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FunktionsdokumentationParallelisierte Initialübertragung

 

In der Regel läuft die Initialübertragung serialisiert ab. Bei der serialisierten Initialübertragung selektiert das System alle Objekte nacheinander im SAP-ERP-System, überträgt Sie an das Zielsystem und verarbeitet Sie dann dort in der gleichen Reihenfolge. Da bestehende Abhängigkeiten zwischen den Objekten berücksichtigt werden, ist die richtige Reihenfolge der einzelnen Objekte gewährleistet. Aus Performance-Gründen kann es jedoch sinnvoll sein, auf parallelisierte Initialübertragung umzustellen. Sie können mehrere Integrationsmodelle parallel, d.h. gleichzeitig, aktivieren. Wie bei der serialisierten Übertragung stellt das Core Interface (CIF) sicher, dass ein Objekt nur einmal übertragen wird, auch wenn es in mehreren Integrationsmodellen enthalten ist.

Sie können innerhalb eines Integrationsmodells für bestimmte Objekttypen (siehe unten) festlegen, dass die Übertragung der Objekte dieses Objekttyps parallelisiert ablaufen soll. Dabei können Sie unterschieden, ob die Selektion im ERP-System, die Verarbeitung im Zielsystem oder beides parallelisiert ablaufen soll. Die Parallelisierung ist jedoch nur innerhalb eines Objekttyps möglich, d.h., die Objekte eines Objekttyps werden parallelisiert, die verschiedenen Objekttypen jedoch weiterhin serialisiert übertragen. Erst wenn die Selektion zu einem Objekttyp abgeschlossen ist, beginnt das System, den nächsten Objekttyp abzuarbeiten.

Voraussetzungen

  • Sie haben für die parallelisierte Initialübertragung im CIF-Customizing im SAP-ERP-System einen Nummernkreis festgelegt (siehe CIF-Customizing auf ERP-Seite). Weitere Informationen finden Sie im Customizing des SAP ERP unter Anfang des Navigationspfads Grundeinstellungen für die Datenübertragung Navigationsschritt Initialübertragung Navigationsschritt Nummernkreise für Parallelisierung festlegen Ende des Navigationspfads.

  • Die oben genannte Einstellung ist vom jeweiligen Zielsystem abhängig. Da das Produktivsystem in der Regel ein anderes Zielsystem hat als das System, in dem das Customizing durchgeführt wird, haben Sie diese Einstellung auch vom Bild SAP Easy Access des Produktivsystems aus unter Anfang des Navigationspfads Logistik Navigationsschritt Zentrale Funktionen Navigationsschritt Supply-Chain-Planungsschnittstelle Navigationsschritt Core Interface Advanced Planner and Optimizer Navigationsschritt Umfeld Navigationsschritt Lfd. Einstellungen Navigationsschritt Nummernkreise für Parallelisierung festlegen Ende des Navigationspfads vorgenommen.

Funktionsumfang

Die parallelisierte Initialübertragung umfasst folgende Funktionen:

  • Parallelisierte Selektion im ERP-System

    Das ERP-System selektiert die zu übertragenden Objekte parallel in verschiedenen Workprozessen. Die Parallelisierung erfolgt dabei in Bezug auf die Blöcke eines Filterobjekttyps. Jeder Workprozess verarbeitet jeweils einen Filterobjektblock. Sie definieren die Blockgröße (d.h. die maximale Anzahl an Filterobjekten, die pro Block verarbeitet wird). Weitere Informationen finden Sie im Customizing des SAP ERP unter Anfang des Navigationspfads Integration mit anderen SAP-Komponenten Navigationsschritt Advanced Planning and Optimization Navigationsschritt Grundeinstellungen für die Datenübertragung Navigationsschritt Initialübertragung Navigationsschritt Filter- und Selektionsblockgröße einstellen Ende des Navigationspfads.

    Hinweis Hinweis

    Die Performance der Initialübertragung wird nicht nur von der Parallelisierung, sondern auch von der Größe der Filterobjektblöcke bestimmt. Wenn Sie eine große Blockgröße wählen, bildet das System innerhalb eines Filterobjekttyps unter Umständen nur wenige Blöcke. Damit können auch nur wenige Workprozesse parallelisiert werden. Bei kleinen Blockgrößen ist dagegen ein hoher Grad an Parallelisierung möglich, jedoch werden nur wenige Objekte pro Block übertragen. Wenn Sie die Performance der Initialübertragung optimieren möchten, müssen Sie neben der Parallelisierung auch die Filterblockgröße berücksichtigen und diese gemäß den speziellen Anforderungen Ihres Systems anpassen.

