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Der Virtual Machine Container (kurz VM Container oder auch VMC) ist eine in den SAP Web AS ABAP integrierte Komponente, die es ermöglicht in AS ABAP Java-Funktionen auszuführen, die dem Java Standard J2SE 1.4 entsprechen. Der VMC ist für Applikationen optimiert, welche sowohl in ABAP als auch in Java implementierte Funktionen verwenden und die schnell und zuverlässig miteinander kommunizieren müssen.

Technische Systemlandschaft

Der VM Container läuft vollständig integriert im Workprozess des Web AS ABAP und stellt keine selbstständig lauffähige Komponente dar. Er reichert diesen dazu bei Bedarf mit einer Java Virtual Machine (kurz: Java VM) an, die die Ausführung von Java-Applikationscode übernimmt. Dazu werden im Speicher des Applikationsservers einige Java VMs in einem Vorrat gehalten, bei Bedarf in den Workprozess eingebunden, und nach der Ausführung von dort wieder entfernt und in den Vorrat zurückgestellt.

Die VM Container-Komponente kann durch Profilparameter pro Web AS ABAP Applikationsserver ein- bzw. ausgeschaltet werden.

Werkzeuge

Im Folgenden sind alle für die Administration des VM Containers wichtigen Werkzeuge aufgelistet:

·        Die StrukturlinkÜbersicht der Workprozesse (Transaktion SM50) zeigt an, ob ein Workprozess eine Java-Funktion ausführt. Ist dies der Fall, so erkennen Sie das daran, dass der angezeigte Name des ausgeführten Programms mit dem Wort Function beginnt gefolgt vom Namen des Java-Funktionsbausteins.

·        Die StrukturlinkÜbersicht SAP Applikationsserver (Transaktion SM51) zeigt an, welcher Web AS ABAP einen eingeschalteten VM Container bereitstellt. Applikationsserver mit eingeschaltetem VM Container erscheinen dort mit dem bereitgestellten Dienst VMC.

·        Die StrukturlinkVM Übersicht (Transaktion SM52) zeigt an, wie viele Java VMs im Vorrat vorhanden sind bzw. genutzt werden und welche Applikationen durch sie gerade ausgeführt werden. Auch kann dort der aktuelle Speicherverbrauch sowie der Gesamtzustand der Speicherverwaltung des VM Containers eingesehen werden. Weiterführende Informationen finden Sie in Hinweis 863354.

·        Die StrukturlinkVMC Systemadministration (Transaktion SM53) bietet Einblick in den Zustand der Java-Laufzeitumgebung sowie die Möglichkeit zum Einspielen von Notkorrekturen für Java-Funktionen. Weiterführende Informationen sind in Hinweis 863354 beschrieben.

·        In der SAP Workload Business Transaction Analysis (Transaktion STAD) wird die Ausführungszeit sowie der CPU- und Speicherverbrauch im VM Container für Applikationen angezeigt, die diesen nutzen. Dass Applikationen den VM Container nutzen ist daran erkennbar, dass ein Statistiksubsatz vom Typ VMC vorhanden ist, in welchem die Informationen zum Ressourcenverbrauch der Applikation aufgezeichnet werden. Weitere Informationen dazu finden Sie unter StrukturlinkVMC-Statistik im Workload Monitor anzeigen.

·        Im StrukturlinkSystemlastmonitor (Transaktion ST03) sind analog zur SAP Workload Business Transaction Analysis Informationen zum Ressourcenverbrauch im VM Container einsehbar, falls dieser genutzt wird.

Voraussetzungen

Der VM Container ist im SAP-Kernel des AS ABAP enthalten und muss daher nicht zusätzlich installiert werden. Er muss allerdings durch Ändern einiger Profilparameter aktiviert werden. Wie Sie dabei vorgehen müssen, ist in Hinweis 854170 beschrieben. Ob der VM Container eingeschaltet ist, kann am einfachsten mit der StrukturlinkÜbersicht SAP Applikationsserver (s.a. Abschnitt Werkzeuge) ermittelt werden.

Einschränkungen

Der VM Container ist zwar eine Java-Laufzeitumgebung, diese entspricht aber keinem J2EE-Standard. Der VMC ersetzt daher nicht den Web AS Java. Kundenentwicklungen von Java-Funktionen für den VM Container werden nicht unterstützt.

Bei Bedarf auszuführende Aufgaben

Im Folgenden sind die wichtigsten Administrationsaufgaben aufgeführt, welche bei Bedarf auszuführen sind:

Aufgabe

Beschreibung

VM Container einrichten

Sie können dem Installationsleitfaden Ihrer Applikation entnehmen, ob in den von Ihnen genutzten Geschäftsszenarien ein eingeschalteter VM Container notwendig ist. Ist dies der Fall, so finden Sie unter StrukturlinkBetriebsführung des VM Containers und StrukturlinkVMC-Profilparameter Informationen, wie Sie den VM Container einschalten, starten und betreiben können.

Notkorrekturen einspielen

Notkorrekturen (außerhalb von Support Packages) für Java-Applikationen, die im VM Container laufen, werden über die StrukturlinkVMC Systemadministration (Transaktion SM53) eingespielt.

Fehler im VM Container selbst werden über Kernel Patches gemeinsam mit dem Rest des SAP-Kernels korrigiert. Weitere Informationen finden Sie unter StrukturlinkPatches und Korrekturen einspielen.

Regelmäßig auszuführende Aufgaben

Folgende Aufgaben fallen periodisch an

Aufgabe

Beschreibung

Speicherbedarf prüfen

Der VM Container verwaltet den Speicher für verschiedene Laufzeitdaten dynamisch. Dazu räumt er bei Bedarf den von Java VMs genutzten Speicher auf. Wenn dieser Speicher zu klein konfiguriert ist, wird sehr häufig ein Aufräumen notwendig, was die Ausführungszeit der Applikation verlangsamt.

Die StrukturlinkVM Übersicht (Transaktion SM52) gibt eine grobe Übersicht über den Speicherbedarf.. Eine detaillierte Übersicht bekommen Sie über sie StrukturlinkVMC Systemadministration (Transaktion SM53).

Anzahl Java VMs prüfen

Der VM Container nutzt maximal eine fest konfigurierbare Anzahl von Java VMs, da die VMs Swap Space vom Betriebssystem benötigen und daher nicht in beliebiger Anzahl angelegt werden können. Wenn zu wenige Java VMs konfiguriert sind, kann es zu Abbrüchen in Applikationen kommen. Mit Hilfe der StrukturlinkVM Übersicht (Transaktion SM52) können Sie feststellen, ob ausreichend VMs konfiguriert wurden.

Weiterführende Informationen

Sie finden weitere Informationen in der Dokumentation StrukturlinkSAP Virtual Machine Container.

Zusätzlich wird die Information in folgenden Hinweisen immer aktuell gehalten:

     854170    - Komponente „VM Container“ einschalten

     863354    - Administration der Komponente „VM Container

 

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