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Definition

Die Transportart enthält alle wesentlichen Steuerungsmerkmale für einen Transport, wie z.B. der Nummernkreis, ob es sich um einen eingehenden oder ausgehenden Transport handelt, wie die Streckenermittlung durchgeführt wird und welches Laufkennzeichen für diese Transportart vorgeschlagen wird. Darüber hinaus können Sie für die Transportart eine Selektionsvariante eingeben. Die in der Variante definierten Werte werden auf dem Selektionsbild vorgeschlagen, wenn Sie einen Transportbeleg dieser Belegart anlegen.

Die folgenden Transportarten werden vom System unterstützt:

  • Einzeltransport

  • Sammeltransport

  • Transportkette

Einzeltransport

Ein Einzeltransport umfaßt

  • eine oder mehrere Lieferungen

  • einen Abgangsort

  • einen Zielort

  • einen Verkehrsträger

Beispiel Beispiel

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Ende des Beispiels.

Sammeltransport

Ein Sammeltransport umfaßt

  • eine oder mehrere Lieferungen

  • mehrere Abgangsorte

  • mehrere Zielorte

  • einen Verkehrsträger

Beispiel Beispiel

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Ende des Beispiels.

Transportkette

Die Transportkette unterstützt Sie bei der Durchführung von Lieferungen, die mit mehreren Verkehrsträgern transportiert werden sollen und daher von verschiedenen Abteilungen der Transportdispositionsstelle bearbeitet werden.

Die folgende Abbildung zeigt eine Transportkette:

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Beispiel Beispiel

Die für Güterkraftverkehr zuständige Abteilung organisiert Güterfernverkehr per Lkw und die zuständige Abteilung für Überseetransporte organisiert Güterfernverkehr per Schiff. Beide Verkehrsträger (Lkw und Schiff) erfordern separate Transportpapiere. Ein Transportbeleg wird daher für die Strecke angelegt, die von der für Güterkraftverkehr zuständigen Abteilung organisiert wird, und ein zweiter Transportbeleg für die Strecke, die von der für Überseetransporte zuständigen Abteilung organisiert wird.

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Wenn für einen Transport mehrere Transportstrecken von verschiedenen Verkehrsträgern durchgeführt werden, empfiehlt es sich, für jeden Verkehrsträger einen eigenen Transportbeleg anzulegen (d.h. eine Transportkette). Auf diese Weise können Sie für jeden Verkehrsträger eigene Nachrichten, Status, Texte, usw. erfassen.

Ende des Beispiels.

Beispiel für die Anwendbarkeit einer Transportkette

In den Versandstellen '0001' und '0002' in Deutschland stehen Anfang Dezember eine Menge von Lieferungen an, die zu verschiedenen Kunden nach Amerika gebracht werden müssen. Bezüglich der Incoterms wurde mit den Kunden teilweise 'FH' aber auch 'CIF New York' vereinbart.

Der Transport soll innerhalb Deutschlands per LKW, dann ab Hamburg nach New York per Schiff und in Amerika dann wieder per LKW erfolgen. Prinzipiell ist es natürlich möglich, den gesamten Ablauf in einem Transportbeleg zu dokumentieren. Allerdings könnte es zu Problemen kommen, wenn bestimmte Teile der Transportfunktionalität genutzt werden:

  • Daten für den Status des Transports beziehen sich immer auf den gesamten Transportbeleg (z.B. der Status 'Verladen beendet'). Das Verladen findet im Rahmen dieses Szenarios aber mehrmals statt.

  • Aus dem gleichen Grunde ist eine Zuordnung von Terminen und Texten zu einem Versandelement schwierig, da dieses ja innerhalb des Transportbeleges wechselt. Allein schon die Definition des Versandelementes stößt aus diesem Grunde auf Schwierigkeiten.

  • Die Nachrichten, die mit dem Transportbeleg erzeugt werden sollen, umfassen alle Daten des gesamten Transports. Wenn der LKW die Versandstelle verläßt, werden für ihn also auch Daten ausgedruckt, die sich auf das Schiff beziehen. Dies ist unnötig und störend. Auch das Abfertigen von mehreren notwendigen Vorläufen zu verschiedenen Zeitpunkten erfordert einen Papierdruck zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

Es liegt also nahe, an dieser Stelle eine sogenannte Transportkette zu nutzen, d.h. die Lieferungen nehmen nacheinander an verschiedenen Transporten teil. Im System werden für dieses Szenario mehrere Transportbelege angelegt, z.B. zehn Vorlauf-Transporte (per LKW), ein Hauptlauf (Schiff) und gegebenenfalls acht Nachläufe (wieder LKW). Auf diese Weise ist das Problem der Zuordnung von Terminen, Nachrichten, Texten etc. zum Packmittel gelöst.

