
Dieser Abschnitt beschreibt beispielhaft die SSL-Konfiguration für den SAP-Host-Agenten auf IMB i.
Sie müssen als ein Benutzerprofil mit den speziellen Berechtigungen *SECADM und *ALLOBJ, beispielsweise als Benutzerprofil QSECOFR, angemeldet sein.
In der folgenden Vorgehensweise gehen wir von der Annahme aus, dass Sie die Standardnamen für die Server-PSE verwenden. Wenn Sie den Standard-.pse-Namen überschreiben wollen, können Sie den folgenden Wert in der Profildatei des SAP-Host-Agenten (host_profile) verwenden:
ssl/server_pse= <Path to Server PSE>
Die Server-PSE enthält die Namen und die öffentlichen Schlüssel der vertrauenswürdigen Zertifikate sowie das Serverzertifikat, das an den Client gesendet wird, wenn die SSL-Verbindung hergestellt ist. Vertrauenswürdige Zertifikate können Zertifikate, die von der Certification Authority (CA) ausgestellt werden, oder individuell vertrauenswürdige Zertifikate sein.
Sie können auch ein anderes Verzeichnis verwenden, aber in diesem Falle müssen Sie angeben, wo sich die PSE-Datei befindet und dafür den Parameter ssl/server_pse wie oben beschrieben verwenden. In der folgenden Vorgehensweise verwenden wir der Einfachheit halber immer das Verzeichnis sec.
QSYS/CHGOWN OBJ('/usr/sap/hostctrl/exe/sec') NEWOWN(SAPADM)
QSYS/CHGPGP OBJ('/usr/sap/hostctrl/exe/sec') NEWPGP(R3GROUP) DTAAUT(*RWX)
Die erforderlichen Befehle sind:
export LIBPATH=/usr/sap/hostctrl/exe
export SECUDIR=/usr/sap/hostctrl/exe/sec
cd /usr/sap/hostctrl/exe
Setzen Sie SECUDIR als absoluten Pfad, um Konflikte mit dem Werkzeug sapgenpse zu vermeiden.
. ./sapgenpse gen_pse -p SAPSSLS.pse -x <PASSWORD>-r <PKCS#10 requestfile> <DISTINGUISHED NAME>
Dieser Befehl legt die PSE-Datei /usr/sap/hostctrl/exe/sec/SAPSSLS.pse (Name ist ein Festwert) an, die für die Authentifizierung des Hosts verwendet werden kann, der von <DISTINGUISHED NAME> für eingehende SSL-Verbindungen beschrieben wird. Der Zugriff auf die PSE-Datei wird mit dem Kennwort <PASSWORD> geschützt.
Der CSR wird in die Stromdatendatei <PKCS#10 requestfile> geschrieben. Sie können die Warnung sapgenpse WARNING: Environment variable "USER" not defined! (sapgenpse-WARNUNG: Umgebungsvariable "USER" ist nicht definiert.) ignorieren.
./sapgenpse gen_pse -p SAPSSLS.pse -x pass -r /tmp/myhost-csr.p10 "CN=myhost.wdf.sap.corp, O=SAP AG, C=DE"
Dieser Befehl legt die PSE-Datei /usr/sap/hostctrl/exe/sec/SAPSSLS.pse an, die für die Authentifizierung von myhost.wdf.sap.corp für eingehende SSL-Verbindungen verwendet werden kann. Der Zugriff auf die PSE-Datei wird mit dem Kennwort pass geschützt. Der CSR wird in die Stromdatendatei /tmp/myhost-csr.p10 geschrieben.
./sapgenpse seclogin -p SAPSSLS.pse -x <PASSWORD>-O sapadm
./sapgenpse seclogin -p SAPSSLS.pse -x pass -O sapadm
Übertragen Sie die Datenstromdatei, die den CSR (Certificate Signing Request) enthält, zu einem Rechner und senden Sie sie an die von Ihnen verwendete Certification Authority (CA).
Die CA antwortet auf die Anforderungsdatei PKCS#10 mit einer CA-response-file, die das signierte Zertifikat enthält - zwischen den Zeilen ---- BEGIN CERTIFICATE ---- und ---- END CERTIFICATE ----. Kopieren Sie den gesamten Inhalt zwischen diesen beiden Zeilen - einschließlich der Zeilen - in eine Textdatei. Übertragen Sie diese Textdatei in eine Datenstromdatei auf Ihrem IBM i.
Die Textdatei kann den Namen myhost.p7b haben und in die Stromdatendatei /tmp/myhost.p7b übertragen werden. Wir verwenden diesen Dateinamen in den folgenden Beispielen:
./sapgenpse import_own_cert -p SAPSSLS.pse -x <PASSWORD>-c <CA-response-file>
./sapgenpse import_own_cert -p SAPSSLS.pse -x pass -c /tmp/myhost.p7b
./sapgenpse get_my_name -p SAPSSLS.pse -x <PASSWORD>-v
./sapgenpse get_my_name -p SAPSSLS.pse -x pass -v
/usr/sap/hostctrl/exe/saphostexec -restart
Die Client-PSE enthält die Namen und die öffentlichen Schlüssel der vertrauenswürdigen Zertifikate von der CA sowie das Client-Zertifikat, das an den SAP-Host-Agenten gesendet wird, wenn die SSL-Verbindung hergestellt ist.
Die Konfigurationsschritte sind Client-spezifisch. Aus diesem Grund beschreiben wir sie auf generische Weise. Folgen Sie den Anweisungen in der entsprechenden Client-Dokumentation.
Beispiele für mögliche Clients sind die SAP Management Console (SAP MC), der Diagnostics-Agent im SAP Solution Manager oder die Software des SAP NetWeaver Landscape Virtualization Management (LVM) (vormals Adaptive Computing Controller (ACC)).
Wenn Sie die oben stehende Vorgehensweise erfolgreich angewendet haben, ist der SAP-Host-Agent auch für den Port 1129 für die SSL-Kommunikation verwendbar.