Archivierungsobjektübergreifendes Prüfen und Löschen 
Über diese Funktion können Sie das archivierungsobjektübergreifende Prüf- bzw. Löschprogramm einplanen. Anhand dieser Programme ist es möglich, archivierungsobjektübergreifend, d.h. für mehrere Archivierungsobjekte gleichzeitig, eine Archivierbarkeitsprüfung durchzuführen bzw. Anwendungsdaten aus der Datenbank zu löschen.
Die Nutzung dieser Programme ermöglicht eine stärkere Trennung zwischen dem Zeitpunkt der Archivierbarkeitsprüfung und der Schreibphase. Ebenso ist es dadurch möglich, erfolgreich archivierte Daten nicht sofort aus der Datenbank zu löschen, sondern lediglich zum Löschen vorzumerken. Das Löschen selbst übernimmt dann später das objektübergreifende Löschprogramm (siehe unten).
Durch die Entkoppelung der Archivierungsphasen lässt sich der Archivierungsprozess besser steuern und optimal in den laufenden Systembetrieb einbinden. Zeitintensive Programmläufe wie die Archivierbarkeitsprüfung oder das physische Löschen der Daten lassen sich so von der Schreibphase trennen und in lastarmen Zeiten ausführen. Das Konzept eignet sich daher besonders gut für die Archivierung großer Datenmengen.
Das objektübergreifende Prüfen und Löschen kann für alle Archivierungsobjekte genutzt werden, die diese Funktion unterstützen. Ob dies für ein bestimmtes Archivierungsobjekt einer Anwendung zutrifft, können Sie der jeweiligen Dokumentation in der SAP-Bibliothek entnehmen.
Bevor Sie eines dieser beiden Programme einplanen, ist es erforderlich, die zu verwendenden Archivierungsobjekte in der Sicht Customizing objektübergreifendes Prüfen und Löschen zu aktivieren und einzustellen.
Weitere Informationen: Prüfen und Löschen
Hier planen Sie das objektübergreifende Prüfprogramm ein, mit dem Sie für mehrere Archivierungsobjekte eine Archivierbarkeitsprüfung durchführen können. Dabei versieht das Prüfprogramm alle Business-Objekte, die die Archivierbarkeitskriterien erfüllen und daher aus der Datenbank ausgelagert werden können, mit einem bestimmten Status.
Der Status, mit dem Daten zur Archivierung vorgemerkt werden, ist anwendungsspezifisch und kann sich daher von Archivierungsobjekt zu Archivierungsobjekt unterscheiden. In SAP Customer Relationship Management z. B. heißt der Status Archivierbar und hat das technische Kürzel I1100. Ein Business-Objekt, wie z. B. ein CRM-Verkaufsauftrag, gilt im Allgemeinen als archivierbar, wenn es folgende Kriterien erfüllt:
Es ist abgeschlossen, d.h., es hat den Status Erledigt. Dies bedeutet, dass es in der Anwendung nicht mehr geändert wird.
Es hat die dafür eingestellte Residenzzeit erreicht. Wählen Sie die Residenzzeit so, dass nur Daten erfasst werden, auf die lesend nicht mehr häufig zugegriffen werden muss.
Neben diesen allgemeinen Kriterien kann es weitere, objektabhängige Kriterien für die Archivierbarkeit von Business-Objekten geben, die in dem Dokumentationsabschnitt zu dem jeweiligen Archivierungsobjekt der Anwendung beschrieben sind.
Die zur Archivierung vorgemerkten Business-Objekte können dann in einem zweiten Schritt anhand eines archivierungsobjektspezifischen Schreibprogramms archiviert werden. Das Löschen der so archivierten Daten übernimmt dann ein objektspezifisches Löschprogramm oder, falls das Archivierungsobjekt dies unterstützt, das objektübergreifende Löschprogramm (siehe unten).
Hier planen Sie das objektübergreifende Löschprogramm ein. Dieses selektiert die bereits archivierten sowie die nur zum Löschen vorgemerkten Business-Objekte und löscht sie aus der Datenbank. Falls diese Funktion von keinem Archivierungsobjekt unterstützt wird, erscheint die Drucktaste Löschen nicht.
Der Status, den das Löschprogramm für die Selektion verwendet, ist anwendungsspezifisch und kann sich daher von Archivierungsobjekt zu Archivierungsobjekt unterscheiden. In mySAP Customer Relationship Management z.B. hat der Status Löschbar das technische Kürzel I1102, der Status Archiviert das Kürzel I1101. Weitere Informationen darüber, ob ein bestimmtes Archivierungsobjekt diesen Status verwendet und wie er heißt, liefert Ihnen der jeweilige Dokumentationsabschnitt in der SAP-Bibliothek.
Über Protokolle können Sie die beim archivierungsobjektübergreifenden Prüfen und Löschen erzeugten Anwendungsprotokolle anzeigen. Weitere Informationen siehe unter Protokolle.
Sie stellen das objektübergreifende Prüf- bzw. Löschprogramm in der Archivadministration über ein.
Sie planen das objektübergreifende Prüf- bzw. Löschprogramm in der Archivadministration über Prüfen/Löschen ein. Dies erfordert die Angabe einer Variante, in der Sie folgende Einstellungen vornehmen können:
Im Feld Server-Gruppe geben Sie die Server-Gruppe an, auf deren Applikationsservern die Prozesse laufen sollen. Falls keine Servergruppe vorhanden ist, können Sie eine solche über das Computing Center Management System (CCMS) anlegen.
Im Feld Anzahl paralleler Prozesse geben Sie die Anzahl der Prozesse ein, die parallel gestartet werden sollen.
In der Ablaufsteuerung legen Sie fest, ob der Prozess im Test- oder Produktivmodus laufen soll. Im Testmodus wird das Prüfen bzw. Löschen nur simuliert, d.h., es werden keine Änderungen in der Datenbank vorgenommen. Die in dieser Variante vorgenommenen Einstellungen bezüglich der Wahl von Produktiv- oder Testmodus übersteuern die Einstellungen in der Customizing-Variante. Siehe Prüfen und Löschen und Pflege von Varianten für Archivierungsjobs.
Hinweis
Beide Programme unterstützen die Parallelverarbeitung, d.h., sie ermöglichen eine Aufteilung der zu verarbeitenden Datenmenge auf mehrere Workprozesse und Applikationsserver. Dies führt in der Regel zu einem erheblichen Performance-Gewinn, allerdings auch zu einer erhöhten Systemlast aufgrund der größeren Menge gleichzeitig auszuführender Aufgaben. Wenn keine Server-Gruppe angegeben wird, kann die Parallelverarbeitung nicht genutzt werden.