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Prozessdokumentation Disaggregation (Top-Down-Verteilung)  Dokument im Navigationsbaum lokalisieren

Einsatzmöglichkeiten

Die Disaggregation (auch: Top-Down-Verteilung) ist eine Hilfe zur manuellen Dateneingabe innerhalb der manuellen Planung. Sie ermöglicht Ihnen innerhalb von eingabebereiten Queries die manuelle Eingabe auch bei aggregierten Werten.

Eingabebereite Queries dienen der Verwendung mit Aggregationsebenen, ohne die Disaggregation gilt dabei folgendes: Eine Zelle ist nur dann eingabebereit, wenn jeder Merkmalswert sämtlicher in der Aggregationsebene enthaltener Merkmale eindeutig bestimmt ist. Demnach sind all diejenigen Zellen nicht eingabebereit, die aggregierte Werte hinsichtlich der Aggregationsebene enthalten, z.B. Summen, Zwischensummen, innere Hierarchieknoten. Um auch (hinsichtlich der Aggregationsebene) aggregierte Werte ändern zu können, müssen diese Werte auf alle Datensätze disaggregiert werden, die zum aggregierten Wert der Zelle beitragen. Im Query Designer ist es möglich, diese Disaggregation für folgende Elemente vorzunehmen:

      Kennzahlen

      eingeschränkte Kennzahlen

Die Disaggregation steht nur für Basiskennzahlen mit der Aggregationsart SUM zur Verfügung, nicht aber für berechnete Kennzahlen, Kennzahlen mit Ausnahmeaggregation, lokale Aggregationen und Zeitkennzahlen.

Hinweis

Beachten Sie, dass die Disaggregation in Queries nicht das vorhandene Design der BI-Planung außer Kraft setzt: Neue Datensätze und Delta-Sätze werden immer für Aggregationsebenen angelegt.

Empfehlung

Die Disaggregation ist nicht für die Massenverarbeitung von Daten optimiert, für solche Szenarien empfehlen wir den Einsatz des Top-Down-Planungsfunktionstyps in der Batch-Verarbeitung.

Die Disaggregation in eingabebereiten Queries kann sich auf die Anwendungsmodellierung der BI-Planung auswirken, insbesondere im Bereich der Merkmalsbeziehungen.

Weitere Informationen finden Sie unter Eingabebereite Query.

Beispiel

Im folgenden einige einfache Beispiele, die verdeutlichen, wie das System Werte gemäß der getroffenen Einstellungen im Query Designer verteilt. Das Beispielszenario ist folgendes: Die Aggregationsebene enthält die Merkmale: Produkt, Version, Geschäftsjahresariante, Geschäftsjahr, Währung sowie die Kennzahl Betrag.

Produkt ist in den Zeilen aufgerissen, alle anderen Merkmale sind auf einen Wert beschränkt. Somit sind alle für die Disaggregation benötigten Daten in der Query View sichtbar.

 

Beispiel 1

Im Query Designer wird für die Kennzahl Betrag die Einstellung Keine Disaggregation vorgenommen.

Keine Disaggregation

Produkt

Betrag
(Referenz)

Betrag
(vor Eingabe)

Betrag
(manuelle Eingabe)

Betrag
(nach Eingabe)

TFT 17“ Monitor

1

20

20

20

TFT 19“ Monitor

1

10

14

14

TFT 21“ Monitor

1

0

2

2

Resultat

3

30

30

36

Die Resultatzeile ist nicht eingabebereit. Nur das Verändern der Werte in den eingabebereiten Zellen beeinflusst die Resultatzelle.

 

Beispiel 2

Im Query Designer wird für die Kennzahl Betrag die Einstellung Disaggregation bei Verteilungsart Gleichverteilung vorgenommen.

