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  Empfangen eines Kontoauszugs per EDI

Einsatzmöglichkeiten

Der Kontoauszug, der bisher mittels Datenfernübertragung von der Hausbank abgeholt wurde, kann nun per elektronischem Datenträgeraustausch (EDI) empfangen werden. So gelangen die Kontoauszugsinformationen automatisch in das System und können dort weiterverarbeitet werden. Informationen zur EDI-Schnittstelle des SAP-Systems lesen Sie in der Dokumentation Die IDOC-SChnittstelle für EDI .

Der Kontoauszug besteht aus zwei Ebenen. Auf der Summenebene wird das Hausbankkonto identifiziert und der aktuelle Kontostand hierzu übermittelt. Auf der Ebene der Umsätze werden die Transaktionen für das Bankkonto protokolliert. Die Umsätze können noch detailliert in eigenen Nachrichten (Gutschrifts- bzw. Belastungsanzeige) beschrieben werden. In diesem Fall wird nur eine Referenz auf diese Nachrichten im Kontoauszug übermittelt.

Die Verarbeitung des Kontoauszuges per EDI erfolgt in drei Schritten. Im ersten Schritt werden die Daten automatisch in das System eingelesen und im Bankdatenspeicher bzw. in der Avisdatenbank gespeichert. Im folgenden Schritt muss der Report RFEBKA30eingeplant werden, welcher die aus dem Kontoauszug folgenden Buchungen erzeugt. Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation zum Report. Für die Bearbeitung des Kontoauszuges steht die Nachbearbeitungstransaktion des elektronischen Kontoauszuges (FEBAN) zur Verfügung.

Eine besondere Art des Kontoauszuges stellt die Abfrage des Kontostandes (Polling Information) dar. In diesem Fall werden keine Umsätze übermittelt. Die Informationen werden im Bankdatenspeicher in einem gesonderten Bereich abgelegt. Es werden keine Buchungen, sondern Avise der Finanzdisposition erzeugt. Für die Nachbearbeitung steht der Report RFEBPI20zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation zum Report.

Voraussetzungen

  • Benötigt wird ein EDI-Subsystem auf einem EDI-Server.

  • Partnervereinbarungen für EDI bearbeiten

    Um einen Partner für den Eingang von Kontoauszügen über EDI einzurichten, pflegen Sie im Menü der Systemadministration die Partnervereinbarungen für EDI. Wählen Sie Anfang des Navigationspfads Werkzeuge Navigationsschritt Business Communication Navigationsschritt IDoc-Basis Navigationsschritt IDoc Navigationsschritt Partnervereinbarung. Ende des Navigationspfads Legen Sie einen Partner mit dem Vorgangscode 'FINS' (Eingangsparameter) für den Eingang an. Der zugehörige Nachrichtenname lautet'FINSTA'. Für die Gutschriftsanzeige verwenden Sie den Vorgangscode 'CREA'Nachricht 'CREADV', für die Belastungsanzeige den Vorgangscode 'DEBA'Nachricht 'DEBADV'.

    Weitere Informationen hierzu finden Sie in der Dokumentation Die IDOC-Schnittstelle für EDI .

  • ISO-Codes bearbeiten

    Da per EDI ISO-Codes übermittelt werden, müssen die Tabellen zur Umsetzung der SAP-Codes in ISO-Codes für die Währung, die Mengeneinheit und die Länder korrekt und vollständig gepflegt sein.

    Weitere Informationen hierzu finden Sie im Einführungsleitfaden (IMG) Globale Einstellungen in den folgenden Arbeitsschritten:

    • Länder definieren

    • Währungscodes überprüfen

    • Maßeinheiten überprüfen

  • Customizing des elektronischen Kontoauszugs einrichten

    Der Eingang von Kontoauszügen mittels EDI ist eine Form des elektronischen Kontoauszugs. Es sind also die Customizingtabellen des elektronischen Kontoauszugs zu pflegen.

    Bei der Verwendung des Kontoauszuges zur Kontostandabfrage (Polling Information) muss bei der Zuordnung der Banken zu den Vorgangstypen eine Dispositionsart eingegeben werden. Dann werden in diesem Fall automatisch Avise der Finanzdisposition erzeugt.

    Weitere Hinweise zum Customizing finden Sie im Einführungsleitfaden (IMG) Finanzwesen unter Anfang des Navigationspfads Bankbuchhaltung Navigationsschritt Geschäftsvorfälle Navigationsschritt Zahlungsverkehr Navigationsschritt Elektronischer Kontoauszug. Ende des Navigationspfads

Ablauf

Die Bank des Zahlungsempfängers sendet einen Kontoauszug als EDI-Nachricht (z.B. FINSTA im EDIFACT-Standard) an ihren Kunden. Das EDI-Subsystem des Kunden erzeugt aus der EDI-Nachricht einen Zwischenbeleg (IDoc-Typ FINSTA01, logische Nachricht FINSTA), der an das SAP-System weitergeleitet wird. Die Weiterverarbeitung des Zwischenbelegs wird durch den Vorgangscode der Partnervereinbarung gesteuert.

