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FunktionsdokumentationDatenbeschaffung Verdichtungshierarchie Dieses Dokument in der Navigationsstruktur finden

 

Die über eine Verdichtungshierarchie verdichteten Daten resultieren aus einem Datenbeschaffungslauf. Dieser wird in der Regel nach Beendigung der Periodenabschlussarbeiten in der Kostenträgerrechnung pro Verdichtungshierarchie ausgeführt.

Bei der Ausführung des Datenbeschaffungslaufes geschieht Folgendes:

Für die gemäß der Definition der Verdichtungshierarchie selektierten Objekte werden die Werte und Mengen der Perioden gelesen, die im Datenbeschaffungslauf spezifiziert wurden. Diese Daten werden entsprechend dem Hierarchieaufbau nach oben verdichtet und auf Verdichtungsobjekten periodengerecht und kostenartengerecht fortgeschrieben. Ein Verdichtungsobjekt wird für jede Feldausprägung aller Felder einer Verdichtungshierarchie gebildet.

Beispiel Beispiel

Besteht die Verdichtungshierarchie aus den Feldern Werk und Auftragsart, so werden z.B. folgende Verdichtungsobjekte gebildet:

Werk A

Werk B

Werk A, Auftragsart 1

Werk B, Auftragsart 1

Ende des Beispiels.

Wurde bereits ein Datenbeschaffungslauf durchgeführt, so werden die in einem neuen Datenbeschaffungslauf selektierten Daten folgendermaßen fortgeschrieben:

  • Für Perioden innerhalb des Verdichtungszeitraumes des neuen Datenbeschaffungslaufes werden die Werte auf dem Verdichtungsobjekt zurückgesetzt und neu ermittelt.

  • Für Perioden außerhalb des angegebenen Zeitraums des neuen Datenbeschaffungslaufes bleiben die Werte auf dem Verdichtungsobjekt erhalten. Somit gehen Daten, die in einem früheren Verdichtungslauf ermittelt wurden, durch einen neuen Datenbeschaffungslauf nicht automatisch verloren.

Sie können die Selektion von Objekten für die Verdichtung vom Status des Objektes abhängig machen. Hierfür hinterlegen Sie in der Definition der Verdichtungshierarchie ein Statusselektionsschema. Im Statusselektionsschema hinterlegen Sie, welchen Status die zu selektierenden Objekte haben sollen (z.B. freigegeben, rückgemeldet). Arbeiten Sie mit der Statusselektion, so sollten Sie dies bei der Wahl des Verdichtungszeitraumes berücksichtigen.

Achtung Achtung

Wenn Sie z.B. mit der Statusselektion nur abgerechnete Aufträge verdichten wollen und den Verdichtungszeitraum auf die letzten zwei Perioden begrenzen, obwohl ein Auftrag über vier Perioden läuft, so werden z.B. Istkosten der ersten beiden Perioden des Auftrages nicht mitverdichtet und fehlen somit in der Verdichtungshierarchie. Da die gesamten Sollkosten erst in der Periode errechnet und auf der Datenbank fortgeschrieben werden, in der der Auftrag endgeliefert bzw. technisch abgeschlossen wurde, stehen den kumulierten Sollkosten in der Verdichtungshierarchie nur partielle Istkosten gegenüber.

Arbeiten Sie mit der Statusselektion, dann wählen Sie deshalb den Verdichtungszeitraum so groß, dass die gesamte Laufzeit eines Auftrages innerhalb des Verdichtungszeitraumes liegt.

Bei einer Auftragshierarchie ohne Statusselektion reicht es, den Verdichtungszeitraum so zu wählen, dass alle in der Finanzbuchhaltung offenen Perioden erfasst werden.

Ende der Warnung.

Weitere Informationen finden Sie unter Hintergrundinformationen zur verdichteten Analyse.

