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EinführungLocate this document in the navigation structure

Verwendung

Integration von Prozessen

SAP NetWeaver PI ermöglicht die Integration von Geschäftsprozessen über mehrere Abteilungen, Organisationen oder Unternehmen hinweg. Stellen Sie sich eine Prozesskomponente vor, die Teil der Wertschöpfungskette einer Geschäftsanwendung oder eines Geschäftsprozesses ist.

Hinweis

Der Begriff Anwendungskomponente wird hierfür ebenfalls verwendet.

Wenn wir davon ausgehen, dass sich eine Geschäftsanwendung über verschiedene Abteilungen eines Unternehmens erstreckt, dann stellt eine Prozesskomponente üblicherweise einen Teil des Prozesses dar, der in einer dieser Abteilungen durchgeführt wird. Die folgende Grafik bildet ein Integrationsszenario ab, mit der Aufteilung einer Geschäftsanwendung in ihre Prozesskomponenten (blaue Symbole) sowie den Verbindungen zwischen diesen Prozesskomponenten. In dem in der Grafik aufgezeigten Beispiel werden die Prozesskomponenten in drei verschiedenen Abteilungen eines Unternehmens ausgeführt: A, B und C. Prozesskomponenten können in unterschiedlichen Systemen laufen, können in verschiedenen Abteilungen eines Unternehmens gehostet werden, oder können in völlig unterschiedlichen Unternehmen implementiert werden, die miteinander in Geschäftsbeziehung stehen. Die Prozesskomponenten tauschen untereinander Daten aus und stellen dadurch sicher, dass die Wertschöpfungskette des Geschäftsprozesses insgesamt erhalten bleibt.

Abbildung 1: Integrationsszenario, das die Interaktion von Prozesskomponenten aufzeigt

Der Fokus von SAP NetWeaver PI richtet sich nicht auf das Innenleben der einzelnen Prozesskomponenten oder darauf, wie die Geschäftslogik in einer Prozesskomponente implementiert ist, sondern eher auf den Datenaustausch der Prozesskomponenten untereinander. Bei Prozessintegration geht es immer um die Choreografie des Datenaustauschs zwischen Prozesskomponenten.

Vermittlung

Technisch gesehen wird die Geschäftslogik verschiedener Prozesskomponenten in einem Integrationsszenario auf unterschiedlichen Systemen implementiert. Nehmen wir an, dass die an einem Integrationsszenario beteiligten Systeme direkt miteinander kommunizieren. Falls die Prozesskomponenten zum Beispiel auf unterschiedlichen SAP-Systemen laufen, ruft ein SAP-System das andere über einen Remote Function Call auf. Diese Art von Kommunikation nennen wir „Point-to-Point-“ oder 'direkte Kommunikation'. Ein Upgrade eines Teils der Landschaft, zum Beispiel, würde dann jedoch nach sich ziehen, dass auch alle betroffenen einzelnen Verbindungen als Teil des Upgrade angepasst werden müssten. Bei großen Systemlandschaften kann dieser Ansatz leicht außer Kontrolle geraten, da die Anzahl der Verbindungen im Quadrat zur Anzahl der Systeme anwächst.

Nehmen Sie jedoch einmal an, dass eine zentrale Instanz oder 'Middleware' die Systeme miteinander verbindet. Wir nennen diese Art von Kommunikation eine 'vermittelte Kommunikation' und bezeichnen die Middleware als die Laufzeit-Engine von SAP NetWeaver PI. Mit einer zentralen Instanz, die die Systeme miteinander verbindet, haben Sie dann die Möglichkeit auf alle integrationsrelevanten Informationen an einer zentralen Stelle zuzugreifen. Im Gegensatz zum Point-to-Point-Szenario (wo die Verbindungen „Spaghetti-artig“ angeordnet sind), bleibt in einem vermittelten Szenario die Anzahl und Anordnung der Verbindungen kontrollierbar.

Die folgende Grafik veranschaulicht den Unterschied zwischen vermittelter und Point-to-Point-Kommunikation:

Abbildung 2: Point-to-Point-Kommunikation (links) verglichen mit vermittelter Kommunikation (rechts)

Die vermittelte Kommunikation geschieht über den Austausch von XML-Messages. Entsprechend sprechen wir im Kontext von SAP NetWeaver PI üblicherweise von Message-basierter Integration. Die Messages enthalten die Geschäftsdaten, die in einem komponentenübergreifenden Prozess zwischen den beteiligten Systemen ausgetauscht werden. Das Message-Protokoll von SAP NetWeaver PI (das die Laufzeit-Engine verarbeiten kann) basiert auf dem W3C-Standard SOAP Messages with Attachments.

Weitere Informationen: Messages