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  Prozessstruktur für die linienorientierte Serienfertigung

Definition

Die Prozessstruktur für die linienorientierte Serienfertigung (Linienarbeitsplan) beschreibt genau wie ein "klassischer" Arbeitsplan den Fertigungsablauf zur Herstellung von eigengefertigten Materialien/Produkten in der linienorientierten Serienfertigung. Der Linienarbeitsplan besteht aus verschiedenen Knotentypen, die zur Abbildung der Arbeitsplandaten dienen.

Verwendung

Der Linienarbeitsplan bildet die Grundlage für die Abtaktung im Liniendesign. Sie ist besonders für variantenreiche Materialien/Produkte geeignet.

Sie können den Linienarbeitsplan nur für die Abbildung von Arbeitsplandaten im Rahmen der Serienfertigung einsetzen. Für die werkstattorientierte Serienfertigung steht Ihnen der Normalarbeitsplan zur Verfügung.

Struktur

Grundsätzlich werden zur Pflege eines Linienarbeitsplans vier verschiedene Knotentypen unterschieden:

  • Linienarbeitsplan ( )

    Der Knotentyp Linienarbeitsplan bildet die oberste Ebene in der Struktur. Er enthält die Kopfdaten des Arbeitsplanes und gibt einen Überblick über die hierarchischen Beziehungen innerhalb der Prozessstruktur sowie über dieReihenfolge der auszuführenden Linienaktivitäten.

    Dieser Knotentyp entspricht dem Arbeitsplankopf im klassischen Arbeitsplan.

  • Linienaktivität ( )

    Die Linienaktivität stellt das Grundelement in einer Prozessstruktur dar und beschreibt mit Hilfe des Modus , wie ein Arbeitsschritt auszuführen ist.

    Eine Linienaktivität kann genau einem übergeordneten Element zugeordnet werden, d.h. Sie können eine Linienaktivität nur einem einzigen übergeordneten Element, wie z.B. einem Linienteilarbeitsplan, zuordnen. Die mehrfache Verwendung von Linienaktivitäten ist nur indirekt über die Zuordnung zu einem Linienteilarbeitsplan oder einem Linienvorgang möglich. Dieser Linienteilarbeitsplan oder der Linienvorgang können in beliebig viele Prozessstrukturen eingefügt werden; auf diese Weise kann eine Linienaktivität in verschiedenen Prozessstrukturen verwendet werden.

    Es werden folgende Linienaktivitätstypen angeboten:

    • Verrichtung (losgrößenabhängig)

    • Rüsten (losgrößenunabhängig)

    • Abrüsten (losgrößenunabhängig)

      Außerdem ordnen Sie der Linienaktivität die Komponenten zu, die mit diesem Arbeitsschritt verarbeitet werden.

      Der Knotentyp Liniena ktivität entspricht einem Vorgang im klassischen Arbeitsplan.

  • Linienteilarbeitsplan ( )

    Mit einem Linienteilarbeitsplan können Siemehrere Linienaktivitäten und Vorgänge , die immer wieder in gleicher Reihenfolge auftreten, für eine mehrfache Verwendung zusammenfassen. Der Linienteilarbeitsplan kann dann in verschiedene Prozessstrukturen eingefügt werden. Der Linienteilarbeitsplan entspricht damit dem Standardarbeitsplan beim klassischen Arbeitsplan.

    Zusätzlich zu den Linienaktivitäten können Sie einem Linienteilarbeitsplan auch weitere Linienteilarbeitspläne zuordnen, um eine mehrstufige Struktur zu erhalten.

    Der Linienteilarbeitsplan ist zugleich ein Strukturierungselement, um eine große Anzahl von Linienaktivitäten, die z.B. in einem bestimmten Linienabschnitt ausgeführt werden, in übersichtlichen Einheiten zusammenzufassen.

    Wenn Sie mit konfigurierten Produkten arbeiten, dann wird ggf. nur eine Linienaktivität des Linienteilarbeitsplans entsprechend dem Beziehungswissen aus dem zugeordneten Knoten der Produktstruktur ausgewählt.

