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FunktionsdokumentationMandantenkopierer Dieses Dokument in der Navigationsstruktur finden

 

Den Mandantenkopierer können Sie u.a. zum Aufbau der folgenden Mandanten benutzen:

  • Bei der Ersteinführung eines SAP-Systems für neue Mandanten aus dem SAP Referenzmandanten 000.

  • Schulungsmandanten

  • Demomandanten

  • Testmandanten

  • Produktivmandanten

Der Quellmandant kann sich dabei entweder im gleichen System oder in einem anderen System befinden.

Mit den Mandantenkopiertools können Sie ausgewählte Bestandteile eines bestehenden Mandanten in einen anderen Mandanten kopieren, z.B. die Benutzerstammdaten mit dem Kopierprofil SAP_USER.

Hinweis Hinweis

Für den Aufbau ihres ersten eigenen Mandanten ist dringend anzuraten, das Profil SAP_CUST zu benutzen, um den Mandanten 000 zu kopieren, da die Konsistenz der Anwendungsdaten im SAP-Auslieferungsmandanten nicht gewährleistet werden kann.

Ende des Hinweises.

Hinweis Hinweis

Es ist für das Kopieren von Mandanten zwischen Systemen technisch nicht mehr notwendig, Mandantentransporte durchzuführen. Statt dessen kann eine Remote-Kopie gemacht werden. Die Transportfunktionalität wird jedoch weiter unterstützt.

Ende des Hinweises.

Integration

Zielmandant

Sie können einen neuen Mandanten mit der Mandantenpflege (Transaktion SCC4) anlegen. Sie benötigen für die Mandantenkopie im Zielmandanten einen Benutzer mit ausreichenden Berechtigungen.

In dem neu angelegten Mandanten gibt es den Initialbenutzer SAP* mit dem Passwort PASS, der zur Durchführung einer Mandantenkopie verwendet werden kann.

Achtung Achtung

Der Benutzer SAP* ist in einem neuen Mandanten standardmäßig deaktiviert. Um den Benutzer SAP* zu aktivieren, setzen Sie den Profilparameter login/no_automatic_user_sapstar auf den Wert 0 und starten Sie den Applikationsserver neu.

Ende der Warnung.

Hinweis Hinweis

Einen bestehenden Mandanten brauchen Sie vor der Kopie nicht löschen.

Ende des Hinweises.
Ressourcenbedarf

Zum Kopieren von Mandanten benötigen Sie große Systemressourcen. Um einen vorzeitigen Abbruch wegen zu gering bemessener Ressourcen zu vermeiden, sollten Sie auf Grundlage der folgenden Überlegungen für ausreichende Kapazität sorgen:

  • Speicherplatz in der Datenbank

    Starten Sie vor dem Kopieren eines Mandanten einen Testlauf. Am Ende des Dateiprotokolls findet man die Summe der kopierten und gelöschten Daten in kB.

    Für die Datenbanken ORACLE, INFORMIX, ADABAS und DB2/CS können Sie aus dem Protokoll für Testläufe eine Datenbankbereichsanalyse machen und prüfen, ob ausreichend Speicherplatz verfügbar ist.

    Achtung Achtung

    Beachten Sie, dass die Speicheranforderungen nur geschätzt werden können, da bereits zugeteilter, aber noch nicht belegter Speicherplatz nicht berücksichtigt wird. Ein Mandant ohne Anwendungsdaten benötigt in der Datenbank einen Speicherplatz von ungefähr 500 MB. Weiterhin ist zu beachten, dass in den meisten Datenbanken der durch gelöschte Daten frei gewordene Platz erst nach einer Reorganisation verfügbar ist.

    Ende der Warnung.

    Hinweis Hinweis

    Für Pool-Tabellen ist die Schätzung sehr ungenau, da ihre Extentgröße erheblich ist. Es muss aber davon ausgegangen werden, dass für jede Pool-Tabelle ein neues Extent erforderlich ist, was die Abschätzung erhöht.

