Eigenschaften und Leistungsmerkmale der Datenarchivierung 
Da die Datenarchivierung anwendungsintegriert erfolgt, müssen Sie die Semantik der Anwendungsdaten kennen. Die Datenarchivierung weist über das Sichern von Tabelleninhalten hinaus folgende Eigenschaften auf:
Hardwareunabhängigkeit
Da die Verschlüsselung der numerischen Felder, wie z. B. Integer, hardwareabhängig ist, müssen den archivierten Daten Informationen über die verwendete Hardware beigefügt werden.
Releaseabhängigkeit
Da die Datenstruktur vom SAP-Release abhängen kann, sind Informationen über die Satzaufbauten und die Felddefinitionen mit archivierbar.
Abhängigkeiten zwischen Daten
Die Abhängigkeiten zwischen Datenobjekten kann bei der Archivierung geprüft und berücksichtigt werden.
Unternehmens- und Geschäftsstruktur
Wegen der möglichen Abhängigkeit archivierter Daten von der organisatorischen Struktur des Unternehmens, sind entsprechende Information mit archivierbar.
Datensicherheit
Dank der Trennung zwischen dem Schreiben der Daten in die Archivdatei und dem Löschen der Datena aus der Datenbank ist der Archivierungsvorgang im Fall von Übertragungsfehlern wieder aufsetzbar. Die Daten sind erst nach erfolgreicher Archivierung löschbar. Maximale Datensicherheit erreichen Sie, indem Sie (optional) vor dem Löschen der archivierten Daten die Archivdateien in einer externen Ablage ablegen. Den Zeitpunkt der Ablage stellen Sie im archivierungsobjektspezifischen Customizing ein.
Anschluss an externe Ablage
Sie können für die (optionale) Ablage von Archivdateien folgenden Möglichkeiten nutzen:
Tertiärspeichermedien (z. B. WORMs). Die Ablage erfolgt entweder automatisch oder manuell über die Content Management Infrastructure (beinhaltet die ArchiveLink/CMS-Schnittstelle).
Hierarchische Speichermanagementsysteme (HSM) im jeweiligen Dateisystem. Die Verwaltung der Archivdateien erfolgt automatisch durch das HSM-System. Zum Speichern der Archivdateien kann das HSM-System ebenfalls Tertiärspeichermedien verwenden.
Datenkomprimierung
Bei der Archivierung werden die Daten automatisch bis zum Faktor 5 komprimiert. Falls die zu archivierenden Daten in Cluster-Tabellen gespeichert sind, findet keine weitere Komprimierung statt.
Archivierung ohne Datensicherung
Da die Daten entweder in der Datenbank oder in einer Archivdatei stehen, können Sie während des normalen Systembetriebs ohne vorherige Datensicherung archivieren. SAP empfiehlt jedoch, die Archivdateien vor ihrer Ablage zu sichern.
Zugriff auf archivierte Daten
Da die archivierten Daten nur aus der Datenbank und nicht aus der Anwendung ausgelagert wurden, sind die Daten jederzeit verfügbar. Die Archivadministration ermöglicht folgende Zugriffsarten:
(lesender) Zugriff auf ein einzelnes Datenobjekt (z. B. Buchungsbeleg)
Auswertung der Archivdatei (sequentielles Lesen)
Zurückladen in die Datenbank (wenn für das Archivierungsobjekt vorgesehen)
Automatische Konvertierung alter Archivdateien
Eventuelle durch Hard- und Softwarewechsel bedingte Konvertierungen der Archivdateien nimmt das System beim Lesen von Archivdateien automatisch vor.
Dabei kann das Archive Development Kit (ADK) zwischenzeitlich erfolgte Änderungen an Datenbankstrukturen und hardwareabhängige Speicherformate berücksichtigen. Die Konvertierung hat auf die archivierten Daten keinen Einfluss. Die automatische Konvertierung berücksichtigt folgende Änderungen:
Schema einer Datenbanktabelle (neue und gelöschte Spalten)
Datentyp einer Spalte
Länge einer Spalte
Codepage (ASCII, EBCDIC)
Zahlenformat (z.B. Integer auf verschiedenen Hardwareplattformen)
Wenn in einer Anwendung Datenbankstrukturen stärker verändert sind, als das ADK beim Lesen berücksichtigen kann (z. B. durch Verschieben von Tabellenfeldern zwischen Tabellen oder durch Aufteilung einer Tabelle), stellt die betreffende SAP-Business-Suite-Lösung ein Programm für die dauerhafte Umsetzung bestehender Archivdateien zur Verfügung.
Speicherplatzgewinn
Da die Zurückgewinnung von Speicherplatz die Performance der Anwendungsprogramme erhöht, benötigen Sie Informationen über den Speicherbedarf der zu archivierenden Daten in der Datenbank sowie über den Speicherbedarf der erzeugten Archivdateien.
Rufen Sie das ABAP Dictionary auf ().
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