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FunktionsdokumentationPrognose Dieses Dokument in der Navigationsstruktur finden

 

Um die zukünftige Entwicklung von Kennzahlen vorherzusagen, verwenden Sie Prognoseverfahren. Der Standard-Planungsfunktionstyp Prognose der BW-integrierten Planung stellt verschiedene Strategien und statistische Verfahren zur Verfügung, um aus historischen Daten Prognosewerte für die Zukunft zu berechnen.

Integration

Die Strategien und Verfahren dieses Planungsfunktionstyps basieren auf denselben statistischen Verfahren, wie sie in der Bedarfsplanung zum Einsatz kommen.

Hinweis Hinweis

Weitere Informationen über die Prognose im Rahmen der Bedarfsplanung finden Sie im Internet unter http://help.sap.com   SAP Business Suite   SAP Supply Chain Management   SAP APO 3.1   Application Help   Absatzplanung (Demand Planning)   Prozess der Absatzplanung   Definition/Neudefinition von Prognosemodellen   Gesamtprognoseprofil anlegen   Univariate Prognose  

Ende des Hinweises.

Voraussetzungen

  • Es müssen Vergangenheitsdaten verfügbar sein, die bei der Prognoserechnung als historische Daten eingehen.

  • Die Aggegrationsebene, in deren Kontext Sie eine Prognose-Planungsfunktion anlegen, muss mindestens ein Zeitmerkmal enthalten (z.B. Geschäftsjahr/Periode). Die Prognose arbeitet mit nur einem Zeitmerkmal. Nur Werte dieses Merkmales werden verändert. Die anderen Merkmale und insbesondere redundante Zeitmerkmale werden durch die Prognosefunktion nicht angepasst. Zeitmerkmale müssen allerdings immer zueinander konsistente Werte annehmen. So passt der Wert 2005 vom Merkmal Kalenderjahr (0CALYEAR) zu den Werten 01.2005 bis 12.2005 vom Merkmal Kalenderjahr/Monat (0CALMONTH). Falls jetzt aber Werte über eine Jahresgrenze hinweg prognostiziert werden sollen, muss das Kalenderjahr in den prognostizierten Sätzen unterschiedliche Werte annehmen. Diese leistet die Planungsfunktion nicht, wohl aber die Ableitung, die automatisch redundante Zeitmerkmale richtig auffüllt.

    Hinweis Hinweis

    Beachten Sie, dass Sie in der Aggregationsebene keine redundanten Zeitmerkmale aufnehmen wie z.B. Kalenderjahr/Monat (InfoObject 0CALMONTH) und Kalenderjahr (InfoObject 0CALYEAR) oder Geschäftsjahr/Periode (InfoObject 0FISCPER) und Geschäftsjahr (InfoObject 0FISCYEAR). Nehmen Sie nur dasjenige Zeitmerkmal in der Aggregationsebene auf, das die feinste Granularität aufweist.

    In den genannten Beispielen verwenden Sie also 0CALMONTH bzw. 0FISCPER; die Werte des übergeordneten Zeitmerkmals 0CALYEAR bzw. 0FISCYEAR werden dann automatisch abgeleitet.

    Ende des Hinweises.

Funktionsumfang

Der Planungsfunktionstyp Prognose umfasst verschiedene univariate Prognoseverfahren. Hierbei wird ausschließlich der zeitliche Verlauf (die Zeitreihe) der gewählten Prognosekennzahl berücksichtigt, d.h. es gehen keine weiteren Informationen in die Prognoserechnung ein, die den Verlauf der Kennzahl erklären könnten.

Zeitreihenverläufe

Sie können Prognosen für die folgenden Typen von Zeitreihen erstellen:

Konstanter Verlauf

Die Vergangenheitsdaten sind im Wesentlichen konstant und weichen nur geringfügig von einem stabilen Mittelwert ab. Diesen Grundwert stellt in der folgenden Grafik eine rote Linie dar:

Die Abbildung wird im Begleittext erläutert.

Trendförmiger Verlauf

Die Zeitreihe steigt bzw. fällt kontinuierlich. Diesen Trend veranschaulicht in der folgenden Grafik eine rote Linie:

Die Abbildung wird im Begleittext erläutert.

Saisonaler Verlauf

Die Werte zeigen ein periodisch (z.B. im Jahresrhythmus) sich wiederholendes Muster. Es gibt einen stabilen Mittelwert. Diesen Grundwert stellt in der folgenden Grafik eine rote Linie dar:

Die Abbildung wird im Begleittext erläutert.