    Ende des Hinweises.
  • Laufzeit

    Das Kopieren eines Mandanten kann mehrere Stunden bis Tage dauern. Bedenken Sie, dass auch Benutzer oder Hintergrundprozesse, die in anderen Mandanten als dem Quell- oder Zielmandanten arbeiten, den Prozeß verzögern. So können z.B. Sperren, die sich aus der Arbeit in einem dritten Mandanten des gleichen Systems ergeben, die Verarbeitung der einzelnen Objekte behindern. Grundsätzlich ist ein Arbeiten im System während der Mandantenkopie technisch möglich. Es wird allerdings dringend empfohlen, dies nicht oder nur in absoluten Ausnahmefällen zu tun, da dadurch Inkonsistenzen entstehen können.

    Achtung Achtung

    Bei einem Start im Vordergrund kann bei langsamen Datenbanken, bei großen Mandanten oder bei Mandanten mit vielen Benutzern die Notwendigkeit entstehen, den Standard-Timeout-Wert für diese Prozesse zu erhöhen:

    1. Um den Standard-Timeout-Wert zu erhöhen, rufen Sie die Transaktion Pflege der Profilparameter (RZ 11) auf.

    2. Geben Sie als Profilparameter rdisp/max_wprun_time ein.

    3. Wählen Sie Anzeigen.

    4. Wählen Sie Wert ändern.

    5. Geben Sie einen neuen Wert für den Profilparameter ein.

      Wir empfehlen einen Wert von 2000 Sekunden.

    Beim Einsatz paralleler Prozesse werden auch bei einer Einplanung im Hintergrund Dialogprozesse verwendet. Im Regelfall ist der Standard-Timeout-Wert ausreichend. Wenn jedoch zusätzliche Prozesse die Datenbank belasten, kann es auch hier sinnvoll sein, den Profilparameter zu erhöhen.

    Ende der Warnung.
  • Systemlast

    Da beim Kopiervorgang sehr große Datenmengen bewegt werden, kann das Kopieren oder Transportieren eines Mandanten sehr lange dauern. Für diese Zeit sind ein oder mehrere Dialogprozesse belegt. Die Datenbankschnittstelle wird dabei erheblich belastet.

Schutz der Mandanten gegen Anmeldungen von Benutzern
  • Während des Kopiervorgangs muss gewährleistet werden, dass sich kein Benutzer am System anmeldet. Aus technischen Gründen wird nur der Zielmandant gesperrt. Wird z.B. nach einem abgebrochenen Kopielauf die Sperre nicht gelöst, kann man sie durch den Aufruf der Transaktion SCC3 in einem beliebigen Mandanten lösen.

    Achtung Achtung

    Da Benutzer, die bereits im Zielmandanten arbeiten, nicht automatisch vor dem Start des Kopiervorgangs gesperrt werden können, müssen Sie selbst dafür sorgen, dass diese das System verlassen.

    Ende der Warnung.
  • Sowohl Quell- als auch Zielmandant sollten zusätzlich durch eine Systemnachricht (SM02) gesichert werden. Die Einhaltung muss in beiden Mandanten überwacht werden (z.B. durch SM04)

  • Während des Kopiervorgangs sollte auch im Quellmandanten nicht gearbeitet werden.

Nachbereitung

Wenn Sie im neuen Mandanten mit SAP Query arbeiten möchten, sind Nacharbeiten erforderlich. Weitere Informationen finden Sie unter SAP Query.

Einschränkungen
  • Auf archivierte Daten können Sie im Zielmandanten nicht zugreifen, wenn die Nummer des Zielmandanten nicht mit der Nummer des Quellmandanten übereinstimmt.

  • Änderungsbelege (Tabellen CDHDR, PCDHDR, CDPOS und PCDPOS): Änderungsbelege der Benutzerverwaltung und Protokolle der generischen Protokollablage (Application-Log-Tabellen BAL*) werden nicht kopiert.