Entwickeln einer Web-Dynpro-Anwendung
(Java)
Mit diesem IT-Prozess nehmen Sie die einzelnen Entwicklungsschritte für das Erstellen einer Web-Dynpro-Awendung vor.
Dieser Prozess ist Bestandteil des folgenden IT-Scenarios:
IT-Scenario |
Scenario-Variante |
Sie haben die Web-Dynpro-Anwendung modelliert, also zum Beispiel einen Komponentisierungs-Entwurf für das Projekt vorgenommen.
1. Model-Zugriff implementieren
Für die Datenbeschaffung können verschiedene Datenquellen für eine Web Dynpro Applikation genutzt werden. Der Web Dynpro Entwickler definiert für diesen Zweck ein so genanntes Model. Das Web Dynpro Model ist diejenige logische Anwendungseinheit, welche die Schnittstelle zum bestehenden Backend darstellt. Lokale und externe Web Services, JavaBeans und Funktionsbausteine stellen wiederverwendbare Model-Objekte dar, die von verschiedenen Web Dynpro Komponenten genutzt werden können. Auch externe Daten, die aus einem UML Model stammen, können als Datenquelle herangezogen werden. Die Kapselung der Verarbeitungslogik in Enterprise JavaBeans (EJBs) mit nachfolgender Verwendung in einer Web Dynpro Anwendung (Modeltyp: Web Service Model) ist ebenfalls möglich. Für eine einfache Model-Definition stehen Assistenten zur Verfügung, und die Generierung der relevanten Klassen erfolgt in der Regel automatisiert. Für das Generieren von Java Proxies aus der Funktionalität von Funktionsbausteinen und Business APIs (BAPIs) steht der SAP Enterprise Connector zur Verfügung.
2. Datenfluss definieren
Ein Controller enthält einen Kontext, das heißt den aktiven Teil einer Applikationseinheit wie zum Beispiel einer Komponente, einer View oder eines Custom Controllers. Die Anwendung verfügt über mehrere Controller, die für den Daten- beziehungsweise Kontrollfluss in der gesamten Applikation verantwortlich sind. Es gibt verschiedene Controller-Arten, und jeder Controller-Typ kann mit dem selben Werkzeug bearbeitet werden, da alle Controller-Kontexte die selbe Struktur beziehungsweise Hierarchie aufweisen. Der Datentransport zwischen Model und Controller wird als Modelbindung bezeichnet, wobei vom Controller-Kontext eine Referenz auf die Backend-Daten gehalten wird. Der Datenfluss zwischen den Controller-Kontexten wird als Mapping bezeichnet, dabei wird eine Datenkopie von einem Kontext zum anderen überreicht.
3. View entwerfen (für Desktop PCs sowie mobile Endgeräte)
Die Web Dynpro Werkzeuge liefern Unterstützung für die Oberflächenentwicklung während der Design- und der Implementierungsphase. Das View Layout wird im View Editor entworfen, die benötigten Benutzungsoberflächen-Elemente sind für eine gute Übersicht in diverse Kategorien eingeteilt. Für jedes Element gibt es außerdem zahlreiche Eigenschaften, die Verwendungsmöglichkeiten und das Erscheinungsbild der einzelnen Elemente in einer Bildschirmoberfläche sind daher zahlreich. Der Designer der View arbeitet immer mit logischen Oberflächenobjekten, er kann jedoch auch direkt auf den Java Quelltext zugreifen, um zum Beispiel automatische UI Generierung einzusetzen und zur Laufzeit zusätzliches Coding ablaufen zu lassen. Beispiele für einfache Oberflächenelemente sind zum Beispiel Labels und Eingabefelder, ein komplexes Element wie die Tabelle zum Beispiel bietet Schachtelungsoptionen. Für eine Gruppierung von zusammengehörigen Elementen in einer Anwendung stehen Container-Elemente zur Verfügung. Auch das Oberflächenelement für die Integration von interaktiven Formularen lässt sich mit einem Maus-Klick in den Arbeitsbereich des View Editor bringen und von dort mit dem integrierten Adobe Designer Werkzeug bearbeiten, welches wiederum die Web Dynpro-relevanten Formular-Elemente, zum Beispiel für eine Werteprüfung gegen ein SAP System, enthält (Adobe Bibliothek). Für die mobilen Anwendungen stehen ebenfalls spezielle Elemente zur Verfügung. Da Web Dynpro die Trennung zwischen den Layout-Daten und den Geschäftsdaten vornimmt, kann das selbe Web Dynpro Programmiermodell sowohl für mobile Endgeräte (Mobile Web Dynpro) wie auch für herkömmliche Desktop-Anwendungen eingesetzt werden.
