Warenlieferungen zwischen Profitcentern 
Profitcenter werden im SAP-System als "Unternehmen im Unternehmen" gesehen. Das bedeutet, dass in der Profitcenter-Rechnung bei unternehmensinternen Materialflüssen ein Verkauf auf dem sendenden Profitcenter und ein Wareneingang auf dem empfangenden Profitcenter stattfindet. Diese beiden Vorgänge können nicht durch eine Spiegelung der Originalbuchungen abgebildet werden, sondern erfordern eigene Zusatzkontierungen.
Hierfür müssen Sie Konten mit folgender Bedeutung hinterlegen:
interne Erlöse
interne Bestandsveränderungen
Lieferung von Profitcenter
Diese Konten hinterlegen Sie zur Kontenfindung für interne Warenbewegungen im Customizing des Controlling unter .
Achtung
Es muss sich bei den zusätzlichen Sachkonten immer um automatisch bebuchbare Erfolgskonten handeln, die keine Kostenarten sein dürfen. Sie werden unabhängig davon bebucht, ob Sie im System Parallele Wertansätze/Transferpreise führen.
Wenn Sie im System parallele Wertansätze/Transferpreise führen, werden interne Materialflüsse jedoch ausschließlich in der Profitcenter-Bewertungssicht gebucht.
Wenn Sie parallele Wertansätze/Transferpreise führen, schreibt das System die Zusatzbuchungen in Profitcenter-Bewertungssicht wie folgt in der Finanzbuchhaltung fort:
Klassische Hauptbuchhaltung:
Wenn Sie den Profitcenter-Wertansatz im relevanten Kostenrechnungskreis führen und für die Buchungskreise des Kostenrechnungskreises eine parallele Währung in Profitcenter-Bewertung definiert haben, schreibt das System die zusätzlichen Buchungszeilen automatisch fort.
Wenn Sie den Profitcenter-Wertansatz im relevanten Kostenrechnungskreis nicht führen, schreibt das System die in legaler Bewertung erzeugten Zusatzzeilen nicht fort.
Neue Hauptbuchhaltung:
Wenn Sie den Profitcenter-Wertansatz im relevanten Kostenrechnungskreis führen und für das führende Ledger sowie weitere relevante Ledger eine parallele Währung in Profitcenter-Bewertung definiert haben, schreibt das System die zusätzlichen Buchungszeilen in diesen Ledgern automatisch fort.
Wenn Sie den Profitcenter-Wertansatz im relevanten Kostenrechnungskreis nicht führen, schreibt das System die in legaler Bewertung erzeugten Zusatzzeilen standardmäßig nicht fort. Sie können die Fortschreibung (zum Warenwert) in den Ledgern der neuen Hauptbuchhaltung über das Business Add-In Fortschreibung interner Erlöse zwischen Profitcentern ( FAGL_INTERNAL_ACCOUNTS ) aktivieren.
Auf der Grundlage des Ursprungsbelegs werden bei einem Warenfluss zwischen Profitcentern über eine eigene Kontenfindung zusätzliche Buchungszeilen generiert und in der Profitcenter-Rechnung auf den oben genannten zusätzlichen Konten verbucht.
Sie können die Kontenfindung von folgenden Kriterien abhängig machen:
Materialart
Bewertungsklasse
Bewertungsmodifikationskonstante
Bei internen Warenbewegzungen mit bewertetem Transitbestand können Sie das Bestandsveränderungskonto zwischen sendendem und empfangendem Profitcenter differenzieren. Sie müssen in diesem Fall ein zusätzliches Konto für interne Bestandsveränderungen beim empfangenden Profitcenter anlegen und in der Kontenfindung für interne Warenbewegungen hinterlegen.
Hinweis
Sie können die Kontenfindung für interne Warenbewegungen über einen Transitbestand selektiv übersteuern, z.B. für einzelne Materialien. Hierzu steht Ihnen das Business Add-In Modifikation Kontenfindung für Transferpreise ( BADI_TP_ACCOUNT_MODIFICATION ) zur Verfügung.
Beispiele für Buchungen bei verschiedenen Arten von internen Warenbewegungen finden Sie unter:
Materialverbrauch für einen Fertigungsauftrag
Legen Sie im Customizing der Profitcenter-Rechnung die oben beschriebenen Konten an.
Legen Sie im Customizing der Profitcenter-Rechnung fest, für welche Materialarten der Materialfluss zwischen Profitcentern dargestellt werden soll.
Das Weglassen einer Materialart kann bei geringwertigen Roh-, Hilfs- oder Betriebsstoffen sinnvoll sein. Bei diesen Materialarten werden dann nur die Verbrauchsbuchungen auf der Empfängerseite dem entsprechenden Profitcenter belastet.
Falls erforderlich, schließen Sie in einem weiteren Arbeitsschritt bestimmte Materialbewegungen anhand ihrer Bewegungsart von der Kontierungslogik aus.