Treffen von Bestandsaufbau- und Bestandsabbauentscheidungen
Die beiden Planungsservices SPP: Bestandsaufbau-Entscheidungsservice
und SPP: Bestandsabbau-Entscheidungsservice
treffen zu Beginn der Bestandsplanung eine Bestandsaufbau- oder eine Bestandsabbauentscheidung für jedes Lokationsprodukt. Zusätzliche Auslöser für den Bestandsaufbauservice können ein Bedarf an einer nicht-lagerhaltigen Lokation oder Änderungen der virtuellen Lokationen für konsolidiertes Bestellen sein.
Das Ziel der beiden Planungsservices ist es, für jedes Lokationsprodukt aufgrund der Bestandsaufbau- oder Bestandsabbauentscheidung ein Nachschubkennzeichen zu setzen, an dem sich das System bei der weiteren Planung orientiert.
Sie können den Bestandswiederaufbau im Bestandsaufbau-Entscheidungsservice verwenden. Der Bestandwiederaufbau ist eine Option im Bestandsaufbau-Entscheidungsservice. Dabei wird für ein Lokationsprodukt, das früher ein planungsrelevantes Nachschubkennzeichen hatte (momentan jedoch nicht), der Bestand wieder aufgebaut. In solchen Fällen setzt das System das Nachschubkennzeichen auf ST
(Lagerhaltig), statt auf SN
(Lagerhaltig (neu).
Um den Bestandswiederaufbau im Bestandsaufbau-Entscheidungsservice zu verwenden, wählen Sie im Customizing und markieren das Ankreuzfeld Bestandswiederaufbau in BstPl. verw.
(Bestandswiederaufbau in der Bestandsplanung verwenden).
Um den Bestandswiederaufbau im Bestandsaufbau-Entscheidungsservice verwenden zu können, müssen Sie die Business Function SCM-APO-SPP, Ersatzteilplanung 1
(SCM_APO_SPP_GEN_1
) aktivieren. Weitere Informationen finden Sie unter SCM-APO-SPP, Ersatzteilplanung 1.
Sie haben im Customizing für Advanced Planning and Optimization
unter die beiden Customizing-Aktivitäten Serviceprofil für Bestandsaufbauentscheidung definieren
und Serviceprofil für Bestandsabbauentscheidung definieren
ausgeführt. Dort haben Sie jedem der beiden Serviceprofile jeweils eine Zeitreihenkennung der Vergangenheitsdaten zugeordnet. Dadurch haben Sie festgelegt, auf der Basis welcher Vergangenheitsdaten das System die Planung durchführen soll.
Wenn Sie Lokationen vom Bestandsaufbau ausschließen möchten, haben Sie Ausschlussgründe definiert und diese Ausschlussgründe bestimmten Lokationen zugeordnet. Weitere Informationen finden Sie unter Definieren von Lokationsausschlussregeln.
Sie haben Entscheidungstabellen angelegt und diese mit Werten gefüllt. Weitere Informationen finden Sie unter Anlegen von Entscheidungstabellen
Sie haben im Planungsservice-Manager die Planungsservices SPP: Bestandsaufbau-Entscheidungsservice
und SPP: Bestandsabbau-Entscheidungsservice
eingeplant. Weitere Informationen finden Sie unter Nutzung des Planungsservice-Managers für die Ersatzteilplanung und unter PSM-Services für die Bestandsplanung.
Das System prüft die Bedarfe aller Standardlieferlokationen. Wenn eine Standardlieferlokation einen hohen Bedarf hat, kann es sinnvoll sein, eine Bestandsaufbauentscheidung zu treffen. Bei einem niedrigen Bedarf kann es eher sinnvoll sein, eine Bestandsabbauentscheidung zu treffen.
Der Bestandsabbau-Entscheidungsservice prüft, ob es für die Lokation des entsprechenden Lokationsprodukts einen Ausschlussgrund gibt. Wenn dies der Fall ist, setzt der Bestandsabbau-Entscheidungsservice das Kennzeichen nicht lagerhaltig, gesperrt
und das Sperrkennzeichen (siehe Setzen von Nachschubkennzeichen). Der Bestandsaufbau-Entscheidungsservice berücksichtigt das entsprechende Lokationsprodukt nicht beim Bestandsaufbau.
Der Bestandsaufbau- und der Bestandsabbauservice prüfen Ihre Einträge in den Entscheidungstabellen. Aufgrund dieser Einträge entscheidet der Bestandsaufbauservice für jedes Lokationsprodukt, ob er Bestand aufbauen soll, und der Bestandsabbauservice, ob er Bestand abbauen soll.
Der Bestandsaufbau- und der Bestandsabbauservice prüfen für die Lokationsprodukte, für die sie nach den Entscheidungstabellen einen Bestandsaufbau oder einen Bestandsabbau planen, ob dieser Bestandsauf- oder -abbau gemäß den von Ihnen definierten Stabilitätsperioden zulässig ist. Stabilitätsperioden können Sie in den Lokationsproduktstammdaten auf der Registerkarte SPP Bestandsplanung
in den Feldern StbPer. Aufb (Std)
und StbPer. Abbau (Std)
definieren.
Hinweis
Sie haben die Möglichkeit, die für das Lokationsprodukt definierte Stabilitätsperiode unberücksichtigt zu lassen. Um den Bestandsauf- oder -abbau während der Stabilitätsperiode zu ermöglichen, markieren Sie das Kennzeichen Stabilitätsperiode nicht beachten
im Customizing für Advanced Planning and Optimization
unter in den folgenden Customizing-Aktivitäten:
Serviceprofil für Bestandsaufbauentscheidung definieren
Serviceprofil für Bestandsabbauentscheidung definieren
Das System gibt die Bestandsaufbau- und Bestandsabbauentscheidungen, die es für Standardlieferlokationen getroffen hat, an die entsprechenden Oberlokationen weiter. Es ist jedoch nie der Fall, dass das System an allen Lokationen einer Distributionsstruktur (BOD) Bestand abbaut. Selbst wenn das System an allen Unterlokationen einen Bestandsabbau plant, baut es an der Oberlokation und gegebenenfalls an der virtuellen Unterlokation dieser Oberlokation Bestand auf.
Aufgrund der oben beschriebenen Entscheidungen ermittelt das System für jedes Lokationsprodukt ein Nachschubkennzeichen (siehe Setzen von Nachschubkennzeichen), das bestimmt, ob ein Lokationsprodukt planungsrelevant ist. Sie können entscheiden, ob das System geänderte Nachschubkennzeichen automatisch sichern soll, oder ob Sie geänderte Nachschubkennzeichen manuell freigeben möchten. Weitere Informationen finden Sie unter Freigabe einer Bestandsaufbau- oder Bestandsabbauentscheidung.