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 Stammdaten des PP im Produktkosten-Controlling Dieses Dokument in der Navigationsstruktur finden

Wenn Sie eine Plankalkulation oder einen Fertigungsauftrag in der Produktionsplanung ( PP ) erstellen, dann verwendet das System eine Reihe von Stammdaten, um das Mengengerüst für die Kalkulation aufzubauen.

Pro Halb- oder Fertigfabrikat sind in der Regel folgende Daten im PP vorhanden:

Stückliste

Sie listet alle Materialkomponenten auf, die zur Fertigung des Produkts benötigt werden. Sie kann Materialien mit eigenen Stücklisten enthalten.

Die Stücklistenverwendung gibt an, ob die Stückliste kalkulationsrelevant ist.

Pro Stücklistenposition wird Folgendes festgelegt:

  • ob die Materialkomponente in der Kalkulation berücksichtigt wird

  • ob die Materialkomponente lagerhaltig ist oder fremdbeschafftwird

  • ob die Einsatzmenge losfix, d.h. unabhängig von der produzierten Menge ist

  • ob das Material als Kuppelprodukt zu betrachten ist

Arbeitsplan

Er beschreibt den Ablauf der Vorgänge zur Fertigung eines Produkts, und gibt u.a. Folgendes an:

  • ob ein Vorgang in der Kalkulation berücksichtigt wird

  • ob ein Vorgang intern oder fremdbearbeitetwird

  • ob und wie ein Vorgang rückgemeldet wird

  • welche Materialkomponenten und Fertigungshilfsmittel zur Durchführung des Vorgangs benötigt werden

  • ob ein Wareneingang bei der Rückmeldung des Vorgangs gebucht wird

  • ob Nacharbeit über den Vorgang durchgeführt wird

Der Arbeitsplan enthält Vorgabewerte für die Durchführung des Vorgangs. Diese Vorgabewerte werden in Zusammenhang mit der Formel im Arbeitsplatz interpretiert, um die Plankosten für die im Vorgang erbrachten Eigenleistungen zu ermitteln. Im Normalarbeitsplan ist die Basismenge (z.B. Stückzahl) im allgemeinenkonstant. Die benötigten Zeiten (z.B. die Bearbeitungszeit pro Vorgang) werden über die Vorgabewerte gepflegt.

Statt mit Arbeitsplänen kann man auch mit Linienplänen arbeiten. Diese finden insbesondere in der Serienfertigung Anwendung. Der Linienplan wird zur mengenbezogenen Planung genutzt. Die Bezugszeit ist konstant, während die Produktionsmengen artikelspezifisch gepflegt werden. Sie definieren eine Vorgangsfolge. Über die Produktionszeit und die dazugehörigen Einheiten haben Sie für diesen Vorgang die Möglichkeit, eine Produktionsrate festzulegen. Dabei wird die Produktionsrate durch den Quotienten aus Produktionsmenge und Produktionszeit bestimmt.

In der Serienfertigung sind Vorgänge, die als Meilensteine definiert sind, bei der Eröffnung eines Serienauftrages automatisch die Grundlage für die Zählpunktfestlegung.

Arbeitsplätze

Arbeitsplätze sind organisatorische Einheiten, in denen bzw. von denen ein Vorgang ausgeführt wird. Ein Arbeitsplatz kann eine Maschine, eine Person, eine Fertigungsstraße oder eine Handwerkergruppe sein. Der Arbeitsplatz ist einem Werk zugeordnet.

Jeder Arbeitsplatz verweist in seinem Stammsatz auf eine Kostenstelle oder auf einen Geschäftsprozess. Die Kostenstelle oder der Geschäftsprozess ist einem Kostenrechnungskreis zugeordnet. Einer Kostenstelle oder einem Geschäftsprozess können Arbeitsplätze unterschiedlicher Werke zugeordnet werden. Das Werk ist dabei eindeutig einem Buchungskreis und über diesen auch einem Kostenrechnungskreis zugeordnet.

