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Zentrales Monitoring von BetriebssystemdatenLocate this document in the navigation structure

Verwendung

Der Betriebssystemkollektor SAPOSCOL sammelt Betriebssystemdaten eines beliebigen Host und legt diese auf seinem Segment des Shared Memory ab. SAP-NetWeaver-Management-Agenten können diese Daten in das Monitorsegment übernehmen und an das zentrale Monitoring-System übermitteln. Damit sind die Daten in der CCMS-Monitoring-Architektur sichtbar und werden im Betriebssystemmonitor angezeigt. Eine ausführliche Beschreibung zum Betriebssystemkollektor finden sie unter

Betriebssystemkollektor SAPOSCOL und im SAP-Hinweis 371023 Auf SAP-Site veröffentlichte Informationen.

Angezeigte Betriebssystemdaten im Alert-Monitor

Die CCMS-Monitoring-Architektur zeigt nach erfolgreicher Installation des Agenten in der Transaktion RZ20 die folgenden Daten im Monitor Operating System an:

  • Filesystems

  • CPU

  • Paging

  • Commit Charge (nur für Windows)

  • Swap Space (nur für Unix)

  • OS Collector

  • LAN

Der Betriebssystemmonitor zeigt unabhängig davon alle von SAPOSCOL gesammelten Daten an. Daher eignet er sich gut als Analysemethode für den Monitor Operating System.

Funktionsumfang

Konfiguration der Überwachung von Betriebssystemdaten

Der Agent ermöglicht außerdem eine individuelle Auswahl von Teilbäumen für die Monitore Operating System und Filesystems. Sie können durch einen Filter Teilbäume oder ganze Komponenten explizit aus der Monitoranzeige herausnehmen. Für diese werden dann keine Monitorknoten generiert. Alternativ zum Herausfiltern von Dateisystemen können Sie ein exklusives Monitoring einschalten, mit dem nur die Dateisysteme überwacht werden, die sie explizit angeben. Alle anderen Dateisysteme werden dann nicht überwacht.

Sie können auch die Namen der MTE-Klassen für die überwachten Betriebssystemdaten beliebig ändern. Damit können Sie Betriebsystemdaten unterschiedlicher Hosts unterschiedlichen MTE-Klassen zuweisen. Dies erleichtert das Customizing z. B. der Schwellenwerte oder die Zuweisung von verschiedenen Autoreaktionen in Abhängigkeit der Funktion oder der Plattform (Windows, Unix) der überwachten Hosts.

In der Konfigurationsdatei SAPCCMSR.INI können Sie durch den Parameter OsColFile eine Konfigurationsdatei angeben, in der Sie diese Einstellungen vornehmen können. SAPCCMSR.INI enthält dann also einen Eintrag der Art:

OsColFile <Konfigurationsdatei für Überwachung von Betriebssystemdaten>

Diese SAPOSCOL-Filterdatei werde im Folgenden oscolfile.txt genannt.

Aufbau der SAPOSCOL-Filterdatei oscolfile.txt

Sie können in der SAPOSCOL-Filterdatei oscolfile.txt die folgenden Angaben machen:

  • Herausfiltern von Komponenten

    Tragen Sie nach dem Schlüsselwort FilterOutComponent diejenigen Komponenten ein, die nicht in das Monitorsegment übernommen werden sollen, für die also im Monitorbaum der Transaktion RZ20 kein Teilbaum angelegt werden soll.

  • Herausfiltern von Dateisystemen

    Mit dem Schlüsselwort FilterOutFilesystem können Sie Dateisysteme herausfiltern, die nicht in das Monitorsegment übernommen werden sollen. Sie können so z. B. bestimmte Dateisysteme, die immer zu 100% gefüllt sind, von der Überwachung ausschließen. Sie können für den Dateisystemnamen oder ein Muster das Maskenzeichen ( *) verwenden.

