Content Management Service (BC-SRV-KPR) 
Die verschiedenen Ablagemedien, die für die Ablage dokumentartiger Objekte eingesetzt werden können, zeichnen sich alle durch unterschiedliche Vorteile in Bezug auf die Qualität der Ablage aus: Qualitative Aspekte können beispielsweise in den Bereichen Sicherheit, Kostenersparnis oder Performanz liegen.
Der Content Management Service (CMS) ist ein Service der informationstechnischen Infrastruktur, die von dem Knowledge Provider im Rahmen des SAP Web Application Server zur Verfügung gestellt wird. Zentraler Bestandteil des CMS ist die Ausrichtung auf und die Offenheit für die unterschiedlichsten Typen von Ablagemedien. Somit dient der CMS als Schnittstelle zwischen Content-Servern und dem SAP-System.
Zusätzlich stellt der CMS das Caching von Dokumenten über die Integration von Cache-Servern zur Verfügung.
Um in einem Knowledge Provider-Umfeld Content- und Cache-Server einzusetzen, sind Einstellungen im SAP-System notwendig:
Für allgemeine verwaltungstechnische Einstellungen sowie das Monitoring der verschiedenen Content- Server, Cache-Server und Web-Server stehen für Administratoren mehrere Transaktionen zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie unter Content- und Cache-Server-Administration sowie Content- und Cache-Server-Monitoring.
Des Weiteren gibt es Einstellungen, die der Systemverwalter bei der Systemeinführung vornehmen muss. Diese Einstellungen werden als Customizing bezeichnet. Im Customizing können Sie:
die SAP-Funktionalität in Ihrem Unternehmen schnell, sicher und kostengünstig einführen
die unternehmensneutral ausgelieferte Funktionalität den spezifischen betriebswirtschaftlichen Anforderungen Ihres Unternehmens anpassen
die Phasen der Einführung und der Anpassung in einem einfachen Werkzeug für Projektsteuerung dokumentieren und verwalten
Das Customizing ist vor Inbetriebnahme des Systems obligatorisch und wird im SAP-System über den Einführungsleitfaden (IMG) vorgenommen. Die einzelnen Customizing-Aktivitäten finden Sie im SAP Referenz-IMG unter . Im IMG verzweigen Sie durch das Wählen des Symbols
Ausführen in die jeweilige
Transaktion. Eine Online-Hilfe ist über das Symbol
Dokumentation verfügbar. Für die Bereiche Content-Server und Caching pflegen Sie insbesondere die IMG-Aktivitäten unter Content
Management Service und Verteilung.
Der CMS stellt die folgenden Dienste zur Verfügung:
Integration unterschiedlicher externer Speichermedien und Entkopplung der anwendungsnahen Schicht des Document Management Service (DMS) von den verschiedenen Speichermedien:
SAP-System-Datenbank
Content-Server
Der statische Content kann entweder im SAP-eigenen SAP Content Server oder in einem externen Content-Server abgelegt werden, zu dem der CMS die passende Schnittstelle bereitstellt. Unterschiedliche Arten von externen Content-Servern von Drittanbietern können integriert werden.
Bereitstellung der HTTP-Schnittstelle
Alle Dokumentenzugriffe des Clients erfolgen über HTTP. Dazu gibt das CMS entsprechende Zugriffs-URLs an die Clients aus, welche auf das angeforderte Dokument zeigen. Das HTTP Content-Server-Protokoll ist der einzige Zugriffsmechanismus auf im Content-Server abgelegte Dokumente.
Die von SAP herausgegebene Protokoll-Spezifikation (siehe auch SAP Content Server HTTP 4.5 Schnittstelle) umfasst:
Eine Anzahl von Befehl-URLs, mit denen der KPro-Client Dokumente auf einem Content-Server ablegen und bei Bedarf wieder anfordern kann
Sicherungsmechanismen, um unberechtigten Dokumenten-Zugriff mit verfälschten URLs zu verhindern
Den Aufbau der Request- und Response-Nutzdaten (Bodies), welche zwischen dem Client und dem Server ausgetauscht werden
Das Verhalten des Servers bei fehlerhaften Client-Requests
Alle Content-Server, die KPro-compliant sein wollen, müssen dieses Protokoll vollständig unterstützen.
Hinweis
Dadurch ergibt sich eine durchgängige und einfache Infrastruktur, die weitgehend unabhängig von den benutzten Content-Servern und Clients ist. Die HTTP-Content-Server-Schnittstelle ist so ausgelegt, dass die Eigenschaften des konkreten Speichermediums vollkommen transparent gegenüber dem SAP-System und den verwendeten Clients ist. So kann ein Content-Server z. B. ein optisches Archiv oder eine Datenbank als Ablagemedium verwenden.
Für die HTTP-Content-Server-Schnittstelle wird eine Zertifizierung im Rahmen des Software Partner Program angeboten.
Zentrale Administration des SAP Content Server sowie die Administration von Cache-Servern
Die Administration ist direkt aus dem SAP-System möglich. Zur Überwachung und Administration der dem SAP Content Server zugrunde liegenden SAP DB stehen spezielle SAP DB-spezifische Tools zur Verfügung.
Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt zur SAP-Content-Server-Administration.
Bereitstellung von Monitoring im Rahmen des Computing Center Management System (CCMS)
Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Content- und Cache-Server-Monitoring.
SAP Content Server
Von SAP wird ein Standard-Content-Server ausgeliefert, der separat auf einem NT-Server installiert werden kann (siehe SAP Content Server).
Cache-Server
Es können beliebig viele Content-Server in unterschiedlichen Lokationen errichtet werden. Der Transfer der Inhalte erfolgt auf direktem Weg zwischen Client und Content-Server. Wird auf die Content-Server von unterschiedlichen Standorten (Lokationen), die nur über ein WAN miteinander verbunden sind, zugegriffen, bietet sich der Einsatz von Cache-Servern an. Wird an jeder Lokation mindestens ein Cache-Server eingerichtet, kann hierdurch der Netzverkehr über das WAN auf ein Minimum reduziert und die Performance gesteigert werden.
Am Frontend des Benutzers steht zusätzlich ein Client-Cache zur Verfügung.
Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Knowledge Provider und Caching.
Entlastung der weiteren KPro-Services von den spezifischen Eigenheiten der verschiedenen Ablagesystem-Typen
Entlastung der KPro-Client-Anwendungen von den spezifischen Eigenheiten der verschiedenen Ablagesystem-Typen
Der CMS wird intern vom Knowledge Provider eingesetzt, um sowohl die SAP-Anwendungen, die KPro-Dokumentenverwaltungsfunktionalität nutzen, als auch den Knowledge Provider selbst gegenüber den Charakteristika der verschiedenen existierenden Arten von Ablagemedien abzuschirmen. Dadurch wird die Unabhängigkeit in Bezug auf den jeweils eingesetzten Content-Server (d. h. das Ablagemedium) gewährleistet.