Trendsaisonaler Verlauf

Die Zeitreihe ist eine Kombination von trendförmigem und saisonalem Verlauf. Die saisonalen Schwankungen verstärken sich dabei bei steigendem Trend.

Die Abbildung wird im Begleittext erläutert.

Sporadischer Verlauf

Die Zeitreihe hat zu den meisten Zeitpunkten den Wert Null. Die Werte ungleich Null schwanken um einen Mittelwert.

Die Abbildung wird im Begleittext erläutert.

Prognosestrategien

Die Prognosestrategie bestimmt, welche Prognoseverfahren zum Einsatz kommen. Bei der Wahl einer geeigneten Prognosestrategie sollten Sie sich am Verlauf der Zeitreihe orientieren. Den verschiedenen Prognoseverfahren liegen unterschiedliche Prognosemodelle (Zeitreihenmodelle) zugrunde. Sie erzeugen daher unterschiedliche Ergebnisse.

Es stehen Ihnen die folgenden Prognosestrategien zur Verfügung:

  • Durchschnitt

  • Gleitender Durchschnitt

  • Gewichteter gleitender Durchschnitt

  • Lineare Regression

  • Saisonale lineare Regression

  • Einfache exponentielle Glättung (Konstantmodell)

  • Einfache exponentielle Glättung mit Alpha-Optimierung (Konstantmodell)

  • Lineare exponentielle Glättung (Trendmodell)

  • Saisonale exponentielle Glättung (Saisonmodell)

  • Trendsaisonale exponentielle Glättung (Trend-Saisonmodell)

  • Verfahren nach Croston

  • Automatische Modellauswahl

Mit der Prognosestrategie Automatische Modellauswahl können Sie durch das System dasjenige Prognoseverfahren auswählen lassen, dessen zugrunde liegendes Prognosemodell am besten zu der Zeitreihe der Vergangenheitswerte passt (siehe Automatische Modellauswahl).

Wenn Sie bereits wissen, dass ein bestimmtes Prognosemodell gut zum Zeitreihenverlauf passt, oder wenn Sie ein Prognoseverfahren aus anderen Gründen explizit vorgeben möchten, können Sie alternativ ein bestimmtes Prognoseverfahren auswählen (siehe Prognosestrategien).

Zusätzliche Funktionen für die Prognosestrategien

Die Prognosestrategien bieten zusätzlich folgende Funktionen und Möglichkeiten:

Für die exponentielle Glättung:

  • Optimierung der Glättungsfaktoren für die Exponentielle Glättung

Für Prognosemodelle mit Trendkomponente:

Lücken im Prognose- oder Vergangenheitszeitraum

Sowohl im Prognose- als auch Vergangenheitszeitraum können Lücken entstehen. Im Unterschied zur Prognose in BW-BPS werden diese Lücken beachtet, d.h. die selektierten Zeitpunkte werden nicht lückenlos aneinander gereiht. Lücken im Prognosezeitraum werden so behandelt, dass die Werte dieser Zeitpunkte nicht verändert werden. Lücken im Vergangenheitszeitraum gehen mit dem Wert 0 in die Prognoseberechnung ein.

Hinweis Hinweis

Beachten Sie, dass die Zeitpunkte vor dem ersten Prognosezeitpunkt zur Vergangenheit gehören.

Ende des Hinweises.

Beispiel Beispiel

Sie möchten Prognosedaten erzeugen für die Monate 1-3 und 5-7 (Monat 4 wird separat behandelt). Das System berechnet Prognosewerte für alle Monate 1-7, lässt aber den Monat 4 unverändert. In der BW-BPS-Prognose hingegen werden nur 6 Prognosewerte berechnet und der Reihe nach den Monaten 1-3 und 5-7 zugeordnet. Bei einem linearen Trend im Prognoseergebnis mit Werten 1010, 1020 usw. bedeutet dies folgenden Unterschied zwischen der Integrierten Planung und BW-BPS:

Behandlung von Lücken in BW-integrierter Planung und BW-BPS

Monat

BW-integrierte Planung

BW-BPS

1

1010

1010

2

1020

1020

3

1030

1030

5

1050

1040

6

1060

1050

7

1070

1060

Ende des Beispiels.

Aktivitäten

Weitere Informationen über das Anlegen einer Planungsfunktion vom Typ Prognose finden Sie unter Prognosefunktion bearbeiten.