In der Kostenstellenplanung werden die Leistungen, die an dem Arbeitsplatz ausgeführt werden, anhand von Leistungsarten geplant. Dies bedeutet, dass für Leistungen, die am Arbeitsplatz erbracht werden, entsprechende Leistungsarten in der Kostenstellenrechnung existieren. Auf Basis der Formel im Arbeitsplatz und der Vorgabewerte im Vorgang errechnet das System, wieviel Leistung erwartet wird. Um die Plankosten für den Vorgang zu ermitteln, werden die Leistungsarten mit Tarifen der Kostenstellenrechnung bewertet.

In der Prozesskostenrechnung werden die Prozessmengen, die der Arbeitsplatz in Anspruch nehmen wird, geplant. Das System errechnet die Prozessmengen auf Basis des Template. Um die Plankosten für den Geschäftsprozess zu ermitteln, werden die Prozessmengen mit den Tarifen der Geschäftsprozesse bewertet.

Die folgende Abbildung zeigt die Verbindung zwischen den Daten im Arbeitsplatz und im Arbeitsplan:

Die Abbildung wird im Begleittext erläutert.

In der Serienfertigung können Sie statt eines Arbeitsplatzes eine Fertigungslinie verwenden. Die Fertigungslinie muss im PP als Arbeitsplatz definiert sein. Sie informiert über die Menge, die in einem Zeitraum produziert werden kann.

Materialstammsätze

Sie enthalten alle zur Verwaltung eines Materials notwendigen Informationen. Für die Kostenträgerrechnung sind im Materialstammsatz folgende Sichten von Bedeutung:

  • Buchhaltungssicht

    • Sie steuert die Bewertung des Materials und die Zuordnung des Materials zu einem Sachkonto und somit zu einer primären Kostenart.

    • Sie gibt die Summe und den Wert aller bewerteten Bestände des Materials an.

    • Sie enthält Preise (z.B. steuerrechtlicher Preis 1, handelsrechtlicher Preis 1), die aus Inventurkalkulationen zum Material übernommen werden können.

  • Die Kalkulationssicht steuert für die Kostenträgerrechnung Folgendes:

    • ob die Materialnummer (die Herkunft ) im Kostenartennachweis im CO fortgeschrieben wird

      Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass bei Materialkosten die Materialnummer im Informationssystem angezeigt wird.

    • ob der Verbrauch des Materials untergliedert nach Herkunftsgruppen fortgeschrieben wird

      Auf diese Weise können Sie Gruppen von Rohstoffen oder Handelswaren bilden, um beispielsweise Gemeinkostenzuschläge nach gemeinsamen Bedingungen zu ermitteln.

    • auf welcher Basis Gemeinkosten für das Material ermittelt werden können (Gemeinkostengruppe)

      Wenn Sie eine Gemeinkostengruppe eingegeben haben, dann können Sie diese mit einem Zuschlagsschlüssel verknüpfen und Bedingungen für bestimmte Gruppen von Halb- und Fertigfabrikaten definieren.

    • ob Abweichungen für Aufträge über dieses Material ermittelt werden

      Der Abweichungsschlüssel im Materialstammsatz wird in den Fertigungsauftrag übernommen. Er gibt an, dass solche Aufträge bei der Abweichungsermittlung selektiert werden.

    • ob das Material in der Regel über die Kalkulation mit Mengengerüst oder die Kalkulation ohne Mengengerüst kalkuliert wird

    • welche Losgröße als Basis für die Kalkulation vorgeschlagen wird

    • wie Stückliste und Arbeitsplan für die Kalkulation mit Mengengerüst selektiert werden

    • welchen Status das Material hat

      Sie enthält folgende Preisinformationen:

    • Preise (z.B. zukünftiger Standardpreis, laufender Standardpreis, vergangener Standardpreis), die aus der Plankalkulation zum Material übernommen werden, wenn die Plankalkulation vorgemerkt und freigegeben wird.

    • Preise (z.B. Planpreis 1), die aus der Sollkalkulation oder der aktuellen Kalkulation zum Material übernommen werden.

      Die Kuppelproduktionszusätze enthalten ein Aufteilungsschema, das die Aufteilung der Gesamtkosten für einen Auftrag auf die einzelnen Kuppelprodukte festlegt.

Siehe auch:

Weitere Informationen finden Sie unter Materialstamm (LO-MD-MM) sowie unter   Logistik   Produktionsplanung und – steuerung (PP)   Grunddaten (PP-BD)   :