    Ende des Hinweises
  • Parallelisierte Verarbeitung mehrerer Queues im Zielsystem

    Das Zielsystem verarbeitet mehrere eingehende Queues parallel in verschiedenen Workprozessen. In diesem Fall verwendet das System für jeden Datenblock, der per qRFC verschickt wird, einen unterschiedlichen Queue-Namen. Der Queue-Name enthält die Nummer dieses Datenblocks.

    Die parallelisierte Verarbeitung kann eine deutliche Performance-Verbesserung mit sich bringen. Die Blockgröße, d.h. die maximale Anzahl an Filterobjekten, die pro Block verarbeitet wird, legen Sie wie bisher über die Transaktion CFC3 fest.

Eine parallelisierte Übertragung wird derzeit für folgende Objekttypen unterstützt:

  • Materialstämme (nur in SAP APO)

  • Produktionsprozessmodelle (nur in SAP APO)

  • Kundenaufträge (nur in SAP APO)

  • Bestände aller Art (nur in SAP APO)

  • Plan- und Produktionsaufträge (nur in SAP APO)

  • Netzpläne (nur in SAP APO)

  • Instandhaltungsaufträge (nur in SAP APO)

  • Bestellungen und Bestellanforderungen (nur in SAP APO)

  • Bezugsquellen (Kontrakte, Einkaufsinfosätze, Lieferpläne)

  • Chargen (nur in SAP APO)

  • Prüflose (nur in SAP APO)

  • Produktionsdatenstruktur (PDS) (nur in SAP APO)

    Um die parallelisierte Initialübertragung für Produktionsdatenstrukturen verwenden zu können, müssen Sie die Business Function Erweiterte Initialübertragung (CA_CIF_INILOAD_01), die ab SAP ECC, Enhancement Package 4, verfügbar ist, aktivieren.

Hinweis Hinweis

Bei der parallelisierten Initialübertragung wird die Reihenfolge der Aktivierung der Integrationsmodelle nicht vom CIF bestimmt, sondern ausschließlich vom Zeitpunkt ihrer Aktivierung. Wenn zum Beispiel parallel eine Initialübertragung von Materialstämmen und Bestellanforderungen angestoßen wird, kann der Fall eintreten, dass die Materialstammdaten, die für die Übertragung von Bestellanforderungen vorausgesetzt werden, im Zielsystem noch gar nicht vorhanden sind. Es empfiehlt sich daher, Bewegungsdaten erst dann zu übertragen, wenn alle vorausgesetzten Stammdaten erfolgreich übertragen sind.

Wenn parallel auf die gleiche Material-Werks-Kombination oder Ressource eine Buchung stattfinden soll, kann es im Zielsystem zu einer liveCache-Sperre kommen. Dies kann insbesondere dann der Fall sein, wenn zwei Integrationsmodelle zu unterschiedlichen Objekttypen (z.B. Bestellanforderungen und Kundenaufträge) parallel aktiviert werden, die beide die gleiche Material-Werks-Kombination betreffen. Dies gilt auch für Objekttypen wie Plan- oder Produktionsaufträge, die Unterobjekte enthalten. Achten Sie daher darauf, dass parallel aktivierte Integrationsmodelle weder auf Kopf- noch auf Unterobjektebene oder in Bezug auf die verwendete Ressource auf die gleiche Material-Werks-Kombination zugreifen. In dieser Hinsicht besonders kritische Objekttypen sind Plan- und Produktionsaufträge, Netzpläne und Instandhaltungsaufträge jeweils mit ihren Unterobjekten Vorgänge und Komponenten, Lohnbearbeitungsbestellungen und -bestellanforderungen sowie Umlagerungsbestellungen und -bestellanforderungen.

Ende des Hinweises

Aktivitäten

Standardmäßig erfolgt die Initialübertragung streng serialisiert. Um die parallelisierte Initialübertragung zu aktivieren, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Wählen Sie vom Bild SAP Easy Access aus Anfang des Navigationspfads Logistik Navigationsschritt Zentrale Funktionen Navigationsschritt Supply-Chain-Planungsschnittstelle Navigationsschritt Core Interface Advanced Planner and Optimizer Navigationsschritt Integrationsmodell Navigationsschritt Aktivieren Ende des Navigationspfads oder verwenden Sie die Transaktion CFM2.

  2. Auf dem Bild Integrationsmodelle aktivieren bzw. deaktivieren markieren Sie das Ankreuzfeld Selektion im ERP-System parallelisieren.

  3. Markieren Sie das Ankreuzfeld Abarbeitung im APO parallelisieren.