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Erweiterter Kontoabschluss 
Beim erweiterten Kontoabschluss können Sie im Gegensatz zum Standardkontoabschluss den Abschluss in mehreren unabhängigen Abschlussschienen durchführen. Die Abschlussschienen werden wie folgt unterschieden:
· Basisschiene
· Zusatzschienen
Die Zusatzschienen bieten Ihnen die Möglichkeit, den Zinsabschluss und den Gebührenabschluss in zwei unabhängigen Abschlüssen mit unterschiedlichen Periodizitäten durchzuführen. Daneben können Sie Produkte mit mehreren Zinskonditionen, die einer individuellen Periodizität unterliegen, z.B. bonifizierte Sparprodukte abbilden.
Wie oben beschrieben basiert der erweiterte Kontoabschluss auf so genannten Abschlussschienen; diese besitzen abschlussschienen-übergreifende und abschlussschienen-spezifische Attribute:
· Abschlussschienen-spezifische Attribute
¡ Jede Schiene hat eine eigene Periodizität.
¡ Jede Schiene besitzt eigene Konditionen, wobei jede Schiene genau eine Konditionsgruppe mit dem Konditionsgruppentyp Abschluss haben kann.
¡ Jede Schiene kann einzeln abgeschlossen werden.
¡ Auf jede Abschlussschiene können Sie die Methode Alternativen Kontoabschluss ausführen anwenden.
¡ Jeder definitive Abschluss einer Schiene kann einzeln storniert werden.
· Abschlussschienen-übergreifende Attribute
¡ Zinsabschlagsteuer
¡ Abschluss kumuliert buchen
¡ Konditionen tauschen

· Basisschiene
Mit der Basisschiene des erweiterten Kontoabschlusses werden die Zinsen berechnet. Damit entspricht die Basisschiene ihrer Funktion nach dem Standardkontoabschluss. Nur in der Basisschiene können Vorperiodenkorrekturen durchgeführt werden. SAP liefert die Basisschiene mit der Schienennummer 001 standardmäßig aus. Diese kann nicht gelöscht werden.
· Zusatzschienen
Mit den Zusatzschienen des erweiterten Kontoabschlusses werden die Gebühren berechnet. Es ist nicht möglich über eine Zusatzschiene Zinskonditionen zu berechnen.
Wenn mehrere Abschlussschienen eines Kontos die gleiche Fälligkeit besitzen, müssen zuerst die Zusatzschienen abgeschlossen werden und dann die Basisschiene, da diese die Abschlussergebnisse der Zusatzschienen für die Berechnung der eigenen Abschlussergebnisse berücksichtigt. Wird zuerst die Basisschiene abgeschlossen, können an diesem (Abschluss-) Buchungstag keine weiteren Abschlüsse, auch nicht für die Zusatzschienen durchgeführt werden.
Für den Abschluss von Zusatzschienen ist ein Buchungsschnitt nicht zwingend erforderlich. Wenn Sie Zusatzschienen ohne Buchungsschnitt abschließen, werden alle Buchungen, die bis zum Abschlusszeitpunkt angefallen sind berücksichtigt. Wenn für den gleichen Buchungstag weitere Buchungen eingehen, die zeitlich nach dem Abschluss liegen, werden diese in keinem Abschluss berücksichtigt. SAP empfiehlt daher, auch für den Abschluss von Zusatzschienen grundsätzlich einen Buchungsschnitt durchzuführen.
Grundsätzlich gilt auch für den erweiterten Kontoabschluss, dass dieser das Konto für weitere Buchungen mit dem gleichen Buchungstag sperrt. Der erweiterte Kontoabschluss lässt hier für Laufzeitprodukte eine Ausnahme zu. Diese können Sie abschließen und mit dem gleichen Buchungstag des Kontoabschlusses bebuchen.
Stellt das System fest, dass zu einem Selektionsdatum mehrere Abschlussschienen eines Kontos mit unterschiedlichen Fälligkeiten abzuschließen sind, wird nur diejenige Abschlussschiene mit der ältesten Fälligkeit abgeschlossen. Die anderen Abschlussschienen müssen in weiteren Läufen abgeschlossen werden.
Die Steuerung, ob ein Kontoabschluss definitiv oder alternativ ist erfolgt über die Abschlussart. Die Abschlussart 001 wird von SAP standardmäßig ausgeliefert und steht für den definitiven Abschluss der Basisschiene. Alle weiteren Abschlussarten, die Sie für die Definition von definitiven und alternativen Abschlüssen der Zusatzschienen benötigen, können Sie im Customizing des Account Management unter Produktmanagement ® Abschluss ® Abschlussarten definieren einstellen.
Firmenkontokorrent für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs (mehrere tausend Buchungsposten je Monat)
Kontoführungsentgelt EUR 25,-- (Abschluss ¼-jährlich)
Sollzins 8,5% (Abschluss ¼-jährlich)
Habenzins 0,5% (Abschluss ¼-jährlich)
Postengebühr EUR 0,12 (Abschluss monatlich)
Das dargestellte Beispiel ist für Praxis relevant, da
Kunden mit hohem Zahlungsverkehrsaufkommen bedarfsabhängig eine monatsgenaue
Abrechnung der angefallenen Postenpreise benötigen.
Firmenkontokorrent für die Zahlungsverkehrsabwicklung (mehrere tausend Buchungsposten je Monat)
Kontoführungsentgelt EUR 25,-- (Abschluss ½ -jährlich)
Sollzins 8,5 % (Abschluss ¼-jährlich)
Habenzins 0,5 % (Abschluss ¼-jährlich)
Postengebühr EUR 0,12 (Abschluss monatlich)
Das dargestellte Beispiel ist eine Variante von
Beispiel 1. Hier wird die Berechnung des Kontoführungsentgeltes mit
abweichender Periodik von der Zinsrechnung durchgeführt.
Passivprodukt, das parallel zur eigentlichen Verzinsung (Habenzins) mit einem Bonuszins ausgestattet ist. Der Bonus wird dem Kunden beim „Erreichen“ eines bestimmten Zieles gewährt.
Produktmerkmale:
· Habenzins 3 %
· Bonus aus der Summe aller Einzahlungen 1,5 %
· Ziel/Bedingung: Keine Verfügung im ersten „Laufzeitjahr“

Das dargestellte Produkt hat zwei unabhängig voneinander laufende Periodizitäten. Der Habenzins wird entsprechend dem Kalenderjahr gerechnet und kapitalisiert, die Bonusverzinsung wird jeweils zum 15.03. berechnet und dem Guthaben zugeschlagen = Laufzeitjahr / Sparjahr.