Eingegebenen Wert disaggregieren, Gleichverteilung

Produkt

Betrag
(Referenz)

Betrag
(vor Eingabe)

Betrag
(manuelle Eingabe)

Betrag
(nach Eingabe)

TFT 17“ Monitor

1

20

20

12

TFT 19“ Monitor

1

10

10

12

TFT 21“ Monitor

1

0

0

12

Resultat

3

30

36

36

Die Resultatzeile ist eingabebereit. Ihr Wert wird verändert von 30 in 36. Wert 36 wird dann gleichmäßig auf alle drei betroffenen Zellen verteilt (36/3 = 12).

 

Beispiel 3

Eingegebenen Wert disaggregieren, Analogverteilung (zu sich selbst)

Produkt

Betrag
(Referenz)

Betrag
(vor Eingabe)

Betrag
(manuelle Eingabe)

Betrag
(nach Eingabe)

TFT 17“ Monitor

1

20

20

24

TFT 19“ Monitor

1

10

10

12

TFT 21“ Monitor

1

0

0

0

Resultat

3

30

36

36

Der Wert der Resultatzeile wird geändert von 30 in 36. Die 36 wird dann analog der bisherigen Zellenwerte, also gewichtet, auf die Zellen verteilt.

 

Beispiel 4

Im Query Designer wird für die Kennzahl Betrag die Einstellung Eingegebenen Wert disaggregieren bei Verteilungsart Analogverteilung (zu folgendem Strukturelement) vorgenommen.

Eingegebenen Wert disaggregieren, Analogverteilung (zu folgendem Strukturelement)

Produkt

Betrag
(Referenz)

Betrag
(vor Eingabe)

Betrag
(manuelle Eingabe)

Betrag
(nach Eingabe)

TFT 17“ Monitor

1

20

20

12

TFT 19“ Monitor

1

10

10

12

TFT 21“ Monitor

1

0

0

12

Resultat

3

30

36

36

Der Wert der Resultatzeile wird geändert von 30 in 36. Durch die gewählte Verteilungsart werden die Werte in Kennzahl Betrag (Referenz) als Referenz für die analoge Verteilung des veränderten Wertes herangezogen. (In diesem Beispiel führt dies zu den gleichen Ergebnissen wie in Beispiel 1.)

Die flexibelste Art der Verteilung liegt vor, wenn die Referenzspalte eingabebereit ist; dann können Sie dort die Anteilsfaktoren für die Verteilung eingeben.

 

Beispiel 5

Differenz zu eingegebenem Wert disaggregieren, Gleichverteilung

Produkt

Betrag
(Referenz)

Betrag
(vor Eingabe)

Betrag
(manuelle Eingabe)

Betrag
(nach Eingabe)

TFT 17“ Monitor

1

20

20

22

TFT 19“ Monitor

1

10

10

12

TFT 21“ Monitor

1

0

0

2

Resultat

3

30

36

36

Der Wert der Resultatzeile wird geändert von 30 in 36. Diesmal wird nicht der neue Wert auf die betroffenen Zellen verteilt, sondern nur die Differenz des Wertes vor Eingabe und nach manueller Eingabe, also 6. Da Verteilungsart Gleichverteilung gewählt wurde, werden alle betroffenen Zellwerte um den Wert 6/3 = 2 modifiziert.

 

Beispiel 6

Differenz zu eingegebenem Wert disaggregieren, Analogverteilung (zu sich selbst)

Produkt

Betrag
(Referenz)

Betrag
(vor Eingabe)

Betrag
(manuelle Eingabe)

Betrag
(nach Eingabe)

TFT 17“ Monitor

1

20

20

24

TFT 19“ Monitor

1

10

10

12

TFT 21“ Monitor

1

0

0

0

Resultat

3

30

36

36

Der Wert der Resultatzeile wird geändert von 30 in 36. Diesmal wird nicht der neue Wert auf die betroffenen Zellen verteilt, sondern nur die Differenz des Wertes vor Eingabe und nach manueller Eingabe, also 6. Die 6 wird dann analog der bisherigen Zellenwerte, also gewichtet, auf die Zellen verteilt.

