Fahrzeugmodell
Grundtyp eines Fahrzeugs, der vielfältig variiert werden kann. Fahrzeugmodelle werden im SAP-System als konfigurierbare Materialien mit zusätzlichen Modelldaten definiert. Sie können für mehrere verschiedene Fahrzeugmodelle denselben Materialstammsatz verwenden.
Dieses Objekt können Sie als Basis für das Anlegen von Fahrzeugen verwenden. Im Fahrzeugmodellstamm eines Fahrzeugmodells erfassen Sie Daten, die für jedes Fahrzeug dieses Modells gelten.
Beim Anlegen eines Fahrzeugs werden automatisch die Daten aus dem Fahrzeugmodell in das Fahrzeug kopiert. Wenn Sie ein Modell ändern, wirken sich diese Änderungen nicht auf die bereits davon kopierten Daten aus.
Es gibt optionale Felder, beispielsweise für Kraftstoffverbrauch, Motorleistung und Anzahl Türen. Sind diese Daten nicht für alle Fahrzeuge eines bestimmten Modells gleich, füllen Sie diese Felder nicht aus. Sie bleiben dann leer, wenn Sie ein auf diesem Modell basierendes Fahrzeug anlegen.
Mit dem Business Add-In /DBM/BADI_VEHICLE_API können Sie festlegen, wie Daten vom Fahrzeugmodell in ein Fahrzeug kopiert werden. Die relevanten Methoden sind BEFORE_VEHICLE_SET und BEFORE_VEHICLE_SAVE.
Da die Modelldaten einfach vom Fahrzeugmodell in das Fahrzeug kopiert werden, können Sie die kopierten Daten danach im Fahrzeugstamm ändern. Das bedeutet, dass die im Modellstamm definierten Werte Vorschlagswerte sind.
Die Tatsache, dass Sie auch Werte aus dem Modellstamm im Fahrzeugstamm bearbeiten können, kann bedeuten, dass die Werte im Fahrzeugstamm anders als die im Modellstamm lauten können. Wollen Sie dies nicht zulassen, können Sie festlegen, dass die vom Modell- in den Fahrzeugstamm kopierten Werte nicht geändert werden können. Dazu müssen Sie die UI des Fahrzeugstamms wie in SAP-Hinweis 900850 beschrieben ändern.
In DBM sind Fahrzeugmodelle in Modellkatalogen gruppiert. Beispielsweise können Sie einen Modellkatalog für jede Fahrzeugmarke definieren.
Im Customizing können Sie diese Kataloge definieren und angeben, wie das System sie findet. In der Standardauslieferung ist der Modellkatalog der Kombination aus Sparte und Land zugeordnet und wird dementsprechend ermittelt.
Wenn Sie im Fahrzeugmodell (Transaktion /DBM/VMODEL) arbeiten, besteht der erste Schritt normalerweise darin, den entsprechenden Modellkatalog auszuwählen. Wenn ein Benutzer normalerweise mit Modellen eines bestimmten Katalogs arbeitet, können Sie auf der Registerkarte Parameter
des Bilds Pflege eigener Benutzervorgaben
(Transaktion SU3) mit Parameter-ID /DBM/MCATALOG diesen Modellkatalog dem jeweiligen Benutzer zuordnen.
Dieser Abschnitt des Fahrzeugmodells enthält die allgemeinen Daten.
In DBM ist der Modellverkaufscode
der Schlüssel für ein Fahrzeugmodell. Damit geben Sie das Modell in der Anwendung ein. Der Arbeitswert-Haupttyp
dient der Ermittlung der korrekten Arbeitswert-Zeitvorgaben.
Die Preisgruppe
kann bei der fahrzeugbezogenen Preisfindung verwendet werden.
Einige Werte können Sie im Customizing für Dealer Business Management (DBM)
unter definieren, z.B. Karosserievariante
und Kraftstoffart
.
Die meisten in diesem Bereich erfassten Daten haben keine Auswirkungen auf den Geschäftsprozess, sondern dienen nur zu Informationszwecken.
Wird ein Modell nicht mehr oder noch nicht benötigt, können Sie seinen Status auf inaktiv setzen, indem Sie im Fahrzeugmodellstamm das Kennzeichen Modell und Ausstattung aktiv
entmarkieren.
In der Standardkonfiguration dient der Modellservicecode
der Paketfindung.
Modelltexte sind sprachabhängige Texte und Langtexte, die das Fahrzeugmodell beschreiben.
