Buchungslogik und Kontenfindung 
Bei profitcenterübergreifenden Warenbewegungen muss der Verkaufsvorgang des sendenden Profitcenters und der Wareneingang des empfangenden Profitcenters dargestellt werden, damit die Profitcenter als logische Firmen betrachtet werden können. Wie bei internen Warenbewegungen ohne Transferpreise erfordert diese Kontierungssicht zusätzliche Buchungszeilen.
Sie müssen folgende zusätzliche Erfolgskonten in der Hauptbuchhaltung anlegen, um interne Erlöse und Kosten abzubilden:
Konto für interne Erlöse
Konto für interne Bestandsveränderungen
Konto für Lieferungen von anderen Profitcentern
Diese Konten hinterlegen Sie zur Kontenfindung für interne Warenbewegungen im Customizing der Hauptbuchhaltung (neu) unter .
Bei internen Warenbewegungen mit bewertetem Transitbestand können Sie das Bestandsveränderungskonto zwischen sendendem und empfangendem Profitcenter differenzieren. Sie müssen in diesem Fall ein zusätzliches Konto für interne Bestandsveränderungen beim empfangenden Profitcenter anlegen und in der Kontenfindung für interne Warenbewegungen hinterlegen.
Hinweis
Sie können die Kontenfindung für interne Warenbewegungen über einen Transitbestand selektiv übersteuern, z.B. für einzelne Materialien. Hierzu steht Ihnen das Business Add-In Modifikation Kontenfindung für Transferpreise ( BADI_TP_ACCOUNT_MODIFICATION ) zur Verfügung.
Wenn Sie Profitcenter-Wertansätze in der Hauptbuchhaltung führen, benötigen Sie zusätzlich ein Wertansatzverrechnungskonto, um die Buchung von Bewertungsdifferenzen bei Geschäftsvorfällen zwischen verbundenen Unternehmen abzubilden. Bei der Verwendung von Transferpreisen werden Forderungen und Verbindlichkeiten in der Hauptbuchhaltung nur in der legalen Bewertungssicht gebucht, da die Zahlung in dieser Höhe erfolgt. Falls aber für das Gegenkonto die Werte in den einzelnen Bewertungen unterschiedlich sind, muss die Differenz auf ein sogenanntes Wertansatzverrechnungskonto gebucht werden, damit sie im Konzernbericht ausgewiesen werden kann und die Buchung in allen Bewertungssichten Saldo Null hat.
Wenn bei einer werksübergreifenden Produktion die tatsächlichen Herstellkosten von den geplanten Herstellkosten abweichen, müssen Sie außerdem ein zusätzliches Konto für die Produktionsabweichungen anlegen. Dieses Konto ist erforderlich, um die Differenz an das sendende Profitcenter abzurechnen. Ohne dieses Konto werden die Produktionsabweichungen an das empfangende Profitcenter abgerechnet. Da ein Transferpreis für die Lieferung gebucht wird, würde dies zu einer doppelten Belastung des empfangenden Profitcenters führen.
Beispiel
Profitcenter 1 produziert Material A im Werk 1. Für die Lieferung von Material A an Profitcenter 2 im Werk 2 wurde ein Transferpreis von EUR 150 ausgehandelt. Die geplanten Herstellkosten betrügen EUR 100. Die tatsächlichen Herstellkosten betrügen EUR 110. Die Differenz von EUR 10 wird auf dem zusätzlichen Konto “Produktionsabweichung” gebucht und an Profitcenter 1 abgerechnet.
Anhand des folgenden Beispieles wird die Buchungslogik einer Warenbewegung unter Verwendung von Transferpreisen in der Profitcenter-Rechnung erläutert:
Beispiel der Entnahme eines Halbfabrikates
In dem Beispiel ist in der unteren Leiste der Geschäftsvorfall dargestellt. Der Bereich Wertefluss zeigt die jeweilige Abbildung der Belegzeilen in der Hauptbuchhaltung (FI-GL), im Controlling (CO) und in der Profitcenter-Rechnung.
In den Buchungen, gilt folgende Legende:
L = Legale Bewertungssicht
K = Konzern-Bewertungssicht
P = Profitcenter-Bewertungssicht

Die zusätzlich erzeugten Buchungszeilen werden wie folgt in der Hauptbuchhaltung fortgeschrieben:
Klassische Hauptbuchhaltung:
Wenn Sie den Profitcenter-Wertansatz im relevanten Kostenrechnungskreis führen und für die Buchungskreise des Kostenrechnungskreises eine parallele Währung in Profitcenter-Bewertung definiert haben, schreibt das System die zusätzlichen Buchungszeilen automatisch fort.
Wenn Sie den Profitcenter-Wertansatz im relevanten Kostenrechnungskreis nicht führen, schreibt das System die in legaler Bewertung erzeugten Zusatzzeilen nicht fort.
Neue Hauptbuchhaltung:
Wenn Sie den Profitcenter-Wertansatz im relevanten Kostenrechnungskreis führen und für das führende Ledger sowie weitere relevante Ledger eine parallele Währung in Profitcenter-Bewertung definiert haben, schreibt das System die zusätzlichen Buchungszeilen in diesen Ledgern automatisch fort.
Wenn Sie den Profitcenter-Wertansatz im relevanten Kostenrechnungskreis nicht führen, schreibt das System die in legaler Bewertung erzeugten Zusatzzeilen standardmäßig nicht fort. Sie können die Fortschreibung (zum Warenwert) in den Ledgern der neuen Hauptbuchhaltung über das Business Add-In Fortschreibung interner Erlöse zwischen Profitcentern ( FAGL_INTERNAL_ACCOUNTS ) aktivieren.