Materialbedarfe bei der Montageabwicklung Die Standardauslieferung des Systems ist so eingestellt, daß Sie keine Änderungen durchführen müssen, um die Montageabwicklung nutzen zu können. Es hilft Ihnen jedoch, wenn Sie diese Einstellungen verstehen, damit Sie Materialstämme und Standardnetze für Ihre Bedürfnisse optimal einstellen können.
Wie das System einen Auftrag für ein bestimmtes Material ausführt, hängt von der Bedarfsart und der Bedarfsklasse ab. Dies zeigt die folgende Grafik:

Im System beeinflussen zwei Objekte, wie ein Verkaufsbeleg verarbeitet wird, der Materialstamm und der Verkaufsbeleg selbst. Auf der SD-Seite bestimmen die Positionstypengruppe und die Verkaufsbelegart den Standard-Positionstyp.
Die Kombination aus dem Positionstyp und dem Dispositionsmerkmal im Materialstamm legt die Herkunft der Bedarfsart fest, das heißt, ob die Bedarfsart aus der Strategie im Materialstamm oder aus dem SD-Positionstyp stammt. Diese Kombinationen sind in einer Customizing-Tabelle enthalten. Gibt es für die aktuelle Kombination keinen Eintrag, bestimmt die Strategie die Bedarfsart.
Die Bedarfsart wiederum bestimmt die Bedarfsklasse. Die Bedarfsklasse legt fest, wie der Auftrag ausgeführt wird.
In der Bedarfsklasse sind drei Kennzeichen entscheidend für die Montageabwicklung:
Montageart
,
Kontierungstyp
undAuftragsart.
Die
Montageart
legt fest, welche Auftragsarten das System bei der Montageabwicklung anlegen kann. Im Projektsystem sollte als
Montageart
immer
Fertigungsauftrag, Netzplan oder Service (stat. Abwicklung) (2)
eingestellt sein.
Hinweis
Bei der statischen Abwicklung gibt es eine starre 1:1-Beziehung zwischen einer Kundenauftragsposition und einem Montageauftrag, im Projektsystem also einem Netzplan. Dynamische Aufträge sind flexibler und besitzen 1:n-Beziehungen. Dynamische Aufträge werden im Projektsystem nicht unterstützt.
Die
Auftragsart
entspricht im Projektsystem der Netzplanart. Sie legt fest, ob der Netzplan kopfkontiert oder vorgangskontiert ist, ob interne oder externe Nummernvergabe stattfindet, sowie weitere Netzplanparameter. Ob Sie mit kopfkontierten oder vorgangskontierten Netzplänen arbeiten, hängt davon ab, wie detailliert Sie auswerten wollen. Bezüglich der Nummernvergabe empfehlen wir, interne Nummern zu verwenden. Weitere Informationen finden Sie unter
Netzplanart und Parameter zur Netzplanart
sowie unter
Standardeinstellungen
.
Der
Kontierungstyp
legt fest, wie das System Bestandsmengen und Werte behandelt. Dieses Kennzeichen wird unter
Kontierung
noch detaillierter beschrieben.
Abhängig davon, ob es sich bei einem Verkaufsbeleg um eine Anfrage, ein Angebot oder einen Kundenauftrag handelt, sollen für einen Verkaufsbeleg und die Folgeaufträge Bedarfe wie Fertigungsaufträge und Bestellanforderungen generiert werden oder nicht. Beispielsweise wollen Sie für ein Angebot zwar Informationen über die Materialverfügbarkeit, jedoch keine Bedarfe übergeben.
Wenn Sie die Verfügbarkeitsprüfung nutzen wollen, muß das Kennzeichen
Bedarfsübergabe
in der Bedarfsklasse gesetzt sein (im Customizing des
Projektsystems
unter
).
Normalerweise existiert keine Zuordnung zwischen Netzplänen und Materialien. (Für die Montageabwicklung stellen Sie manuell eine Zuordnung her.) Das Material, das Sie im Verkaufsbeleg eintragen, ist häufig ein Verkaufsmaterial, dem kein Produkt mit dieser Materialnummer entspricht. Netzpläne selbst können in der Materialbedarfsplanung (MRP = Material Requirements Planning) keine Bedarfe decken und werden demzufolge im Dispositionslauf nicht berücksichtigt. Wenn der Verkaufsbeleg also Bedarfe generieren würde, könnten diese Bedarfe nicht gedeckt werden. Damit keine Bedarfe in der Disposition erzeugt werden, müssen Sie das Kennzeichen
Keine Dispo
.
in der Bedarfsklasse setzen oder für das
Dispomerkmal
im Materialstamm
Keine Disposition (ND)
einstellen (siehe
Einstellungen im Materialstamm
).
Sie können Bedarfe für Netzplankomponenten erzeugen. Weitere Informationen finden Sie unter Aktivierung von Reservierungen und Bestellanforderungen .