Das Anlegen dieser Transportkette könnte im Rahmen dieses Beispiels folgendermaßen ablaufen:

  1. Anlegen des Hauptlaufes

In der Transport-Dispo-Stelle '0001' legt der Disponent, der für See-Transporte zuständig ist, einen Hauptlauf-Transport an, der alle Lieferungen beinhaltet, die Anfang Dezember vom Hafen in Hamburg mit dem Schiff nach New York gehen sollen. Hierfür sollte im Customizing eine eigene Transportart existieren. Diese könnte folgende Einstellungen beinhalten:

  • Das Laufkennzeichen für den Transportkopf ist 'Hauptlauf'. Dadurch wird dem System mitgeteilt, daß dieser Transport noch mit anderen Transporten in Verbindung stehen muß.

  • Diese Transportart sollte als Streckenermittlungsart ‘ ‘ aufweisen, d.h. es wird keine automatische Streckenermittlung durchgeführt. Dies ist sinnvoll, denn die Strecke Hamburg - New York enthält keine Abgangsorte oder Zielorte aus der Lieferung (genau diese Daten werden aber von der Streckenermittlung berücksichtigt).

  • Eventuell ist in der Lieferung bereits eine Routenfindung durchgeführt worden, aus der sich die Route Hamburg-New York ergeben hat. Wenn Sie diese Route automatisch in den Hauptlauf-Transport übernehmen möchten, können Sie im Customizing für diese Transportart angeben, daß Routen aus der Lieferung in den Transport übernommen werden. Dies geschieht dann in dem Moment, wenn Sie im Transportbeleg den Status 'Disponiert' setzen (Voraussetzung hierfür ist allerdings, daß die Route in den Lieferungen eindeutig ist). Zu diesem Zeitpunkt kann auch der Dienstleister automatisch aus der Lieferung übernommen werden, wenn Sie dies im Customizing für die Transportart so gekennzeichnet haben und wenn der Dienstleister in den Lieferungen eindeutig ist.

Als die Lieferungen, die in diesem Transport enthalten sind, angelegt wurden, hatten diese den Transport-Dispo-Status 'A', das heißt, sie waren transportrelevant, aber noch nicht von der Transportdisposition bearbeitet. Jetzt, nach dem Anlegen des Hauptlauf-Transportes, haben diese Lieferungen den Transport-Dispo-Status 'B', sie sind teilweise disponiert, denn zu einem Hauptlauftransport müssen noch Vor- und ggf. Nachlauftransporte erstellt werden.

  1. Anlegen von Vorläufen

Da die Vorlauftransporte, die die Ware von den Versandstellen '0001' und '0002' zum Schiff in Hamburg bringen sollen, erheblich schneller organisiert werden können als das Schiff, werden diese erst jetzt geplant. Der Disponent, der für Straßentransporte zuständig ist, muß jetzt all die Lieferungen, die in dem Hauptlauf-Transport sind, zu einem oder mehreren Vorlauftransporten zusammenstellen (dies ist innerhalb der Transaktion zum Anlegen von Transporten möglich).

Hierzu muß er genau die Lieferungen selektieren, die sich im Hauptlauftransport befinden. Dazu kann er sich den Transport-Dispo-Status der Lieferung zunutze machen, denn dieser steht mittlerweile nicht mehr auf 'A' sondern auf 'B'. Natürlich reicht dies als einziges Selektionskriterium nicht aus. Er könnte die weiteren Selektionskriterien eingeben, die auch bei der Lieferungsselektion des Hauptlaufes genutzt wurden. Dies ist aber recht unpraktikabel, da er sie eventuell nicht kennt oder mit diesen Kriterien zu viele Lieferungen selektiert.

Aus diesem Grunde ist es sinnvoller, die Transportnummer des betreffenden Hauptlauf-Transportes in der Rubrik 'Bezug auf' bei der Lieferungsselektion anzugeben. Wenn diese Nummer nicht bekannt ist, kann sie über die F4-Hilfe herausgefunden werden. In diesem Fall erscheint ein weiteres Selektionsbild zur Transportnummernselektion. Hier könnte z.B. die Transportdispostelle, der Ersteller des Transportes, der Abgangsort und das Datum spezifiziert werden, um die Nummer des Hauptlauf-Transportes zu ermitteln.

