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 Materialflusssystem (MFS)

Einsatzmöglichkeiten

Mit dem Materialflusssystem (MFS) können Sie ein automatisches Lager ohne zusätzlichen Lagersteuerrechner an Extended Warehouse Management (EWM) anbinden.

Sie können das MFS so einrichten, dass Lageraufgaben (z.B. von einem Identifikationspunkt zu einem Lagerplatz im automatischen Hochregallager) in kleinere Aufgaben unterteilt und diese Schritt für Schritt per Telegrammkommunikation an die jeweils dafür zuständige speicherprogrammierbare Steuerung (SPS)übergeben werden. Die Ein- und Auslagerung von Handling Units (HU) kann damit ohne den Einsatz eines weiteren Softwaresystems vollautomatisch erfolgen.

Sie können Kapazitätsgrenzen für Meldepunkte , Fördersegmente oder Ressourcen einstellen. Das EWM-System hält dann Aufgaben für die SPS zurück, sobald diese Grenzen überschritten sind. Dasselbe trifft zu, wenn die SPS eine Störung der einzelnen Fördermittel (Fahrzeuge, Strecken, Meldepunkte) meldet.

In einem mitgelieferten Lagerverwaltungsmonitor können Sie den Prozess verfolgen, auswerten und beeinflussen.

Einführungshinweise

Nehmen Sie die unter Materialflusssystem einrichten beschriebenen Einstellungen im Customizing vor.

Integration

Das MFS ist in EWM integriert. Es ist mit einer oder mehreren SPS verbunden.

Funktionsumfang

Wenn Sie ein automatisches Lager in EWM abgebildet haben, können Sie die folgenden Funktionen nutzen:

  • Automatische Identifizierung von HUs mittels Scannern auf der Fördertechnik

  • Automatisches Ausschleusen von nicht lagerfähigen HUs (Konturenfehler, Übergewicht, nicht identifiziert)

  • Vollautomatische Einlagerung von HUs auf den Lagerplatz über beliebig viele Zwischenschritte. Diese Zwischenschritte werden über Meldepunkte abgebildet.

  • Berücksichtigung von Störungen, die die Steuerungen gemeldet haben

  • Berücksichtigung von Kapazitätsgrenzen für Meldepunkte, Fördersegmente und Fahrzeuge

  • Leerwegreduzierung für Regalbediengeräte über Doppelspiel

  • Kommissionierprinzip Ware zum Mann

  • Die Bestände sind auch während des Transports auf der Anlage für Lieferungen verfügbar

  • Stabile Telegrammkommunikation zwischen EWM und SPS über parallele, bidirektionale Kommunikationskanäle

Darüber hinaus können Sie über den Lagerverwaltungsmonitor

  • den aktuellen Anlagenzustand verfolgen

  • Telegramme und Antwortzeiten auswerten

  • den aktuellen Aufenthalt von HUs und die dazu vorliegenden Lageraufgaben ersehen

  • den Telegrammverkehr zu einzelnen HUs oder Lageraufgaben ermitteln

  • die Kommunikation zu einzelnen Steuerungen stoppen oder neu starten

  • Meldepunkte, Segmente oder Ressourcen sperren

  • Nötigenfalls Telegramme wiederholt senden

  • Lageraufgaben manuell quittieren

Über den Alert Monitor können Sie Protokolle von Ausnahmen aufrufen. Das System erstellt diese Protokolle z.B. wenn die Kommunikation zu einer SPS gestört war und EWM einen automatischen Neustart des Kommunikationskanals eingeleitet hat. Diese Ausnahmen lassen sich mit Folgeaktionen verknüpfen, z.B. Benachrichtigung eines Leitstands.

Eine weitere Auswertung erlaubt für Analysezwecke den Zugriff auf Systemprotokolle durch den Systemadminstrator. Das System protokolliert hier z.B., wenn eine Lageraufgabe, die zum Transport ansteht, nicht an die SPS gesendet wurde (z.B. wegen mangelnder Kapazität auf dem nächsten Meldepunkt oder wegen einer vorliegenden Störung).

Weitere Informationen finden Sie unter MFS im Lagerverwaltungsmonitor und MFS im Alert Monitor .

Zur Veranschaulichung sehen Sie nachfolgend eine Darstellung einer möglichen automatischen Förderanlage in einem Beispiellager:

Dieses Beispiellager besteht aus einem automatischen Hochregallager mit drei Gassen und vorgelagerter Ein- und Auslagerfördertechnik. Ein Verteilwagen verbindet den Einlager- und Kommissionierbereich mit dem Hochregallager.

Aus Sicht des MFS wird dieses Lager mit vier Steuerungen betrieben. Drei Steuerungen kontrollieren die Regalbediengeräte (grün) und eine Steuerung kontrolliert den Verteilwagen und die Förderstrecken der Vorzone (blau).

Das Lager ist einfach tief, der Verteilwagen und die Regalbediengeräte verfügen jeweils über nur ein Lastaufnahmemittel (LAM).

Nachfolgend sehen Sie eine exemplarische Darstellung des Materialflusses in diesem Beispiellager:

Dieses Beispiel umfasst folgende Prozesse:

  1. Einlagerung
  2. Auslagerung von Vollpaletten
  3. Versorgung des Kommissionierplatzes
  4. Rücklagerung
  5. Abfördern der Pick-HU
  6. Ausschleusen zum Klärplatz