  •  Linienvorgang

    Mit dem Knotentyp Linienvorgang können Sie Linienaktivitäten zusammenfassen, jedoch keine mehrstufige Gliederung abbilden. Die Verwendung eines Linienvorgangs hat jedoch den Vorteil, daß bei konfigurierbaren Materialien/Produkten alle Linienaktivitäten, die dem Linienvorgang zugeordnet sind, ausgewählt werden können; d.h., die Linienaktivitäten unter einem Linienvorgang werden entweder alle zusammen oder überhaupt nicht ausgeführt.

Beispiele

Die folgenden Beispiele zeigen, wie Sie die einzelnen Knotentypen miteinander kombinieren können. Die Pfeile symbolisieren die Reihenfolgebeziehungen, die Sie zwischen den einzelnen Objekten festlegen können.

Beispiel 1

Eine Prozessstruktur besteht im einfachsten Fall aus einem Linienarbeitsplan mit mehreren Linienaktivitäten. Die Linienaktivitäten sollen nacheinander ausgeführt werden. Dies erreichen Sie indem Sie im Linienarbeitsplan die Reihenfolge der Linienaktivitäten festlegen. Siehe auch: Bearbeiten der Sequenz bei einstufigen Prozessstrukturen

Achtung Achtung

Den Linienaktivitäten 11, 12 oder 13 können Sie keinen weiteren übergeordneten Elementen zuordnen. Wenn Sie die gleichen Linienaktivitäten z.B. einem anderen Linienarbeitsplan zuordnen wollen, müssen Sie diese mit Hilfe der Kopierfunktion neu anlegen. Siehe auch: Kopieren von Prozessstrukturen .

Ende der Warnung.

Beispiel 2

Die Prozessstruktur setzt sich aus mehreren Linienteilarbeitsplänen zusammen. Die Linienteilarbeitspläne werden aufgrund von Mehrfachverwendung angelegt, d.h. jeder Linienteilarbeitsplan mit den zugeordneten Linienaktivitäten wird für verschiedene Produkte verwendet und soll daher in mehrere Prozessstrukturen eingefügt werden. Auf diese Weise können Sie durch die Mehrfachverwendung die Pflege von Prozessstrukturen vereinfachen. Auch in diesem Beispiel sollen alle Linienaktivitäten nacheinander ausgeführt werden. Dies erreichen Sie, indem Sie für jeden Linienteilarbeitsplan die Reihenfolge der zugeordneten Linienaktivitäten bestimmen und zusätzlich im Linienarbeitsplan die Reihenfolge der Linienteilarbeitspläne festlegen. Siehe auch: Bearbeiten von Sequenzen bei mehrstufigen Prozessstrukturen

Beispiel 3

Der Aufbau einer mehrstufigen Prozessstruktur unter Verwendung aller vier Knotentypen kann z.B. folgendermaßen aussehen:

Das Einfügen von Linienvorgängen ist immer dann erforderlich, wenn Sie Linienaktivitäten zusammenfassen wollen, die alle ausgeführt werden sollen. In diesem Beispiel wurde der Linienvorgang V1 des Linienteilarbeitsplans G3 zugeordnet. Dies ist erforderlich, da alle Linienaktivitäten nacheinander ausgeführt werden sollen und die Reihenfolge nur auf der Ebene der Linienteilarbeitsplanen festgelegt werden kann.

Integration

  • Die Prozessstruktur ist Bestandteil der Komponente integriertes Produkt- und Prozess-Engineering (iPPE) und kann nur in Verbindung mit den beiden anderen Komponenten des iPPE , nämlich Liniendesign und Produktstruktur , eingesetzt werden.

  • Die Zuordnung einer Prozessstruktur zum Material, das mit diesem Fertigungsablauf hergestellt werden soll, erfolgt mit Hilfe des iPPE-Einstiegsobjektes in der Fertigungsversion .

  • Die Materialien/Produkte, für die Sie eine Prozessstruktur angelegt und für die Sie die Prozessstruktur im iPPE-Einstiegsobjekt eingetragen haben, können Sie im Arbeitsplankopf im Register Einstiege anzeigen.