Testeigenschaften 
Testeigenschaften sind Metaeigenschaften von Testklassen, die bei der Testausführung berücksichtigt werden.
Sie können die Risikostufe und die Ausführungsdauer von Modultests festlegen.
Die Risikostufe (RISK LEVEL) beschreibt, welche Auswirkung die Ausführung des Tests auf die Datensicherheit des Systems haben kann.
Die Risikostufe kann einen der folgenden Werten haben:
CRITICAL
kritisch - Der Test ändert beispielsweise Systemeinstellungen oder das Customizing.
DANGEROUS
gefährlich - Der Test ändert beispielsweise persistente Anwendungsdaten.
HARMLESS
unbedenklich - Der Test hat keinen Einfluss auf persistente Daten oder Systemeinstellungen.
Bei der Testausführung ist die maximale Risikostufe festgelegt, für welche Tests ausgeführt werden.
Diese Festlegung erfolgt für die Testausführung in der ABAP Workbench durch die Transaktion SAUNIT_CLIENT_SETUP, die Teil des Einführungsleitfadens (IMG) ist, die aber auch direkt ausführbar ist.
Für die Testausführung im Code Inspector erfolgt diese Festlegung über einen Dialog, wobei die Customizing-Einstellung die Wahlmöglichkeiten beschränkt.
Unterklassen von Testklassen können die Risikostufe der Oberklasse nur erhöhen, z.B. von unbedenklich auf gefährlich.
Eine Senkung der Risikostufe wird ignoriert und führt bei der Testausführung zu einer Warnung. Wenn eine Oberklasse bereits eine falsche Risikostufe hat, dann vererbt sich dieser Mangel auf ihre Unterklassen und wird bei der Ausführung der entsprechenden Tests als Warnung ausgegeben.
Hinweis
Bei SAP-eigenen Testklassen muss die Risikostufe definiert sein. Die Angabe wird bei der Testausführung überprüft.
Die Ausführungsdauer (DURATION) beschreibt die Dauer, die für die Ausführung des durch die Klasse definierten Tests (Ausführung aller Testmethoden) zu erwarten ist.
Die Ausführungsdauer kann einen der folgenden Werten haben:
SHORT
kurz - Es wird eine Ausführungsdauer von nicht wahrnehmbarer Zeit erwartet. Dies ist der Standardwert.
MEDIUM
mittel - Es wird eine spürbare Ausführungsdauer erwartet.
LONG
lang - Es wird eine deutlich spürbare Ausführungsdauer erwartet.
Die Festlegung der Ausführungsdauer soll verhindern, dass Programmierfehler in den Testmethoden, wie z.B. Endlosschleifen, zu überlangen Testläufen führen. Wenn ein Testlauf die erwartete Ausführungsdauer überschreitet, wird der Test abgebrochen.
Die oben angegebenen Zeiten sind Richtwerte, die je nach Hardware-Ausstattung an die konkreten Gegebenheiten des jeweiligen Applikationsservers anzupassen sind. Dies geschieht durch die Transaktion SAUNIT_CLIENT_SETUP, die Teil des Einführungsleitfadens ist.
In Systemen mit Release < 700 EHP2 legen Sie Testeigenschaften lokaler Testklassen über Pseudokommentare fest.
Fügen Sie die Pseudokommentare hinter der Anweisung CLASS ... FOR TESTING hinzu. Die Pseudokommentare haben folgende Syntax:
Syntax
CLASS ... FOR TESTING
"#AU Risk_Level Critical|Dangerous|Harmless
"#AU Duration Short|Medium|Long
Sie können pro Programmzeile einen Pseudokommentar angeben. Um zwei Testeigenschaften zu einer Testklasse anzugeben, muss die Anweisung CLASS auf mindestens zwei Zeilen aufgeteilt werden.
Die Groß-/Kleinschreibung wird berücksichtigt.
In Systemen mit Release 700 EHP2 oder höher ersetzen die Anweisungszusätze RISK LEVEL und DURATION die Pseudokommentare früherer Releases.
Syntax
CLASS ... FOR TESTING
[RISK LEVEL {CRITICAL|DANGEROUS|HARMLESS}][DURATION {SHORT|MEDIUM|LONG}]Die Testeigenschaften globaler Testklassen werden in den Eigenschaften der Klasse im Class Builder definiert.