Vorabbeschaffung Mit dieser Funktion können Sie bei der Zuordnung einer Materialkomponente zu einem Netzplanvorgang Vorabbedarfe erzeugen. Vorabbedarfe dienen zur Deckung realer Bedarfe, die zu einem späteren Zeitpunkt generiert werden. Dies ist sinnvoll bei Materialkomponenten mit langer Wiederbeschaffungszeit (Planlieferzeit oder Eigenfertigungszeit).
Materialkomponenten, die vorabbeschafft werden sollen, müssen im Einzelbestand geführt sein, also im Bestand oder im Kundenauftragsbestand.
Da bei einer Direktbeschaffung zum Netzplan das Material direkt in den Verbrauch geht, kann das System keine Bedarfsverrechnung durchführen. Deshalb ist eine Vorabbestellanforderung nur bei Bestandsführung möglich.
Bei Materialkomponenten, die über die Disposition vorabbeschafft werden sollen, müssen im
Materialstammsatz
auf dem Bild
Disposition
unter
3
Vorplanung
folgende Einstellungen getroffen sein:
Unter
Mischdisposition
muß
Baugruppenvorplanung mit Endmontage (1)
eingestellt sein.
Es muß eine
Strategiegruppe
eingetragen sein, die über die zugeordnete
Bedarfsart
zu einer
Bedarfsklasse
mit den geeigneten Einstellungen führt:
In der Standardauslieferung können Sie die
Strategiegruppe
Vorplanung auf Baugruppenebene (70)
verwenden. Diese führt über die
Bedarfsart
Vorplanung Baugruppen (VSFB)
zur
Bedarfsklasse
Baugruppenvorplanung (105)
.
Diese Bedarfsklasse ist so eingestellt, daß Planprimärbedarfe erzeugt werden:
Verrechnungskennzeichen
:
Verrechnung Vorplanung mit Montage (1)
Planungskennzeichen
:
Nettoplanung (1)
Verrechnungskennzeichen Vorabbedarfe
:
Verrechn. gegen (Kundenbed.,) Reservierungen, Sekundärbed. (2 oder 3)
(Customizing der
Programmplanung
unter
)
Sie entscheiden bei der Zuordnung einer Komponente, daß diese vorabbeschafft wird. Diese Einstellung können Sie bis zur Freigabe des Netzplanvorgangs ändern, indem Sie die Komponente in einer Komponentenübersicht markieren und wählen.
Bei der Aktivierung von Bedarfen generiert das System für vorabbeschaffte Komponenten Vorabbestellungen bzw. Planprimärbedarfe.
Ein Planprimärbedarf wird von der Disposition als normaler Bedarf interpretiert. Wird jedoch später ein echter Bedarf generiert, bei dessen Auflösung das System auf eine Komponente trifft, für die bereits im selben Einzelbestandssegmentein (bedarfsdeckender) Planprimärbedarf vorhanden ist, so werden diese Bedarfe gegeneinander verrechnet. Das heißt bei Projekteinzelbestand, daß die Komponenten demselben PSP-Element zugeordnet sein müssen.
Weitere Informationen über Planprimärbedarfe finden Sie in der Komponente
Programmplanung
(PP-MP-DEM).