 

Beispiel 7

Differenz zu eingegebenem Wert disaggregieren, Analogverteilung (zu folgendem Strukturelement)

Produkt

Betrag
(Referenz)

Betrag
(vor Eingabe)

Betrag
(manuelle Eingabe)

Betrag
(nach Eingabe)

TFT 17“ Monitor

10

20

20

20 + 2 = 22

TFT 19“ Monitor

0

10

10

10 + 0 = 10

TFT 21“ Monitor

20

0

0

0 + 4 = 4

Resultat

30

30

36

36

Der Wert der Resultatzeile wird geändert von 30 in 36. Diesmal wird nicht der neue Wert auf die betroffenen Zellen verteilt, sondern nur die Differenz des Wertes vor Eingabe und nach manueller Eingabe, also 6. Durch die gewählte Verteilungsart werden die Werte in Kennzahl Betrag (Referenz) als Referenz für die analoge Verteilung des veränderten Wertes herangezogen.

 

Beispiel 8

Allen bisherigen Beispielen ist gemeinsam, dass die Referenzdaten für die Verteilung in der Query View vorhanden sind. Im praktischen Einsatz ist dies aber oft nicht der Fall, was zu scheinbar falschen Resultaten führen kann. Im folgenden ein Beispiel, das solch einen nur scheinbaren Fehler enthält. Dazu werden die folgenden Daten angenommen, alle nicht erwähnten Merkmale haben einen festen Wert.

Disaggregation mit versteckten Referenzdaten

Produkt

Geschäftsjahr

Betrag

TFT 17“ Monitor

2007

0

TFT 19“ Monitor

2007

0

TFT 19“ Monitor

2008

0

TFT 21“ Monitor

2007

0

TFT 21“ Monitor

2008

0

TFT 21“ Monitor

2009

0

Folgend wird die gleiche Query View wie oben dargestellt, bspw. ist das Merkmal Geschäftsjahr nicht aufgerissen. Wenn die Resultatzeile von 0 in 6 geändert wird und das System Verteilungsart Gleichverteilung anwendet, dann werden die Werte nach Aggregation über Geschäftsjahr nicht gleichverteilt. Denn jedes Produkt besitzt eine eigene Anzahl von Datensätzen, und das System liest alle Datensätze aus, die zum Resultat beisteuern.

Produkt

Betrag
(Referenz)

Betrag
(vor Eingabe)

Betrag
(manuelle Eingabe)

Betrag
(nach Eingabe)

TFT 17“ Monitor

0

0

0

1

TFT 19“ Monitor

0

0

0

2

TFT 21“ Monitor

0

0

0

3

Resultat

0

0

6

0

Hinweis

In obiger Situation hätte ein Aufriss nach Geschäftsjahr alle Datensätze sichtbar machen können, die für die Verteilung herangezogen wurden.

Empfehlung

Wir empfehlen, bei Nutzung der Disaggregation die Planungsanwendung so zu modellieren, dass die für die Verteilung benötigten Referenzdaten möglichst immer vorhanden sind. Anderenfalls ist eine Verteilung der angegebenen Werte nicht möglich. Um das Vorhandensein dieser Referenzdaten für die Disaggregation sicherzustellen, können Sie wie folgt vorgehen:

       In der Query-Definition können Sie unter Zugriffsart Ergebniswerte (Result Set Access Mode) die Einstellung Merkmalsbeziehung oder Stammdaten setzen, damit das System alle benötigten Datensätze vorschlägt. Schränken Sie die Selektionen in der Query auf ein für die manuelle Planung vernünftiges Maß ein. Weitere Informationen finden Sie unter Eigenschaften des Merkmals, Registerkarte Erweitert.

       Eine andere Möglichkeit besteht in der Planungsanwendung, über Planungsfunktionen Vorschläge für Plandaten zu erzeugen, z.B. über das Kopieren von Ist-Daten.

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