Um die Sprache zu ändern, geben Sie die gewünschte Sprache im Feld Sprache
ein. Sie können die Texte dann in der ausgewählten Sprache bearbeiten.
In der Transaktion Fahrzeugmodellstamm bearbeiten
(Transaktion /DBM/VMODEL) können Sie die Modelltexte anzeigen, die beim Anlegen des Modells erfasst wurden. Die Modellbeschreibungen, die dem Referenzmaterial des Modellkatalogs entsprechen, werden nicht im Modellstamm angezeigt.
Der Modelleinkaufspreis und der Modellverkaufspreis sind die Basispreise für das Fahrzeugmodell. Beim Anlegen eines Kundenauftrags oder Angebots für ein Fahrzeug des Preistyps 1 werden diese Preise aus dem Fahrzeugstamm in die Fahrzeugposition im DBM-Auftrag kopiert.
Die Modellpreise enthalten keine Preise für zusätzliche Ausstattung. Ausstattungspreise können für jeden Ausstattungsschlüssel separat verwaltet werden.
Die Modellpreise sind nur relevant, wenn Preistyp 1 (Neufahrzeuge) für die Geschäftsvorfallsart des Fahrzeugs gilt. Weitere Informationen finden Sie im Customizing für Dealer Business Management (DBM)
unter .
Jedes Fahrzeugmodell muss einem Materialstammsatz zugeordnet sein. Der Materialstamm muss ein konfigurierbares Material sein.
Beim Anlegen eines Fahrzeugmodells können Sie dem Modell einen bereits vorhandenen Materialstammsatz zuordnen.
Alternativ dazu können Sie auch einen neuen Satz dafür anlegen. Dies funktioniert nur, wenn dem Modellkatalog, zu dem das Modell als Referenzmaterial gehören wird, bereits ein entsprechender Materialstammsatz zugeordnet ist. Der Grund hierfür ist, dass im Fahrzeugmodellstamm so gut wie keine Materialstammdaten bereitgestellt werden können. Folglich werden für einen neuen Materialstamm die meisten Daten aus dem Referenzmaterial kopiert, das dem Modellkatalog zugeordnet ist.
Der Materialstamm für Fahrzeugmodelle muss bestimmte Kriterien erfüllen. Die Wichtigsten sind:
Verwendung von Materialart VEHI o.ä.
Zuordnung der Klassenart 300 zum Material
Bereitstellung von Verkaufsorganisations- und Einkaufsdaten
Verwendung des Bewertungstyps X in der Ansicht Buchhaltung 1
Anhand des dem Modell zugeordneten Materials wird die Fahrzeugaktionssteuerung in Transaktion VELOS bestimmt. Daher wird der Lebenszyklus des Fahrzeugs von dem Material beeinflusst, das ihm zugewiesen ist.
Wenn Sie im Modellstamm Text in das Feld Modelltext 1
und Beschreibungen für das Vorlagenmaterial für den gewählten Modellkatalog eingeben, wird die Materialbezeichnung des neu angelegten Materials im Materialstamm folgendermaßen beeinflusst:
Wenn Sie keinen Text in einer gegebenen Sprache eingeben, wird der Text in der Sprache des Fahrzeugreferenzmaterials für die Beschreibungen des neuen Materials im Materialstamm verwendet.
Wenn die von Ihnen für den Modelltext gewählte Sprache in der Beschreibung des Referenzmaterials nicht vorhanden ist, wird der im Feld Modelltext 1
eingegebene Text der Beschreibung des neuen Materials im Materialstamm hinzugefügt.
Wenn die von Ihnen für den Modelltext gewählte Sprache in der Beschreibung des Referenzmaterials vorhanden ist und Sie einen Text in das Feld Modelltext 1
eingeben, wird der neu eingegebene Text für die Beschreibung des neuen Materials im Materialstamm verwendet.
Weitere Informationen über die Verwendung von Materialstammsätzen im Fahrzeugmodell finden Sie in SAP-Hinweis 1258776.
Die Ausstattung (oder Ausstattungsoptionen) dient hauptsächlich der detaillierteren Beschreibung von Fahrzeugen. In DBM ersetzt diese Funktion die Variantenkonfiguration.