Voraussetzungen

Arbeiten Sie mit der Kuppelproduktion, so müssen Sie vor Ausführung eines Datenbeschaffungslaufs die Funktion Vorabrechnung Kuppelprodukte, Nacharbeit ausführen, da die Verdichtung im Falle von Kuppelproduktion nur die Werte der Auftragspositionen, nicht aber die des Auftragskopfes, nach oben verdichtet werden. Weitere Informationen finden Sie unter Kuppelproduktion im Informationssystem.

Funktionsumfang

Sie können einen Datenbeschaffungslauf ausführen für:

  • die gesamte Verdichtungshierarchie

    Führen Sie einen Datenbeschaffungslauf für die ganze Hierarchie durch, so können Sie anschließend zu jedem Verdichtungsobjekt einen Bericht anzeigen.

  • eine Teilhierarchie

    Wollen Sie z.B. nur die Summe der Kosten für alle Aufträge zu einem bestimmten Material ermitteln, so können Sie einen Datenbeschaffungslauf für die entsprechende Teilhierarchie durchführen. Sie können anschließend zu allen Verdichtungsobjekten dieser Teilhierarchie Berichte anzeigen.

Sie können auch einen Löschlauf durchführen. Dieser löscht die Daten aller Verdichtungsobjekte der angegebenen Hierarchie. Bei Durchführung eines Löschlaufes ist die Eingabe eines Zeitraumes ohne Bedeutung. Ein Löschlauf ist z.B. dann erforderlich, wenn Sie nachträglich Änderungen an der Definition der Verdichtungshierarchie vornehmen möchten.

Daneben besteht die Möglichkeit, einen Datenbeschaffungslauf durchzuführen, bei dem ein Aufbau der Verdichtungshierarchie erfolgt, jedoch keine Daten selektiert werden. Wurde bereits zu einem früheren Zeitpunkt eine Verdichtung für diesen Zeitraum durchgeführt, so würde durch einen solchen Datenbeschaffungslauf eine Aktualisierung der Verdichtungsobjekte vorgenommen, ohne dass bestehende Daten überschrieben würden.

Hinweise zur Performance

Um Laufzeiten zu verkürzen, können Sie den Verdichtungslauf von Verdichtungshierarchien auf mehreren Servern parallel laufen lassen. Über die Festlegung einer Anzahl von Verdichtungsknoten können Sie die Performance bei Parallelverarbeitung zusätzlich positiv beeinflussen.

Außerdem können Sie bei der Definition der Verdichtungshierarchie festlegen, dass einzelne Summensatzdateien nicht verdichtet werden sollen oder die Sätze von Summensatzdateien ohne Herkunft verdichtet werden sollen. Ist man an reinen Kostenartenberichten ohne weiteren Detaillierungsgrad interessiert, so empfiehlt es sich, dieses Kennzeichen zu setzen.

Aus Performancegründen sollte außerdem darauf verzichtet werden, das Feld Auftragsnummer als Hierarchiestufe in der Definition der Verdichtungshierarchie auszuwählen.

Arbeiten Sie mit der Auftragshierarchie mit Klassifizierung, so sollten Sie in regelmäßigen Abständen die Funktion Merkmalsstatistik ausführen. Hierdurch kann sich die Reihenfolge der zu selektierenden Merkmale ändern, wodurch eine schnellere Selektion der Klassifizierungsmerkmale ermöglicht werden kann. Sie finden diese Funktion im Anwendungsmenü der jeweiligen Anwendungskomponente der Kostenträgerrechnung über   Informationssystem   Datenbeschaffung   Auftragshierarchie (Klassifizierung)   Umfeld   Merkmalsstatistik   erzeugen  .

Vor dem Ausführen des Datenbeschaffungslaufs setzen Sie das Kennzeichen Klassifizierung im Customizing der Kostenträgerrechnung im Periodischen Produkt-Controlling bzw. im Auftragsbezogenen Produkt-Controlling unter Auftragsarten überprüfen in der Sicht Auftragsart ändern und klassifizieren die Aufträge mit dem Report RKO CLASS nach. Danach deaktivieren Sie das Kennzeichen.