Verarbeitung

Bei der Verarbeitung werden die Daten aus dem Zwischenbeleg in die SAP Datenspeicher für den Kontoauszug und die Avise übertragen. Das Customizing wird ausgewertet und der Kontoauszug wird um diese Daten ergänzt (Buchungsregeln, Buchungskreis, Daten zum Hausbankkonto usw.). Anschließend werden die im Kontoauszug referenzierten Gutschrifts- und Belastungsanzeigen gesucht und im Kontoauszug wird der zugehörige Schlüssel der Avisdatenbank hinterlegt. Das System gewinnt über die Avise die Informationen für den Zahlungsausgleich. Die Avise können die Belegnummer, aber auch jedes andere vom Anwender gewünschte Kriterium enthalten. Sind in der Gutschrifts- bzw. Belastungsanzeige keine detaillierten Daten (keine Avispositionen) gespeichert, so werden die Daten in die Position des Kontoauszugs übertragen und das Avis wird anschließend gelöscht. Treten keine Fehler auf, so endet die Eingangsverarbeitung mit der Aktualisierung des Bankdatenspeichers. Die Buchungen, die aus dem Kontoauszug resultieren, müssen dann mit einem Report (RFEBKA30 s.o.) erzeugt werden.

Einfluß auf den Datenbestand im Fehlerfall

Im Fehlerfall wird die Standard-Workflowaufgabe FINSTA_ERROR gestartet. Es ist sicherzustellen, dass in den Grunddaten zur Aufgabe ein Administrator hinterlegt ist, der im Fehlerfall automatisch benachrichtigt werden kann. Um eine Aufgabe zu pflegen, führen Sie die Transaktion PFTC aus.

Modifikation der Daten mittels Customer-Exit

Bei der Verarbeitung des Zwischenbelegs kann über wohldefinierte Schnittstellen lesend oder ändernd auf den Datenbestand zugegriffen werden. Dazu werden mehrere Customer-Functions unterstützt, die zu bestimmten Zeitpunkten aufgerufen werden.

Die Funktionsbausteine sind in der Erweiterung 'FEDI0005' abgelegt.

Die folgenden Customer-Functions werden bei der Verarbeitung von Zwischenbelegen des Typs FINSTA01 aufgerufen und können für Kundenmodifikationen verwendet werden:

  1. Sichern eines Kontoauszuges - Aufruf des Funktionsbausteins '201':

    Der Funktionsbaustein wird unmittelbar vor dem Schreiben der Daten eines Kontoauszuges aufgerufen. Detailinformation finden Sie in der Dokumentation zum Funktionsbaustein EXIT_SAPLIEDP_201in der Erweiterung FEDI0005.

  2. Dynamische Aufrufe

    Es ist ebenfalls möglich, beim Schreiben einzelner Segmente per Customer-Function auf den Datenbestand zuzugreifen. Dazu ist zunächst zu definieren, bei welchen Segmenten ein entsprechender Aufruf erfolgen soll.

    Pflegen Sie dazu zunächst die Tabelle 'FEDICUS'.

    Der Funktionsbaustein '202' wird nun für die Verarbeitung der in der Tabelle FEDICUS angegebenen Segmente aufgerufen.

    Detailinformation finden Sie in der Dokumentation zum Funktionsbaustein EXIT_SAPLIEDP_202in der Erweiterung FEDI0005.

    Hinweis Hinweis

    Die Erweiterung FEB00001 des elektronischen Kontoauszuges wird auch beim IDoc-Eingang durchlaufen (Der Report RFEBKA30 ruft den Report RFEBBU10 auf (dort wird der Customer-Exit aufgerufen)). Es ist also nicht notwendig, das ggf. dort hinterlegte Coding in eine der Custumer-Exits der Erweiterung FEDI0005 zu übertragen.

    Ende des Hinweises
Änderungen in der Systemadministration

Innerhalb eines Testsystems können sämtliche Daten eines erstellten IDocs verändert werden. Dazu ist die folgende Berechtigung notwendig:

Objekt:S_'IDOCMONI'

Aktivität: '02'

Sämtliche Änderungen eines IDocs werden im System protokolliert. Um sicherzustellen, daß das Sub-System tatsächlich die Originaldaten eines Zahlungs-IDocs verarbeitet, darf die Berechtigung innerhalb eines Produktiv-Systems nur in Ausnahmefällen und temporär vergeben werden.

Weitere Hinweise

Das Erweiterungskonzept der EDI-Schnittstelleermöglicht es, die bestehenden IDoc-Strukturen um weitere Segmente, zum Beispiel für branchen-oder kundenspezifische Daten, zu ergänzen. Diese müssen dann vom Konverter entsprechend geliefert werden.