Die im Modellstamm definierten Ausstattungsoptionen werden im Fahrzeugstamm verfügbar gemacht, wenn Sie die Eingabehilfe verwenden. Der Fahrzeugstamm prüft nicht, ob die von Ihnen erfassten Werte in der Liste der vordefinierten Ausstattungsoptionen im Fahrzeugmodellstamm enthalten sind. Dies basiert auf der Annahme, dass die Fahrzeugmodellstammdaten nicht immer aktuell sind, so dass für Fahrzeuge mit Ausstattungsoptionen, die im Fahrzeugmodellstamm nicht vordefiniert sind, diese neu angelegt werden müssen.
Die der Ausstattung zugeordneten Materialien werden für das Anlegen von Positionen in DBM-Fahrzeugaufträgen und -angeboten verwendet.
Im Fahrzeugmodellstamm gibt es mehrere verschiedene Ausstattungsklassen. Zweck und Verwendung in der Anwendung sind unterschiedlich:
A – Zubehör
Zubehör wird für Ausstattungsoptionen verwendet, die normalerweise vom Händler, und nicht vom Importeur oder Hersteller, bearbeitet werden. Beispiele sind Fußbodenmatten oder Heckspoiler. Sie sind für die Bestandsverwaltung relevant. Daher wird die Verwendung von Materialien der Art HAWA empfohlen.
C – Farbe
Die Außenfarbe des Fahrzeugs. Da die Außenfarbe Teil des Fahrzeugs ist, werden Materialien der Art NLAG empfohlen.
D – Auslieferung
Mit dieser Ausstattungsklasse können die verschiedenen Arten der Fahrzeugauslieferung an den Endkunden (z.B. Abholung beim Händler oder vom Werk) und die Kosten dafür definiert werden. Verwenden Sie hierfür Materialien der Art NLAG.
I – Polsterung
Die Polsterung des Fahrzeugs. Da die Polsterung Teil des Fahrzeugs ist, werden Materialien der Art NLAG empfohlen.
M – Sonstiges
Ausstattungsklasse M dient in der Standardimplementierung keinem bestimmten Zweck. Sie können diese Klasse für Ihre eigene Ausstattungsklasse verwenden.
O – Sonderausstattung
Der Satz mit Sonderausstattungsoptionen, der für ein bestimmtes Fahrzeugmodell bestellt werden kann. Es kann Optionen geben, die sich gegenseitig ausschließen, z.B. verschiedene Radiosysteme, aber auch welche, die kombiniert werden können, z.B. Schiebedach und Nebelscheinwerfer. Da die Sonderausstattung vom Importeur oder Hersteller bereitgestellt wird, werden Materialien der Art NLAG empfohlen.
S – Standardausstattung
Ähnlich wie die Sonderausstattung wird die Standardausstattung vom Importeur oder Hersteller bereitgestellt. Daher ist die Materialart NLAG. Anders als bei der Sonderausstattung wird die Standardausstattung jedoch nicht vom Käufer ausgewählt, sondern ist immer Bestandteil des Fahrzeugs. Die Standardausstattung wird nur zu Informationszwecken angegeben und nicht extra berechnet.
U – Fehlende Übergabeposten
Fehlende Übergabeposten sind nur für den Ankauf von Gebrauchtfahrzeugen relevant. Auf der Modellstammebene können Sie definieren, welche Übergabeposten bei der Inzahlungnahme eines bestimmten Modells erwartet werden, z.B. Warndreieck oder Ersatzrad. Weitere Details finden Sie in der Prozessbeschreibung für die Inzahlungnahme von Gebrauchtfahrzeugen.
Anhand von Ausstattungskategorien können Ausstattungsoptionen einer Ausstattungsklasse weiter unterteilt werden, um beispielsweise zwischen Metallic- und Nicht-Metallic-Farben in der Ausstattungsklasse Farben
zu unterscheiden.
Sind keine speziellen Anforderungen für die Verwendung von Ausstattungskategorien vorhanden, definieren Sie nur eine pro Klasse.
Sie können den Fahrzeugmodellstamm mit zusätzlichen Feldern erweitern. Weitere Informationen finden Sie in SAP-Hinweis 929089.
Die folgenden Business Add-Ins (BAdIs) stehen zur Verfügung:
Fahrzeugmodellstamm-APIs steuern
Fahrzeugmodellstamm-UIs steuern
Hinweis
Sie können über verschiedene Funktionsbausteine die Fahrzeugmodelle anpassen und Funktionen zu den Modellen nutzen. Weitere Informationen über die Funktionsbausteine finden Sie im Customizing für Dealer Business Management (DBM)
unter .