Mittelvormerkungsbeleg 
Geschäftsvorfälle des Haushaltsmanagements, die bereits zugeteiltes Budget für erwartbare Einnahmen oder Ausgaben beanspruchen.
Folgende Geschäftsvorfälle werden unter dem Begriff Mittelvormerkungzusammengefasst:
Mittelreservierung
Mittelvorbindung
Mittelbindung
Mittelsperre
veranschlagte Einnahme
Unterscheidungskriterien für die Verwendung dieser Arten können folgende Aspekte sein:
haushalterischer Bindungscharakter
Verwendungszweck durch sachliche Spezifikation
rechtliche Verpflichtung nach außen
Mittelreservierung
Mit Mittelreservierungen können Sie frühzeitig Teile des Budgets, z.B. für ein Projekt beanspruchen, ohne dass Sie den genauen Verwendungszweck kennen müssen. Die Mittelreservierung gilt als Vorstufe der Mittelvorbindung und Mittelbindung, die sich auf eine Mittelreservierung beziehen können . Insofern können Sie mit der Mittelreservierung einen Rahmen für den späteren Budgetverbrauch vorgeben, innerhalb dessen sich alle nachfolgenden Aktivitäten bewegen müssen.
Mittelvorbindung
Die Mittelvorbindung kann sich auf eine Mittelreservierung beziehen. Bei einer Mittelvorbindung ist dem Anwender der Verwendungszweck genauer bekannt, ohne dass bereits eine konkrete vertragliche Vereinbarung mit Außenstehenden eingegangen wurde.
Mittelbindung
Bei der Mittelbindung spielt neben dem Verwendungszweck die rechtliche Bindung mit Außenstehenden eine Rolle. Solche rechtlichen Bindungen können z.B. Bestellungen bei einem Lieferanten oder sonstige vertragliche Vereinbarungen sein. Mit der Mittelbindung können Sie auf Mittel zurückgreifen, die mit einer Mittelreservierung oder Mittelvorbindung bereitgestellt wurden.
Mittelsperre
Mit Hilfe von Budgetsperren können Sie den Zugriff auf bereits zugeteiltes Budget ganz sperren. Dieses Budget steht dann für andere Geschäftsvorfälle nicht mehr zur Verfügung.
Veranschlagte Einnahme
Mit einer veranschlagten Einnahme können Sie erwartbare Einnahmen erfassen, bei denen z.B. zum augenblicklichen Zeitpunkt noch nicht bekannt ist, durch welchen Vorgang die Einnahmen tatsächlich verursacht werden oder zu welchem Zeitpunkt genau Ihnen die Mittel zur Verfügung stehen.
Mittelvormerkungsbelege sind in den Belegkopf und in den Bereich der einzelnen Positionen untergliedert. Pro Beleg sind ein Belegkopf und mehrere Belegpositionen möglich.
Belegkopf
Im Belegkopf sind die Informationen enthalten, die für den ganzen Beleg gültig sind. Dazu zählen z.B das Belegdatum, die Belegnummer sowie steuernde Informationen wie die Belegart .
Belegpositionen
In den Belegpositionen stehen nur die Informationen zu der jeweiligen Position. Dazu gehören die Kontierungsinformationen, z.B. die Haushaltsmanagement-Kontierung (Finanzposition, Finanzstelle und ggf. Fonds) oder eine CO-Kontierung sowie ein Betrag.
Hinweis
In Abhängigkeit davon, welche Kontierung mitgegeben wird, beanspruchen Mittelvormerkungen Budget im Haushaltsmanagement oder Controlling. Wenn beide Kontierungen mitgegeben werden, sind im Controlling nur die Mittelvormerkungen Mittelreservierung, Mittelvorbindung, Mittelbindung budgetwirksam.
Die Eingabe einer CO-Kontierung bei einer veranschlagten Einnahme oder Mittelsperre dient nur informativen Zwecken.
Weitere Angaben für den gesamten Beleg oder die Belegposition sind in Abhängigkeit vom jeweiligen Geschäftsvorfall und den Customizingeinstellungen möglich oder sogar erforderlich.
Mittelvormerkungen werden durch die Buchungen im Haushaltsmanagement, der Finanzbuchhaltung oder der Materialwirtschaft abgebaut.
Siehe auch:
Vormerkung von Budget für erwartbare Ausgaben