  • MTE-Klasse und Attributgruppe der überwachten Betriebsystemdaten setzen

    Für folgenden Komponenten können Sie im Rahmen der Überwachung die zugehörige MTE-Klasse und Attributgruppe auch selber setzen:

    • Windows: CPU, Lan, Commit_Charge, Paging

    • Unix: CPU, Lan, Swap_Space, Paging

    Da dies auf Host-Ebene geschieht, können Sie so den Betriebssystemdaten verschiedener Hosts unterschiedliche MTE-Klassen zuordnen. Geben Sie hierfür das Schlüsselwort MonitorComponent ein. Die Syntax des Schlüsselworts lautet:

    MonitorComponent <Komponentenname> <MTE-Klasse> [<Attributgruppe>]

    Die entsprechenden Monitorobjekte und Monitorattribute erhalten dann die folgenden Namen:

    Knotenname

    Standard-MTE-Klasse

    Selbst gesetzte MTE-Klasse

    CPU

    • CPU_Utilization

    • 5minLoadAverage

    • Idle

    • Number of CPUs

    CPU

    • CPU_Utilization

    • 5minLoadAverage

    • Idle

    • CPU_Number

    <Name>

    • <Name>_Utilization

    • <Name>_5minLoadAverage

    • <Name>_Idle

    • <Name>_CPU_Number

    Paging

    • Page_In

    • Page_Out

    Paging

    • Page_In

    • Page_Out

    <Name>

    • <Name>_Page_In

    • <Name>_Page_Out

    Commit_Charge

    • CommitChargeFree

    • Commit_Percent

    Commit_Charge

    • CommitChargeFreeSpace

    • CommitChargePercent_Used

    <Name>

    • <Name>_FreeSpace

    • <Name>_Percent_Used

    Swap_Space

    • Freespace

    • Percentage_Used

    Swap_Space

    • SwapFreespace

    • SwapPercentage_Used

    <Name>

    • <Name>_FreeSpace

    • <Name>_Percentage_Used

    Lan

    • <Name des LAN>

      • Packets_In

      • Packets_Out

      • Collisions

      • Errors In

      • Errors Out

    Lan

    • LanMO

      • LanPacketsIn

      • LanPacketsOut

      • LanCollisions

      • LanErrorsIn

      • LanErrorsOut

    <Name>

    • <Name>_MO

      • <Name>_PacketsIn

      • <Name>_PacketsOut

      • <Name>_Collisions

      • <Name>_ErrorsIn

      • <Name>_ErrorsOut

    Hinweis

    Sie können der Tabelle entnehmen, dass für die zugehörigen Monitorattribute die gesetzte MTE-Klasse als Präfix verwendet wird. Da die Länge der MTE-Klasse auf 40 Zeichen beschränkt ist, stehen Ihnen für den selbst gewählten Namen maximal 24 Zeichen zur Verfügung.

  • MTE-Klasse und Attributgruppe der überwachten Festplatten setzen

    Analog zum Setzen eigener Namen für MTE-Klasse und Attributgruppe der überwachten Betriebssystemdaten steht ihnen ein Schlüsselwort zum Setzen eigener Namen der MTE-Klasse und Attributgruppe für Festplatten zur Verfügung. Geben Sie hierfür das Schlüsselwort MonitorDisk ein. Die Syntax des Schlüsselworts lautet:

    MonitorDisk <Festplattenname> <MTE-Klasse> [<Attributgruppe>]

    Die entsprechenden Monitorobjekte und Monitorattribute erhalten dann die folgenden Namen:

