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HintergrundAufbau einer BSP-Applikation Dieses Dokument in der Navigationsstruktur finden

 

Eine BSP-Applikation ist ein eigenständiges Entwicklungsobjekt, das über die SAP-Entwicklungsumgebung (Transaktion SE80) angelegt und bearbeitet werden kann. Für Designaspekte der BSP-Applikation können neben BSP-Extensionen auch externe Designtools wie z.B. Adobe GoLive, DreamWeaver oder Microsoft FrontPage 2000 zum Einsatz kommen.

Die Abbildung wird im Begleittext erläutert.

Ähnlich einer klassischen Transaktion, besteht eine BSP-Applikation aus Benutzungsoberfläche und Business-Logik, die zu einer logischen Einheit – eben der BSP Applikation – zusammengefügt sind.

Die Benutzungsoberfläche einer BSP Applikation wird gebildet aus:

  • statischen Webseiten

  • dynamisch erzeugten Webseiten, sogenannten Business Server Pages (BSPs) oder Templates, die serverseitiges Scripting enthalten und erst zur Laufzeit zu einer fertigen, „statischen" Webseite expandiert werden Zusätzlich können Controller existieren, wenn das MVC Design Pattern verwendet wird

  • diverse MIME Objekte wie Bilder, Ikonen, Sound-Dateien, Stylesheets etc., die Teil einer typischen Webanwendung sind

Alle diese Objekte sind als Teil der BSP-Applikation in das Korrektur- und Transportwesen integriert und werden als logische Einheit behandelt. Hierdurch können leicht alle eine BSP-Applikation betreffende Objekte in einer Systemlandschaft vollständig und konsistent zwischen SAP Systemen transportiert werden.

Die Business Logik kann wie gewohnt in Form von BAPIs, Funktionsbausteinen oder Klassenbibliotheken aus einer BSP Applikation heraus angesprochen werden. Zusätzlich hierzu bietet das BSP-Programmiermodell ein Strukturierungshilfsmittel – die BSP-Applikationsklasse – an, die zur Kapselung der in der BSP-Applikation aus der Business Logik verwendeten Funktionalität genutzt werden kann.

Die Abbildung wird im Begleittext erläutert.

Eine BSP-Applikation setzt sich also zusammen aus den Komponenten

  • Controller

    Controller beinhalten Business-Logik und Anwendungsdaten. Controller werten die Daten eines eingehenden Requests auf der Grundlage eines Models aus und wählen entsprechend einen passenden View für das Rendering der Response an den Benutzer aus, siehe auch Model-View-Controller (MVC).

  • Seiten (Business Server Pages)

    Die BSPs sind die verschiedenen Webseiten, die bei Verwendung der Applikation im Browser angezeigt werden. Sie können statischen HTML-Code und dynamischen Scripting-Code (ABAP oder Javascript) enthalten. Dieser Skripting-Code wird dann auf dem Server ausgewertet. Der genaue Aufbau einer BSP wird unter Aufbau einer BSP beschrieben.

    Eine Seite kann die folgenden Ausprägungen haben:

    • Seite mit Ablauflogik

      Dies sind einfache Seiten mit Ereignisbehandlern jedoch ohne Anwendungslogik oder Visualisierungselemente. Es ist möglich, eine BSP-Anwendung ausschließlich aus Seiten mit Flow-Logik und Ereignisbehandlern aufzubauen.

    • View

      Views dienen der Visualisierung von Daten, siehe auch Model-View-Controller (MVC).

    • Seitenfragment

      Sie werden angelegt wie normale BSPs, aber dann als Seitenfragment gekennzeichnet. Andere BSPs können dann diese Fragmente mittels der include -Direktive (siehe Include Directive) einbinden.

  • Navigationsstruktur

    In der Navigationsstruktur kann festgelegt werden, von welcher Seite unter welchem Navigationsrequest zu welcher Folgeseite navigiert werden soll.

  • Anwendungsklasse

    Die Business-Logik einer BSP-Anwendung ist in eine Anwendungsklasse eingekapselt. Diese Klasse wird durch eine globale ABAP-Klasse realisiert, die Zugriffe auf Business-Daten z.B. über BAPI-Aufrufe implementiert. Jede Seite einer BSP-Applikation kann dann die Komponenten dieser Klasse (Attribute, Methoden, …) über das vordefinierte Objekt application direkt referenzieren.

    Sie können eine Anwendungsklasse auch mehreren BSP-Applikationen zuordnen.

    Details hierzu finden Sie unter Applikationsklassen einer BSP-Applikation.

  • MIME-Objekte

    Im SAP-System werden alle MIMEs wie Grafiken, Style Sheets (mit denen Formateigenschaften einzelner HTML-Tags definiert werden können), Audio-, Video-Dateien usw. in einer zentralen Ablage, dem MIME-Repository verwaltet.

    Für jede neue BSP-Anwendung wird ein Verzeichnis des selben Namens im MIME-Repository angelegt. Dieses Verzeichnis dient als Ablageort für alle anwendungsspezifischen MIMEs.