Parallele Werteflüsse im Controlling 
Ein wesentliches Grundprinzip des Controllings im Rechnungswesen des SAP-Systems besteht darin, dass alle Mengenflüsse der Logistik möglichst zeitnah und vorgangsbezogen mit Werteflüssen im Rechnungswesen eingehen.
Wenn Sie in Ihrem System parallele Wertansätze führen wollen, müssen Sie diese Wertansätze auch im Controlling fortschreiben, d. h. in der Kostenartenrechnung. Die Kostenartenrechnung stellt die notwendige Infrastruktur zur Abbildung dieser parallelen Werteflüsse bereit, indem Sie mehrere Istversionen parallel führen können. Dies bedeutet z. B., dass bei der Entnahme eines Materials auf einen Fertigungsauftrag die Verbrauchsbuchungen parallel aus Sicht unterschiedlicher Bewertungen auf dem Fertigungsauftrag geführt werden.
Sie können in der Kostenartenrechnung mehrere Istversionen in unterschiedlichen Bewertungen parallel führen. Es wird hierbei eine führende Istversion (die operative Istversion 000) und weitere additive Istversionen unterschieden. Während die operative Version die Controllingphilosophie und damit die führende Bewertung (z. B. Konzernbewertung) widerspiegelt, haben die additiven Istversionen die Aufgabe, die restlichen Bewertungen durchzureichen. Weitere Informationen finden Sie unter Zuordnung der Wertansätze zu CO-Versionen.
Um den legalen Abschluss sicherzustellen, muss die legale Bewertung im CO mindestens in einer additiven Istversion durchgängig geführt werden. Es können bis zu zwei weitere Wertansätze parallel geführt werden. Diese werden im Währungs- und Bewertungsprofil festgelegt.
Weitere Informationen zur Verwendung paralleler Wertansätze in der Kostenartenrechnung finden Sie für die klassische Profitcenter-Rechnung unter Transferpreise im Abstimmledger. In der neuen Hauptbuchhaltung werden die Werte aus dem Controlling direkt über die
Echtzeitintegration mit dem Controlling in die Hauptbuchhaltung übernommen.
Auch im Gemeinkostencontrolling werden konsistent zu den Einstellungen der Kostenartenrechnung parallele Wertansätze geführt.
Dies bedeutet lediglich, dass Materialverbräuche z. B. auf Kostenstellen mit unterschiedlichen Wertansätzen gebucht werden können.
Für Leistungen können Sie keine Transferpreise und damit auch keine unterschiedlichen parallelen Wertansätze verwenden. Dies bedeutet konkret, dass Leistungen lediglich zu dem im CO führenden Wertansatz bewertet werden. Für das Controlling bedeutet diese Aussage, dass die Plan-Tarifermittlung, wie auch die Planung im Gemeinkosten-Controlling nur in der führenden Bewertung (in der operativen Version) durchgeführt wird. Plan-Ist-Vergleiche und insbesondere Abweichungsanalysen werden daher in der operativen Version durchgeführt.
Für die Ist-Tarifermittlung können bis zu drei Ist-Tarife parallel berechnet werden. Es wird eine Bewertung in allen Wertansätzen durchgeführt. Falls keine Ist-Tarifermittlung durchgeführt wird, wird der Plan-Tarif auch im Ist zur Bewertung herangezogen. Die Ist-Tarifermittlung mit verschiedenen Wertansätzen sollte nicht mit Transferpreisen für Leistungen verwechselt werden. Es werden lediglich die unterschiedlichen Primärkosten, die sich durch Transferpreise im Rahmen der Materialbewegung ergeben, in der Ist-Tarifermittlung berücksichtigt.
Unabhängig hiervon werden parallele Wertansätze im Rahmen aller sekundären Verrechnungen auch als parallele Verrechnungsflüsse durchgereicht, so dass eine Durchgängigkeit der Werteflüsse für alle Wertansätze gewährleistet ist.
Weitergehende Informationen zur Nutzung paralleler Wertansätze im Gemeinkostencontrolling finden Sie unter:
Die Kostenträgerrechnung hat die Aufgabe, für die Abrechnung der Abweichungen aus der Produktion an die Finanzbuchhaltung und das Material-Ledger parallele Wertansätze bereitzustellen. Dies betrifft diejenigen Kostenträger, die an Materialbestand abrechnen, also Fertigungs-, Prozess-, und Serienaufträge.
Die Controllingfunktionen der Kostenträgerrechnung, wie z. B. die Abweichungsermittlung, werden wie bisher auf eine Bewertung beschränkt bleiben, nämlich den führenden Wertansatz. Dies gilt für die Ermittlung von Gemeinkostenzuschlägen, Abweichungen und Abweichungskategorien. Nur Materialbewegungen werden mit parallelen Wertansätzen in der Kostenträgerrechnung gebucht, die Istkosten eines Wertansatzes ergeben sich damit immer aus den Materialkosten in der jeweiligen Bewertung sowie den Leistungen und Zuschlägen aus der operativen Version.
Für die Abrechnung mit parallelen Bewertungen ist die Ermittlung der Ware in Arbeit für die jeweiligen Wertansätze notwendig. Dazu werden die im Währungs- und Bewertungsprofil hinterlegten Wertansätze in die Abgrenzungsversionen übernommen. Dadurch können parallele Werte zum einen für die Buchung der Ware in Arbeit in die Finanzbuchhaltung und zum anderen für die Abrechnung der Abweichungen aus Produktion bereitgestellt werden. Die Abweichungen aus Produktion ergeben sich dabei als die Differenz aus Istkosten, Lagerzugängen und Ware in Arbeit zum jeweiligen Wertansatz.
Weitergehende Informationen zur Nutzung paralleler Wertansätze in der Kostenträgerrechnung finden Sie unter:
Ware in Arbeit im periodischen Produkt-Controlling
Die Ergebnisrechnung (CO-PA) hat die Aufgabe, alle Umsätze mit konzernfremden Kunden bzw. mit anderen Buchungskreisen mittels des Umsatzkostenverfahrens darzustellen. Sie konnten über die Umsätze aus Sicht der internen Unternehmenseinheit mit dem Merkmal Profitcenter berichten. Nicht berücksichtigt jedoch wurden Warenbewegungen zwischen Profitcentern im selben Buchungskreis.
Mit Hilfe einer Artikelerfolgsrechnung auf Basis von Transferpreisen können neben den aus Buchungskreissicht externen Umsätzen alle internen Warenbewegungen zwischen Profitcentern mit Transferpreisen bewertet und in der Ergebnisrechnung gebucht werden. Damit ist es möglich, neben dem Ergebnis pro Profitcenter den Erfolgsbeitrag eines einzelnen Artikels pro Profitcenter auszuweisen.
Weitergehende Informationen zur Artikelerfolgsrechnung in der Ergebnisrechnung finden Sie unter: