WIP-Daten für Vorgänge mit kontinuierlichem Input oder Output In der
Erweiterten Sicht
der Auswertung
WIP-Liste (Netz)
berechnet das System auch WIP-Daten für Vorgänge, die Material mit konstanter Rate produzieren oder verbrauchen (Vorgänge mit kontinuierlichem Output oder Input).
In folgenden ist beschrieben, wie das System WIP-Daten für den einfachsten Fall berechnet, bei dem die gesamte Materialmenge, die ein Vorgang benötigt und kontinuierlich verbraucht, durch genau einen Vorgang kontinuierlich geliefert wird.
Für die Berechnungen verwendet das System folgende Daten:
die Gesamtmenge, die weitergegeben wird
Start- und Endtermin für die Materialweitergabe beim produzierenden Vorgang
Das System bestimmt aus diesen Terminen und aus der Gesamtmenge die zeitliche Entwicklung der weitergegebenen Materialmenge, d.h. der gesamten Menge, die der Vorgang jeweils bis zu einem bestimmten Zeitpunkt planmäßig produziert und an den konsumierenden Vorgang weitergegeben hat. Vor dem Start der Weitergabe ist die weitergegebene Menge Null; der Vorgang hat noch kein Material weitergegeben. Zwischen Start- und Endtermin steigt die weitergegebene Menge gleichmäßig bis auf die Gesamtmenge an. (Das System geht davon aus, daß der Vorgang auch in Nichtarbeitszeiten das Material kontinuierlich weitergibt.) Am Endtermin hat der Vorgang die gesamte Menge weitergegeben. Ab diesem Zeitpunkt ist die insgesamt weitergegebene Menge konstant gleich der Gesamtmenge.
Start- und Ende des Materialverbrauchs beim konsumierenden Vorgang
Das System bestimmt aus diesen Terminen und aus der Gesamtmenge die zeitliche Entwicklung der verbrauchten Materialmenge, d.h. der gesamten Menge, die der Vorgang jeweils bis zu einem bestimmten Zeitpunkt planmäßig verbraucht hat. Vor dem Start des Verbrauchs ist die verbrauchte Menge Null; der Vorgang hat noch kein Material verbraucht. Zwischen Start- und Endtermin steigt die verbrauchte Menge gleichmäßig bis auf die Gesamtmenge an. (Das System geht davon aus, daß der Vorgang auch in Nichtarbeitszeiten das Material kontinuierlich verbraucht.) Am Endtermin hat der Vorgang die gesamte Menge verbraucht. Ab diesem Zeitpunkt ist die insgesamt verbrauchte Menge konstant gleich der Gesamtmenge.
Aus den zeitlichen Verläufen der weitergegebenen und der verbrauchten Menge bestimmt das System die WIP-Kurve . Die WIP-Kurve stellt für jeden Zeitpunkt die Differenz zwischen der insgesamt weitergegebenen Menge und der insgesamt verbrauchten Menge dar. Der Kurvenverlauf hängt ab
von den Raten, mit denen die Mengen weitergegeben oder verbraucht werden
von der relativen zeitlichen Lage der Weitergabe- und Verbrauchstermine
Die Kurvenwerte können positiv und negativ sein. Positive Werte zeigen an, daß Material fertiggestellt, aber noch nicht weiterverarbeitet wurde. Negative Werte zeigen fehlendes Material an. Dieser Fall tritt z.B. ein, wenn der konsumierende Vorgang Material früher benötigt oder schneller verbraucht, als es durch den produzierenden Vorgang bereitgestellt wird. Negative Werte sind also ein Zeichen für eine inkonsistente Planung.
In der WIP-Auswertung zeigt das System folgende Daten an:
WIP-Fläche
Die WIP-Fläche ist die Fläche unter der WIP-Kurve.
Gesamtmenge , die der produzierende Vorgang an den konsumierenden Vorgang weitergibt
WIP-Zeit
Die WIP-Zeit ist der Quotient aus der WIP-Fläche und der Gesamtmenge.
Maximalwert der WIP-Kurve
Minimalwert der WIP-Kurve
Ähnlich führt das System die Berechnung der WIP-Daten im allgemeinen Fall durch, wenn mehrere kontinuierlich produzierende oder konsumierende Vorgänge am Materialfluß beteiligt sind. Allerdings schlüsselt das System hier die WIP-Daten entsprechend den Teilmengen auf, die jeweils zwischen einem produzierenden und einem konsumierenden Vorgang fließen. Folgende Fälle sind zu unterscheiden:
Ein produzierender Vorgang beliefert mehrere konsumierende Vorgänge.
Das System geht davon aus, daß der kontinuierlich produzierende Vorgang zuerst den konsumierenden Vorgang beliefert, der den frühesten Starttermin für den Materialverbrauch hat. Wenn dieser Vorgang seine gesamte benötigte Menge bekommen hat, liefert der produzierende Vorgang das Material an den nächsten konsumierenden Vorgang usw.
Mehrere produzierende Vorgänge beliefern einen konsumierenden Vorgang.
Das System geht davon aus, daß der konsumierende Vorgang zuerst das Material des Vorgangs verbraucht, der den frühesten Starttermin für die Materialweitergabe hat. Wenn dieses Material verbraucht ist, verbraucht der konsumierende Vorgang das Material, das vom nächsten produzierenden Vorgang geliefert wird usw.
In der WIP-Auswertung beziehen sich die WIP-Daten in diesen Fällen auf die Teilmenge des Materials, die von einem produzierenden Vorgang an einen konsumierenden Vorgang weitergegeben werden. Die WIP-Zeiten sind durch die Teilmengen und durch die Verfügbarkeitstermine oder Bedarfstermine der Teilmengen bestimmt.