
Viele Integrationsszenarien werden ausgehend von der Annahme konfiguriert, dass an der Integration nur Business-Anwendungen beteiligt sind, die verschiedene Teile ein- und desselben Unternehmens umspannen. In solchen Fällen ist die Systemlandschaft in der Regel in einem System Landscape Directory beschrieben. Dem Integrationsexperten, der die Konfigurationsaufgaben ausführt, ist in einer solchen Situation normalerweise die vollständige Systemlandschaft bekannt. Der Integrationsexperte stellt dann in der Regel eine Kommunikationskomponente auf dieselbe Ebene wie ein Business-System.
Sobald verschiedene Unternehmen denselben Geschäftsprozess verwenden (also in einem B2B-Szenario) kommen zusätzliche Gesichtspunkte ins Spiel. In einem B2B-Szenario ist die Konfiguration der Integration in der Regel eine Aufgabe, die auf die Integrationsexperten der beteiligten Unternehmen oder Organisationen verteilt wird. Jeder Integrationsexperte konfiguriert nur eine „Seite“ der Kommunikation, und daher kennt jeder Experte nur „seinen“ Teil der Systemlandschaft.
In der nächsten Abbildung ist dieser Sachverhalt schematisch dargestellt. Sie veranschaulicht die Kommunikation mit einem externen Geschäftspartner (Geschäftspartner 2). In diesem Fall sind dem Integrationsexperten von Geschäftspartner 1 keine Einzelheiten zu dem Teil der Systemlandschaft, der von Geschäftspartner 2 betrieben wird, bekannt.

Der Integrationsexperte von Geschäftspartner 1 kennt nur den Teil der Systemlandschaft, der von Geschäftspartner 1 betrieben wird. Der ergänzende Teil der Systemlandschaft, der von Geschäftspartner 2 betrieben wird, ist ihm in der Regel nicht bekannt, da Unternehmen und Organisationen externen Partnern in der Regel keinen Einblick in interne Systemnamen oder Serveradressen gewähren. Dieser Teil der Systemlandschaft stellt für ihn eine „Black Box“ dar.
Für einen Integrationsexperten, der für Geschäftspartner 2 arbeitet, gilt dies umgekehrt (wobei der Einfachheit halber davon ausgegangen wird, dass der Geschäftsprozess nur von zwei Geschäftspartnern gemeinsam verwendet wird).
Um diesen B2B-spezifischen Hindernissen zu begegnen, stehen zusätzliche Konfigurationskonzepte zur Verfügung (die entweder als Objekttypen oder Objektattribute im Integration Directory implementiert sind).
Kommunikationspartner
Da B2B-Szenarien in der Regel ganze interagierende Unternehmen einschließen, werden an dem Geschäftsprozess teilnehmende Unternehmen oder Organisationen anhand von Kommunikationspartnern identifiziert. Der Kommunikationspartner ist ein optionales Schlüsselfeld für Empfängerermittlungen, Interface-Ermittlungen und Sender -und Empfängervereinbarungen. Zu einem Partner sind diejenigen Kommunikationskomponenten zusammengefasst, die zu dem entsprechenden Unternehmen bzw. der Organisation gehören.
Um der Tatsache gerecht zu werden, dass die B2B-Integration voneinander getrennte Verantwortungsbereiche umspannt (wie in der obigen Abbildung dargestellt), wird ein zusätzliches Konzept implementiert: Wenn Sie bei der Konfiguration für die Identifikation eines Unternehmens oder Geschäftspartners einen internen Namen verwenden, haben Sie die Möglichkeit, diesem Namen eine weltweit eindeutige ID zuzuordnen, mit der das Unternehmen unverwechselbar gekennzeichnet wird (z. B. eine Dun-&-Bradstreet-Nummer, die von der Agentur Dun & Bradstreet ausgegeben wird). Bei allen Kommunikationsvorgängen mit einem externen Partner wird der interne Partnername dann in die weltweit eindeutige ID umgewandelt. Wenn eine Message von einem externen Geschäftspartner eingeht, kann die ID umgekehrt auch bei der Eingangsverarbeitung erst dem internen Partnernamen zugeordnet werden.
Weitere Informationen:
Business-Komponente
Bei externer Kommunikation (B2B-Interaktionen) können die Namen von Business-Systemen nicht als Adressentitäten verwendet werden, da sie nicht nach Außen exponiert werden. Daher sind Kommunikationskomponenten, die auf Business-Systemen im SLD basieren, nicht geeignet. An B2B-Interaktionen beteiligte Messages verwenden stattdessen einen anderen Kommunikationskomponententyp, eine sogenannte Business-Komponente. Eine Business-Komponente repräsentiert lediglich eine abstrakte Entität zur Adressierung von Sendern oder Empfängern von Messages in der B2B-Kommunikation.
Weitere Informationen: Business-Komponente
Interne Details in Outbound-Messages maskieren (Header-Mapping)
Eine Message, die in einer unternehmensinternen Interaktion an ein Empfängersystem gesendet wird, enthält im Message-Header die Informationen zum Sender (den Namen des Sender-Systems). Bei externer oder B2B-Kommunikation sollten die internen Systemnamen verborgen sein und nicht im Message-Header erscheinen, wenn die Message beim externen Geschäftspartner eingeht. Um sicherzugehen, dass die internen Systemnamen im Message-Header maskiert sind, kann ein Header-Mapping angewendet werden. Mit einem Header-Mapping legen Sie eine Transformation des internen (Sender-)Systemnamens in einen nach außen exponierten Business-Komponenten-Namen fest. Sie konfigurieren das Header-Mapping in einer Empfängervereinbarung (mit anderen Worten: wenn Sie die Ausgangsverarbeitung definieren).
Die folgende Abbildung zeigt, wie das Header-Mapping funktioniert:

Messsages von einem externen Geschäftspartner an ein internes System weiterleiten
Wenn wir die andere Richtung des B2B-Message-Austauschs betrachten, kann hier eine von einem externen Geschäftspartner (2) gesendete Message nicht direkt an ein System der internen Landschaft, die von Geschäftspartner 1 betrieben wird, adressiert werden. Stattdessen adressiert der externe Geschäftspartner die Message an einen virtuellen Empfänger. Hierbei wird ein Business-Komponenten-Name zum Adressieren des Message-Empfängers verwendet. Dieser Business-Komponenten-Name ist der Name, den Sie (Geschäftspartner 1) dem externen Geschäftspartner im Vorfeld mitgeteilt haben. Um die Message vom externen Geschäftspartner an das richtige System in Ihrer (Geschäftspartner 1) internen Landschaft (deren Name dem externen Geschäftspartner unbekannt ist) weiterzuleiten, verwenden Sie eine empfängerabhängige Empfängerermittlung.
Eine empfängerabhängige Empfängerermittlung ist in der folgenden Abbildung dargestellt:

Die folgende Abbildung verdeutlicht, wie eine empfängerabhängige Empfängerermittlung eine von einem externen Geschäftspartner gesendete Message an die (nach außen exponierte) Business-Komponente BookService und damit an das interne System ABC weiterleitet.