4. Anwendung deployen
Der Web Dynpro Anwendungsentwickler profitiert vom Einsatz der NWDI: Es erfolgt ein Deployment auf die Java Engine, das heißt, die Anwendungen werden auf dem Java Stack des SAP Web Application Server installiert. Die deployten Anwendungen können dann im Component Build Service (CBS), welcher zentraler Bestandteil der NWDI ist, laufen. Der CBS setzt auf dem Komponentenmodell der SAP Java-Entwicklung auf (DC Konzept). Der Web Dynpro Content Administrator bietet Funktionen für das Monitoring und die Administration von deployten Anwendungsinhalten an.
5. Anwendung testen und debuggen
Für den Test von Java Web Dynpro Applikationen steht eine Aufzeichnungsfunktion für Test-Skripts im SAP NW Developer Studio zur Verfügung, und zwar sowohl für die Applikationslogik wie auch für die Benutzungsoberfläche der deployten Anwendung. Die Test-XML-Script-Datei kann lokal gespeichert werden, ebenso die Testergebnisse. Mittels eines Editors können diese Dateien anschließend bearbeitet werden. Es ist auch möglich, Zugriff auf die komplette Testumgebung, einschließlich der Test Workbench, zu erhalten, da eine Import-Funktion für die Test-Skripts in das eCATT (extended Computer Aided Test Tool) zur Verfügung steht. Für die Analyse der Web Dynpro Programme gibt es außerdem Werkzeug-Unterstützung für das Debugging sowie den Metadaten-Vergleich.
6. Anwendung funktional Testen
Mit eCATT kann der Entwickler funktionale Tests für seine Programme anlegen und ausführen, wobei das vorrangige Ziel der automatische Test von Geschäftsprozessen ist. Jeder Test generiert eine ausführliche Log-Datei, welche den Testprozess und die Ergebnisse dokumentiert. Diese Funktionen sind auch für Java Web Dynpro Applikationen verfügbar.
7. Portal-Rollen und -Seiten definieren
Für jede Web Dynpro Anwendung besteht die Möglichkeit, mit einfachen Mitteln eine Integration in das SAP Enterprise Portal durch die Verwendung des Web Dynpro iView Assistenten vorzunehmen. In einem nächsten Schritt kann dann die Web Dynpro iView einer Portal-Seite und einer Portal-Rolle zugeordnet werden. SAP Enterprise Portal bietet zusätzlich eine Reihe von Funktionen an, die der täglichen Arbeit des Endbenutzers entgegenkommen. So gibt es zum Beispiel eine Portal-Ereignissteuerung, eine direkte Navigation zwischen Web Dynpro Anwendungen, oder auch zu anderen Portal-Inhalten, sowie den Work Protect Modus.
8. Anwendungs-Lebenszyklus managen
Die SAP NW Java Development Infrastructure wird für das Management und die Versionierung von Web Dynpro Anwendungen, oder Teilen davon, eingesetzt. Wenn die verschiedenen Software-Layer von einem Entwicklerteam erstellt werden, können die einzelnen Entwickler die Designzeit-Perspektive mit der entsprechenden infrastrukturellen Unterstützung einsetzen, ein direkter Zugang zur DTR Perspektive ist gegeben. Für den Einsatz der Infrastruktur werden so genannte Development Configurations, welche die Informationen für die relevante SC enthalten, zur Vefügung gestellt (Beispiel: DTR Workspace mit den Source-Dateien der SC in der richtigen Version).
Es liegt eine lauffähige, in das SAP Enterprise Portal integrierte Web-Dynpro-Anwendung vor. Die Tests wurden durchgeführt sowie die Anwendung in das Designtime Repository eingecheckt.