkte A, B, C zur Produktgruppe 1 und die Produkte D, E, F, zur Produktgruppe 2 zusammengefasst. Das Umrüsten bei einem Produktgruppenwechsel von Produktgruppe 1 auf 2 dauert 5Stunden. Das Umrüsten von Produktgruppe 2 auf 1 dauert 6 Stunden.
Um dieses Umrüsten in der Rüstmatrix zu definieren, legen Sie eine Standardrüstübergang von Rüstgruppe RG1 auf Rüstgruppe RG2 mit Rüstzeit 5 h an und einen weiteren Standardrüstübergang von RG2 auf RG1 mit 6 h Rüstzeit.
Beispiel für Ausnahmerüstübergang
Zum Standardrüstübergang Umrüsten von RG 1 auf RG 2, die 5 Stunden dauert, gibt es eine Ausnahme: das Umrüsten von Produkt A (aus Produktgruppe 1) aufProdukt D (aus Produktgruppe 2) dauert 2 Stunden. Für die beiden Produkte haben Sie jeweils eine Rüstschlüssel angelegt. Sie können dieses Umrüsten über einen Ausnahmerüstübergang mit dem Rüstschlüssel von RSA nach RSD mit 2 h vorgeben.
Beispiel für Rüstübergang ohne Wechsel des Rüstschlüssels
Das Umrüsten der Ressource aufgrund eines Produktwechsels innerhalb der Produktgruppe 1 dauert 2 h, wie z.B. Umrüsten von Produkt Aauf Produkt B.Diesen Sachverhalt definieren Sie in der Rüstmatrix mit dem Standardrüstübergang von RG1 nach RG1 mit einer Rüstzeit von 2 h.
Wenn kein Produktwechsel stattfindet, wie z.B. nach einem Auftrag für Produkt A kommt ein weiterer Auftrag für Produkt A, dann ist keine Rüstzeit erforderlich. Diesen Sachverhalt definieren Sie in der Rüstmatrix, indem Sie einen Rüstübergang ohne Wechsel des Rüstschlüssels von RG1 (Vorgänger) auf RG1 (Nachfolger) mit0 h Rüstzeit anlegen.