Aus dem jetzt bestimmten Arbeitsvorrat sind Transporte zu erstellen.Wenn jede Lieferung genau einem LKW entspricht, kann der Disponent beispielsweise die Funktion   'Bearbeiten   Automatische Planung   Transport je Lief.   ' benutzen, die für jede Lieferung einen eigenen Transport anlegt.  

Bei der entprechenden Transportart wären folgende Einstellungen sinnvoll:

  • Das Laufkennzeichen ist natürlich Vorlauf.

  • Als Streckenermittlungsart wird hier '1' gewählt (Streckenermittlung gemäß Abfahr- und Anfahrreihenfolge).

  • Eine Übernahme der Route aus der Lieferung soll nicht erfolgen. Für den Dienstleister kann die Übernahme eventuell sinnvoll sein.

Beim Setzen des Status 'Disponiert' wird jetzt zwar keine Route aus den Lieferungen übernommen, es setzt aber die Streckenermittlung ein. Diese wird ermitteln, in welcher Reihenfolge die Versandstellen angefahren werden sollen (sogenannte Abfahrreihenfolge). Außerdem wird als Zielort 'Hamburg' vorgeschlagen, denn die Lieferungen befinden sich ja in einem Hauptlauftransport, der von Hamburg nach New York geht.

Beim Sichern des Transportes wird der Transport-Dispo-Status der Lieferung weiter fortgeschrieben. Für die Lieferungen mit Incoterm FH bleibt der Status weiterhin auf 'B' (teilweise disponiert), denn da der zweite Teil der Incoterms leer ist, nimmt das System an, daß noch ein Nachlauf notwendig ist. Die Lieferungen mit 'CIF New York' hingegen werden auf 'C' (vollständig disponiert) gesetzt, denn da der zweite Teil der Incoterms gesetzt ist, wird angenommen, daß ein Nachlauf nicht mehr notwendig ist.

  1. Anlegen von Nachlauftransporten

Das Anlegen der Nachlauf-Transporte verläuft analog zum Vorlauf. Die entsprechende Transportart könnte folgendermaßen eingerichtet werden:

  • Laufkennzeichen ist Nachlauf

  • Streckenermittlung Typ '1'

  • Keine Übernahme der Route aus den Lieferungen

Da beim Selektieren der Lieferungen für diese Transporte u.a. der Transport-Dispo-Status 'B' angegeben wird, werden auch nur jene Lieferungen gefunden, für die noch ein Nachlauf notwendig ist. Wird der Status 'Disponiert' in einem Transport gesetzt, wird auch hier eine Streckenermittlung durchgeführt. Als Abgangsort wird automatisch 'New York' vorgeschlagen, denn der Hauptlauftransport endete dort. Die Reihenfolge, in der die Kunden in Amerika angelaufen werden sollen (sogenannte Anfahrreihenfolge), ist durch die Anordnung der Lieferungen vorgegeben. Wenn die Nachlauftransporte gesichert sind, ist der Transport-Dispo-Status der betreffenden Lieferungen auch auf 'C' (vollständig disponiert), denn jetzt existieren zu diesen Lieferungen Vor-, Haupt- und Nachläufe.

Durch diese Schritte ist gewährleistet, daß jede Lieferung nacheinander an mehreren Transporten teilnimmt, also an einer Transportkette. So könnten beispielsweise zehn Vorlauftransporte nach Hamburg gehen, gefolgt von einem Hauptlauftransport und abschließend vielleicht wieder acht Nachlauftransporten in Amerika. Insgesamt bildet sich also ein Netz von Transporten aus, die über die beteiligten Lieferungen zusammenhängen.

  1. Überwachung der Transportkette

Um den Überblick über diese Transporte zu behalten, kann z.B. die Funktionalität genutzt werden, die unter   'Umfeld   Transportinfo   Transportnetz Liste   ' oder unter   'Umfeld   Transportinfo   Transportnetz Grafik   ' zu finden ist in der Auftrags-, Lieferungs- und Transportbearbeitung. Auch die Arbeitsvorräte für Disposition und Abfertigung können einen Überblick geben, indem man in der Rubrik   'Bezug auf' eine der Transportnummern angibt, die Teil des Transportnetzes ist. Es werden dann alle Transporte des Netzes selektiert.