    Knotenname

    Standard-MTE-Klasse

    Selbst gesetzte MTE-Klasse

    Disk

    • <Festplattenname>

      • Utilization

      • DataTransfer

      • QueueLength

      • ResponseTime

      • WaitTime

      • ServiceTime

    Disk

    • DiskMO

      • DiskUtilization

      • DiskDataTransfer

      • DiskQueueLength

      • DiskResponseTime

      • DiskWaitTime

      • DiskServiceTime

    <Name>

    • <Name>_MO

      • <Name>_Utilization

      • <Name>_DataTransfer

      • <Name>_QueueLength

      • <Name>_ResponseTime

      • <Name>_WaitTime

      • <Name>_ServiceTime

  • Überwachung von Dateisystemen anpassen

    Alternativ zum Herausfiltern von einzelnen Dateisystemen können Sie ein exklusives Monitoring einschalten. In dem Fall wird nur für die Dateisysteme, die Sie nach dem Schlüsselwort MonitorFilesystem angeben, ein Teilbaum in der Monitorarchitektur angelegt. Andere Dateisysteme werden ignoriert. Einträge mit dem Schlüsselwort FilterOutFilesystem werden ebenfalls ignoriert. Die Syntax des Schlüsselworts ist:

    MonitorFilesystem <Dateisystem> [<MTE-Klasse> [<Attributgruppe>]]

    Sie können dem Monitorobjekt der Dateisysteme auch eine eigene MTE-Klasse bzw. Attributgruppe zuweisen (standardmäßig ist es immer die Klasse FilesystemMO), so dass Ihnen z. B. bei einem regelbasierten Monitor nur die Dateisysteme angezeigt werden, die Sie explizit dieser MTE-Klasse zugeordnet haben.

  • Überwachung der LAN-Interfaces anpassen

    Analog zur Überwachung bestimmter Dateisysteme können Sie auch bestimmte LAN-Interfaces exklusiv überwachen. Außerdem können Sie die MTE-Klasse und die Attributgruppe der zu überwachenden LAN-Interfaces setzen. Geben Sie hierfür das Schlüsselwort MonitorLAN ein. Die Syntax des Schlüsselworts lautet:

    MonitorLAN <LAN> [<MTE-Klasse> [<Attributgruppe>]]

    Hinweis

    Falls Sie lediglich analog zum Schlüsselwort MonitorComponent die MTE-Klasse aller LAN-Teilbäume setzen möchten, geben Sie für <LAN> das Maskenzeichen * an.

    Beachten Sie auch, dass der Name für <LAN> kein Leerzeichen enthalten darf. Benutzen Sie als Workaround dann ebenfalls das Maskenzeichen *. So können Sie, falls Sie z. B. das LAN-Interface MS TCP überwachen lassen möchten, für <LAN> lediglich MS* angeben.

  • MTE-Klasse und Attributgruppe überwachter Prozesse setzen

    Prozessen, die vom Betriebssystemkollektor SAPOSCOL überwacht werden, ist standardmäßig die MTE-Klasse MonitoredProcessesMo zugeordnet. Sie können diese MTE-Klasse (und auch die Attributgruppe) ändern, indem Sie nach dem Schlüsselwort MonitorProcess die gewünschten Namen angeben. Die Syntax des Schlüsselworts ist:

    MonitorProcess <Prozessname> <MTE-Klasse> [<Attributgruppe>]

    Hinweis

    Sie können bereits in der Auswahl der überwachten Prozesse MTE-Klasse und Attributgruppe der überwachten Prozesse individuell setzen (siehe Überwachung ausgewählter Prozesse mit SAPOSCOL). Dies hat den Vorteil, dass sich alle Konfigurationseinstellungen der überwachten Prozesse in einer Datei befinden.

    Beachten Sie, dass Sie durch das Schlüsselwort MonitorProcess nur die Zuordnung von überwachten Prozessen zu Klassen und Gruppen vornehmen; es hat im Gegensatz zu FilterOutFilesystem und MonitorFilesystem keinerlei Filterfunktionen.

