
Der beste Weg, die Synergien der Design-Zeit- und der Konfigurationszeitaktivitäten zu nutzen, ist die Verwendung eines Prozessmodells aus dem ES Repository als Konfigurationsvorlage. Damit wird eine halbautomatische Konfiguration ermöglicht, die Zeit, Kosten und Aufwand für die Konfiguration beträchtlich reduziert. In diesem Abschnitt wird erläutert, wie dieses Verfahren funktioniert.
Zur Design-Zeit (in einem Prozessmodell) legen Sie die Beziehungen der Prozesskomponenten untereinander fest. Speziell in einem Prozesskomponenten-Interaktionsmodell geben Sie an, welche Interfaces, Mappings und möglichen Kommunikationskanalvorlagen die Interaktion zweier Prozesskomponenten im Detail bestimmen.
Zur Konfigurationszeit ordnen Sie die Interaktionen von Prozesskomponenten den Interaktionen zwischen Systemen zu. In den vorangegangenen Abschnitten haben wir erläutert, wie Sie dies manuell vornehmen können: Sie haben das Routing und die anderen Verarbeitungsdetails für jede eingehende Message manuell festgelegt.
Nehmen wir jedoch einmal an, dass Sie zur Konfigurationszeit ein Prozesskomponenten-Interaktionsmodell als Konfigurationsvorlage verwenden und zuerst die beteiligten Prozesskomponenten zu Kommunikationskomponenten (Systemen) zuordnen. Dann verfügen Sie über alle Informationen, die Sie zum Ableiten sämtlicher Beziehungen zwischen Sender- und Empfängersystem benötigen, die für die Interaktion unter den Prozesskomponenten relevant sind. Mit anderen Worten, Sie kennen die Objektschlüssel aller relevanten Empfängerermittlungen, Interface-Ermittlungen und Sender -und Empfängervereinbarungen, wie im Kapitel Objektschlüssel bei Konfigurationsobjekten erläutert.
An dieser Stelle kommt der Modell-Konfigurator ins Spiel: Auf Grundlage der Zuordnungen zwischen Prozesskomponenten und Kommunikationskomponenten (Systemen) für ein bestimmtes Modell werden die relevanten Empfängerermittlungen, Interface-Ermittlungen und Sender -und Empfängervereinbarungen berechnet und automatisch erzeugt. Das heißt, das Werkzeug berechnet den Objektschlüssel und prüft, ob bereits ein Konfigurationsobjekt mit exakt demselben Schlüssel vorhanden ist. Je nach Ergebnis dieser Prüfung wird entweder das Objekt angelegt oder ein vorhandenes Objekt wiederverwendet. Alle erzeugten Konfigurationsobjekte werden dann in einem Konfigurationsszenario gruppiert, das im Integration Directory eine zusammenfassende Entität darstellt.
In der folgenden Abbildung wird hervorgehoben, welche Beziehungen zwischen den Entitäten der Design- und der Konfigurationszeit bestehen, wie der Modell-Konfigurator ins Spiel kommt und wie aus den Einstellungen eine Empfängerermittlung erzeugt wird (anhand eines Beispiels):

Durch die Verwendung des Modell-Konfigurators ersparen Sie sich das mühevolle manuelle Anlegen aller Konfigurationsobjekte. Wenn Sie die Integration für große Systemlandschaften konfigurieren, kann sich die manuelle Suche nach allen für die Konfiguration relevanten Objektschlüsseln schnell in einen Albtraum verwandeln.
Nach dem Anlegen der Objekte müssen die erzeugten Konfigurationsobjekte noch weiter manuell spezifiziert werden, und zwar durch Hinzufügen derjenigen Teile, die nicht automatisch bestimmt werden können, wie z. B. Routing-Bedingungen oder bestimmte Sicherheitseinstellungen in Sender- und Empfängervereinbarungen.
Im Modell-Konfigurator können Sie folgende Modelltypen als Eingabewerte verwenden:
Prozesskomponenten-Interaktionsmodell (oder Integrationsszenario als Gruppierung mehrerer Prozesskomponenten-Interaktionsmodelle)