Show TOC

HintergrundVersionierung Dieses Dokument in der Navigationsstruktur finden

 

Der Begriff Versionierung ist im Knowledge Provider ein Oberbegriff für unterschiedliche Subtypen der Versionierung, die durch verschiedene Beziehungsklassen abgebildet werden. Versionierung kann allgemein verstanden werden als die Bildung einer Ableitungsbeziehung zwischen zwei Dokumenten. Die Beziehung ist gerichtet von einem Dokument 2 zu einem Dokument 1, wobei Dokument 2 unter einem bestimmten Kriterium aus Dokument 1 hervorgegangen ist.

Folgende Beziehungsklassen der Versionierung sind im Knowledge Provider vordefiniert:

  • Inhaltsversionierung

    Kriterium: Inhalt hat sich verändert

  • Formatversionierung

    Kriterium: Format hat sich verändert

  • Sprachversionierung

    Kriterium: Sprache hat sich verändert

Multiple Versionierung

Unabhängig von diesen Kriterien unterstützt der Knowledge Provider das Prinzip der multiplen Versionierung: Werden aus einem physischen Dokument mehrere weitere physische Dokumente abgeleitet, so handelt es sich hierbei um eine multiple Versionierung. Die abgeleiteten Dokumente können sich in Bezug auf Format, Sprache etc. unterscheiden.

Beispiel Beispiel

Aus einem physischen Dokument werden drei verschiedene Inhaltsversionen abgeleitet. Diese drei Versionen sind gleichberechtigt.

Wird ein deutsches Dokument ins Englische und Spanische übersetzt, so liegt ebenfalls eine multiple Versionierung vor.

Ende des Beispiels.

Das folgende Bild illustriert das Prinzip der multiplen Versionierung bezüglich des Versionierungskriteriums "Inhalt".

Multiple Versionierung

Die Abbildung wird im Begleittext erläutert.

Das logische Dokument auf der linken Seite enthält zwei Handbücher für Waschmaschinen auf Englisch, eins für Modell 100 und eins für Modell 200. Das Handbuch für Modell 200 ist aus dem Handbuch, das ursprünglich für Modell 100 geschrieben wurde, hervorgegangen. Da nun das Modell 100 einen technischen Fehler aufwies, musste das Handbuch entsprechend geändert werden. Um den Namen des Änderers und den Zeitpunkt der Änderung jederzeit nachvollziehen zu können (z. B. im Rahmen von Qualitätssicherungsmaßnahmen), wurde eine neue Inhaltsversion angelegt, ohne dass das Original überschrieben wurde. Somit wurde ein neues physisches Dokument für das Modell 100 angelegt, das im rechten Bildteil zu sehen ist. Dadurch existieren zwei Inhaltsversionen, die von dem Content abgeleitet wurden, der ursprünglich für das Modell 100 geschrieben wurde.

Strikte Versionierung

Durch das Prinzip der strikten Versionierung wird der Content der Komponenten von physischen Dokumenten automatisch vor Änderungen geschützt. Jede Änderung zieht eine neue Version mit einer neuen ID nach sich. Dies kann bei Anwendungen, die eine Vielzahl von Dokumenten bearbeiten, zu einem großem Overhead an Versionen führen. Wenn nun Referenzen auf physische Dokumente eingesetzt würden, müsste jede einzelne dieser Referenzen aktualisiert werden, sobald eine neue Version angelegt oder eine vorhandene Version gelöscht wird. Diese umständliche und aufwändige Handhabung ist jedoch durch das dreistufige Content-Modell (siehe auch Content-Modelle) nicht notwendig. Das dreistufige Content-Modell unterstützt sowohl die strikte Versionierung als auch Referenzen zwischen Dokumenten: Alle Referenzen beziehen sich auf logische Dokumente. Dadurch ist es unerheblich, ob für die einzelnen physischen Dokumente neue Versionen mit neuen IDs angelegt werden. Es gibt keinen unnötigen Versions-Overhead.

Versionierungsarten
Inhaltsversionierung

Wird ein neues physisches Dokument erzeugt, indem der Content der Komponenten eines bereits existierenden physischen Dokuments verändert wird, so ist es Aufgabe der Inhaltsversionierung, diese Information im Knowledge Provider zu speichern und zu verwalten. Zur Bildung der Inhaltsversionierung werden Inhaltsbeziehungen genutzt.

Formatversionierung

Die Formatversionierung hat die Aufgabe, physische Dokumente, die sich ausschließlich in ihrem technischen Format unterscheiden, geschlossen zu verwalten. Die Formatversionierung verwaltet hierzu Formatbeziehungen. Physische Dokumente, die an einer Formatversionierung teilnehmen, gehören zu demselben logischen Dokument.

Beispiel Beispiel

Wird durch Formatkonvertierung aus einem DOC ein PDF erzeugt, so wird dieser Zusammenhang durch eine Formatbeziehung im Knowledge Provider abgelegt. Die Formatversionierung verwaltet diese Beziehung und erlaubt zu jeder Zeit die Kontrolle, aus welchem DOC das PDF erzeugt wurde. Somit wird eine Anfrage der Art "Gibt es zu diesem physischen Informationsobjekt ein Format, das meine Applikation versteht?" möglich.

Ende des Beispiels.
Sprachversionierung

Die Verwaltung der Sprachbeziehungen wird als Sprachversionierung bezeichnet.

Beispiel Beispiel

Ein Benutzer möchte ein im Knowledge Provider verwaltetes Dokument von Deutsch nach Englisch übersetzen. Über die Schnittstellen des Knowledge Provider besteht die Möglichkeit, eine Kopie des deutschen Originals an die Applikation des Benutzers zu übergeben. Zwischen der Kopie und dem Original wird die Sprachbeziehung angelegt. Hat der Benutzer die Übersetzung beendet, so erfolgt die Übergabe der übersetzten Version an den Knowledge Provider über die Check-in-Funktionalität. Die Sprachversionierung hat die Aufgabe, die angelegte Sprachbeziehung zu verwalten und Anfragen der Art "Gibt es Übersetzungen zu dem physischen Dokument 4711 in die Sprachen x, y und z ?" zu beantworten.

Ende des Beispiels.