Beispiel

Vorlage für die SAPOSCOL-Filterdatei oscolfile.txt

Die folgende Datei stellt eine Hilfe zur Erstellung der Filterdatei oscolfile.txt dar; im Beispiel darunter wird die Bedeutung von ausgewählten Konfigurationseinstellungen erklärt:

####################################################################### 
###                                                                     
### OsColFile.txt                                                       
### Configuration file for Operating System Monitoring                  
###                                                                     
####################################################################### 
                                                                        
# FilterOutComponent <Component Name>                                   
### CCMS agent does not create MTEs for <Component Name>                
### Windows: <Component Name> = CPU | Lan | Commit_Charge | Paging |    
###                             Filesystems                             
### UNIX:    <Component Name> = CPU | Lan | Swap_Space | Paging |       
###                             Filesystems                             
                                                                        
# FilterOutFilesystem <Filesystem Name> | <Pattern>                     
### CCMS agent does not create MTEs for <Filesystem Name> |<Filesystem> 
### Filesystem name can contain '*' as a wildcard (<Pattern>).          
### CCMS agent does not create MTEs for <Filesystem Name> | <>   
                                                                        
# MonitorFilesystem <Name> | <Pattern>   [ <MTE Class>   [<Group>]]     
### CCMS agent creates MTEs for this file system only. All other        
### Filesystems are ignored                                             
### Name can contain '*' as a wildcard (<Pattern>)                      
### Name can be an unsubstituted filesystem name e.g. $DIR_TRANS        
### $DIR_PERF, if these represent file systems collected by saposcol    
                                                                        
### <MTE Class>  and  <Group> are optional. If you want to specify      
### your own customizing group you have to specify the MTE class, too.  
                                                                        
# MonitorComponent <Component Name> <MTE Class> [<Group>]               
### CCMS agent creates MTEs with specified MTE class and customizing    
### group.                                                              
### <Group> is optional. If you don't specity the customizing group,    
### then the standard name is used.                                     
###                                                                     
### Windows: <Name> = CPU | Commit_Charge | Paging            
### UNIX:    <omponent Name> = CPU | Swap_Space | Paging               
                                                                        
# MonitorLAN <Name> | <Pattern>   [ <MTE Class>   [<roup>]]            
### CCMS agent creates MTEs for this LAN interfaces only. All other     
### LAN interfaces are ignored                                          
### Name can contain '*' as a wildcard (<Pattern>)                      
### ### <MTE Class>  and  <Group> are optional. If you want to specify      
### your own customizing group you have to specify the MTE class, too.  
                                                                        
# MonitorProcess <Name> | <Pattern> <MTE Class> [<Group>]               
### Changes the MTE Class (and the Attribute Group) of the monitoring   
### objects of the monitored process <Name>. Name can contain '*' as a  
### wildcard (<Pattern>). If you want to specify your own customizing   
### group you have to specify the MTE class, too.
            

Beispiele für Konfigurationsparameter und ihre Bedeutung

Inhalt von oscolfile.txt

Bedeutung

FilterOutComponent CPU

FilterOutComponent Swap_Space

MonitorFilesystem

/usr/sap/trans

  • legt keinen Teilbaum CPU und keinen Teilbaum Swap_Space an

  • legt nur einen Baum für das Dateisystem /usr/sap/trans an

FilterOutComponent Filesystems

  • legt keinen Teilbaum für Dateisysteme an

FilterOutComponent CPU

FilterOutFilesystem

/oracle/C11/sapdata*

  • legt keinen Teilbaum CPU an

  • legt keine Bäume für solche Dateisysteme an, die zu dem Muster /oracle/C11/sapdata* passen (z. B. /oracle/C11/sapdata2); alle anderen Dateisysteme werden angezeigt

MonitorFilesystem

/oracle/C11/sapdata*

CL_ORA GC_ORA

  • legt nur einen Baum für solche Dateisysteme an, die zu dem Muster /oracle/C11/sapdata* passen (z. B. /oracle/C11/sapdata2); die Knoten werden unter der MTE-Klasse CL_ORA und der Attributgruppe CG_ORA angelegt

MonitorProcess

*disp+work

MonitoredProcessesMo

Kernel_Group

  • legt den Teilbaum für die Prozesse *disp+work mit der Standard-MTE-Klasse MonitoredProcessesMo und der Attributgruppe Kernel_Group an

MonitorCompontent CPU

host123CPU host123CPU

  • Teilbaum CPU erhält die MTE-Klasse und Attributgruppe host123CPU, dessen Monitorattribute diesen Namen als Präfix

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